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Kein Kommentar: Ein Beitrag zur Zeitgeschichte: Die FPÖ und ihr „Naheverhältnis zur NSDAP“

Von • Aug 25th, 2022 • Kategorie: GSP-Radio

Kein Kommentar: Ein Beitrag zur Zeitgeschichte: Die FPÖ und ihr „Naheverhältnis zur NSDAP“

 

Über die FPÖ sind derzeit verschiedene Begebenheiten in der öffentlichen Diskussion. Die Partei hat etwa angekündigt, den Fußballverein Werder Bremen zu verklagen – was ist denn da los? Ein Ex-Abgeordneter hat die Intrigenwirtschaft der Partei – unter seiner engagierten Beteiligung, Abhöraktionen unter Parteifreunden eingeschlossen – nicht mehr ausgehalten und wollte sich nicht nur aus seiner Gesinnungsgemeinschaft, sondern gleich aus der Welt verabschieden. Und schließlich hat die Partei doch einen Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten gefunden, der als seinen wesentlichen Programmpunkt die Entlassung der Bundesregierung vorstellt – böse Zungen unterstellen ihm und der Partei, über dieses abgekürzte Verfahren „Persönlichkeiten“ aus dem „dritten Lager“ an die Macht bringen zu wollen. Im anstehenden Wahlkampf wird er sicher wieder über einige Skandälchen befragt, die sog „Einzelfälle“, gemeint sind antisemitische bzw. rassistische Ausritte seiner Parteifreunde – der aktuelle „Einzelfall“ spielt gerade in Tirol angesichts der bevorstehenden Landtagswahl.

 

Aber wenigstens diesbezüglich ist der Kandidat hervorragend präpariert, denn ihm steht ein Kleinod der zeitgeschichtlichen Forschung zur Verfügung: Ein „BERICHT DER HISTORIKERKOMMISSION. Analysen und Materialien zur Geschichte des Dritten Lagers und der FPÖ“, herausgegeben im Jahr 2019 vom Freiheitlichen Bildungsinstitut. (…)

 

Wenn es die ursprüngliche Intention gewesen sein sollte, das historische Naheverhältnis der FPÖ zur NSDAP als eine „Unterstellung“ und die „Einzelfälle“ als bloß „scheinhafte“ Bestätigung dieser „Unterstellung“ darzulegen – dann ist dem BERICHT ein gewaltiges Eigentor gelungen.

 

Die Langfassung meiner Rezension unter cba.fro.at, Podcast „Kein Kommentar“ hochgeladen, Rubrik „Dokumente“. Nun eine Kurzfassung zu einigen Stichworten:

 

Der Streit um den „Nationsbegriff“

 

Entnazifizierung und Wiedergutmachung: Für den „Gleichheitsgrundsatz“ für Nationalsozialisten!

 

Gegen den Gleichheitsgrundsatz für Deserteure!

 

„Henne oder Ei“ – gemeint ist damit die Frage nach dem eigentlichen Anliegen? Geht es der FPÖ um die „freiheitlichen Prinzipien“ oder um deren interessierte, gezielte Anwendung zugunsten der „Nazis“ aufgrund „ideologischer Nähe“?

 

Die Frage ist beantwortet: Dem Autor ist aufgefallen, dass die freiheitlichen Prinzipien dann gelten, wenn es dem materiellen oder moralischen Nutzen der „Nazis“ dient. Sie werden natürlich nicht „zum Schein“ aufgestellt, sie werden selektiv zur Geltung gebracht: Die Geilheit der freiheitlichen Fürsprecher auf eine „Opferrolle“ für Nationalsozialisten und das Pochen auf „Rechtsgleichheit“ erfolgt in der Manier von Winkeladvokaten. Und das durchaus auf sehr moderne Art, nämlich wissenschaftlich-methodisch-pluralistisch – als eine Frage der „Enge“ oder „Breite“ von „Begriffen“, die deren Anwender nach seinen Bedürfnissen wählt.

 

https://cba.fro.at/571979

 

Literatur:

 

Herbert Auinger: Anmerkungen zum freiheitlichen BERICHT DER HISTORIKERKOMMISSION, 2020 (zu finden auf cba.fro.at, Podcast „Kein Kommentar“, „Dokumente“)

 

https://cba.fro.at/571983

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