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Protokoll zum Jour Fixe München vom 04.11.2019

Von • Nov 12th, 2019 • Kategorie: Protokolle

Protokoll zum Jour Fixe München vom 04.11.2019:

Die Digitalisierung des Kapitalkreislaufs [GS 3-19] – Fortsetzung

 

Die IT-Firmen stehen beispielhaft für ein Moment der Logik des Zirkulationsprozesses der Waren. Der erste Schritt (am Beispiel Facebook) ist, ein Interesse für die zum Verkauf anstehenden Waren zu wecken. Das bedeutet, man muss den potentiellen Kunden die Waren präsentieren und ihnen einen Zugang zu dieser Warenwelt schaffen. Im nächsten Schritt (Google) muss man dann dafür sorgen, dass er die Waren auch kaufen kann. Und schlussendlich müssen die Waren auch beim Käufer landen und die Zahlung abgewickelt werde (Amazon). In diesem Sinne ist der Zirkulationsprozess eine Abfolge von einzelnen Schritten. Die einzelnen Dienstleistungen neuer Art werden an den einzelnen Stellen des Kapitalkreislaufs verortet.

 

„Der GS-Artikel erklärt, inwiefern diese Dienstleister dies als Geschäft organisieren. Die IT-Firmen machen den Handels- oder produktiven Kapitalisten an den verschiedenen Stellen das Angebot, die dafür notwendigen Funktionen kostengünstiger für sie zu erledigen. Die Reihenfolge der Dienstleistungen der einzelnen Firmen ist eine, die der GS-Artikel vornimmt, und verdankt sich keiner Überlegung der IT-Branche, wo sie im Kapitalkreislauf ansetzen müsste, um ein Geschäft zu machen.“

 

Kap II: Die Unkosten des Regimes des Kapitals über die Produktion

  1. Kapitalistische Qualitätskontrolle

 

Das Kapitel steigt damit ein, dass das produktive Kapital die Dienste der IT- Branche zur Rationalisierung der Produktion an der alten Grundrechnungsart des Kapitalismus – ein Vorschuss muss einen Überschuss erzeugen – bemisst. Das ist als eine Extraaufgabe der „Qualitätskontrolle“ gekennzeichnet…  (Forts.)

 

https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf191104-digitalisierung-kapitalkreislauf-2.pdf

vgl. auch

 

https://www.contradictio.de/blog/archives/8291#comment-7320

One Response »

  1. Neues Protokoll des Jour Fixe vom 18.11.2019:

    Die Digitalisierung des Kapitalkreislaufs (GS 3-19)
    [Fortsetzung II]

    III. Der Kapitalvorschuss und seine Rendite

    Das vorherrschende Selbstbild von IT-lern aus dem Silicon Valley und anderswo lautet: Ihr Erfolgsrezept setze sich aus zwei Elementen zusammen. Der rasante Erfolg sei Resultat davon, dass hier die „besten Köpfe“ am Werk seien in Kombination mit potenten Mäzenen, die diese Arbeit finanzieren. Dieses Selbstbild will der Artikel in den folgenden Punkten polit-ökonomisch zurechtrücken.

    1. Staatliche Vorleistungen: Schutz des geistigen Eigentums und eine Menge Infrastruktur
    — Dieser Erfolg unterstellt etwas ganz Anderes als nur ein paar geniale Köpfe, eine Garage und Einsatz von Wagniskapital: nämlich einen erheblichen Einsatz von Staatsgewalt, der in diesen Vorstellungen wie selbstverständlich unterstellt ist und zugleich überhaupt nicht angesprochen wird. Der Staat stellt eine elementare Voraussetzung dieses Geschäftserfolgs dar. (…)

    2. Spekulative Finanzblasen als Geburtshelfer
    Was für ein Bedarf ergibt sich aus der Eigenart des IT-Geschäfts in Bezug auf dessen Finanzierung? (…)

    v: Der Gebrauch des Faktors Arbeit.
    Wie gibt es das Ideal der Fabrik ohne Arbeiter? (…)

    Exkurs, ob der Kapitalismus demnächst vollautomatisch funktioniert (…)

    https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf191118-digitalisierung-kapitalkreislauf-3.pdf

    —-

    vgl.: https://www.contradictio.de/blog/archives/8296

    sowie: https://www.contradictio.de/blog/archives/8320

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