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GKN: Krieg in der Ukraine – Analysen zum Zeitgeschehen

Von • Jun 19th, 2022 • Kategorie: Allgemein

GKN: Krieg in der Ukraine – Analysen zum Zeitgeschehen

 

Die Gruppen gegen Kapital und Nation beschäftigen sich gerade schwerpunktmäßig mit dem Krieg in der Ukraine. Eine wirksame Opposition, die dafür sorgt, dass den Staatsführern die Freiheit genommen wird, solche Schlachtfelder zu organisieren, ist in keinem der beteiligten Länder in Sicht. Der Nationalismus und Rassismus feiert dagegen Feste.

 

Bleibt erst einmal nur die theoretische Auseinandersetzung mit dem Krieg, um eine solche Opposition – hoffentlich, irgendwann – einmal hervorzubringen. Auf dieser Seite werden fortlaufend Texte und Audioformate erscheinen.

 

Ältere Texte zu Krieg und Frieden lassen sich in der thematischen Übersicht finden.

 

https://gegen-kapital-und-nation.org/page/krieg-in-der-ukraine-analysen-zum-zeitgeschehen/

2 Responses »

  1. GKN: Putin erklärt den Krieg: Nationalismus in seiner tödlichen Konsequenz

    Spätestens seit dem militärischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar 2022 gilt Russland, vertreten durch seine führenden Politiker, als der Bösewicht schlechthin. Neben dem allseits behauptetem Motiv, dass Putin & Co einfach gegen die »Freiheit« seien, gab und gibt es auch ein intensiveres Rätselraten über die Ziele und Hintergründe der russischen Politik.

    Die in diesem Zusammenhang öffentlich gepflegte Begriffsstutzigkeit hat ihren Grund nicht im fehlenden Material. Die Forderung nach einem Verzicht auf die Aufnahme der Ukraine in die NATO, die Rückabwicklung der gesamten NATO-Osterweiterung, die Unzufriedenheit mit dem westlichen Umgang mit der Entwicklung im Donbass und die Ablehnung eines gegen Russland gerichteten Staatsprogramms der Ukraine wurden in den letzten Monaten wiederholt öffentlich von russischer Seite zu Protokoll gegeben.

    Die »Begriffsstutzigkeit« ist anders begründet. Russlands außen- und sicherheitspolitische Interessen gelten hierzulande als unannehmbar, inakzeptabel und deswegen außerhalb des akzeptierten Spektrums an politischer Willensbildung. Und deswegen können diese westlichen Beobachter*innen an Putin nur Verrücktheit und Größenwahn entdecken. Die öffentliche Auseinandersetzung hierzulande dreht sich so auch weniger darum, was die russische Führung will, sondern warum sie mit ihrem Willen falsch liegt.

    Eine Variante davon findet sich im WDR-Podcast »Alles ist anders«.1 In seiner Folge vom 15. März 2022 nimmt er sich die beiden TV-Ansprachen Putins zur Anerkennung der Volksrepubliken Donezk und Luhansk vom 21. Februar und zum Einmarsch in die Ukraine vom 24. Februar vor. Wie es sich gehört, wird Putins & Co. Beweisführung für die Rechtmäßigkeit des Krieges für völlig falsch gehalten. Dennoch wird versucht, die Argumente der russischen Propaganda zu widerlegen. Wie immer, wenn Nationalist*innen andere Nationalist*innen für ihren Nationalismus kritisieren, kommt nur eines dabei heraus: Nationalismus. (…)

    Statt sich in diesen nationalistischen Konsens einzureihen, möchte dieser Artikel Aufschluss geben über den Inhalt von Putins Motiven. Hierfür verabschieden wir uns von der Frage, ob Putin Recht hat oder Recht haben darf. Stattdessen nehmen wir Putin beim Wort, schauen uns an, was er sagt und stellen fest, für welchen politischen Willen seine Aussagen stehen.

    Aufmerksame Leser*innen mögen bemerken: Dabei kommt keine Rechtfertigung oder Verharmlosung Putins heraus. Vielmehr zeigen wir die Konsequenz einer folgenschweren Ideologie auf, mit der Staatsführer ihr nationales Menschenmaterial aufeinander loslassen und mit der sich letztere dies nicht nur gefallen lassen, sondern in vorauseilendem Gehorsam zu noch mehr Gewalt gegen den Feind aufrufen. Diese Ideologie ist auch hierzulande massenhaft anzutreffen, in gleicher Form, mit derselben Konsequenz, nur mit umgekehrtem Feindbild.

    In den folgenden Abschnitten nehmen wir uns dieselben beiden Reden Putins vor, die auch im WDR-Podcast besprochen wurden. Anders als der WDR fangen wir aber mit der NATO an.

    Die Zitate im Text sind deutschen Übersetzungen zu Putins Reden entnommen und können an entsprechender Stelle nachgelesen werden.

    1. Ausgangslage: Putin sieht Russland bedroht

    2. Moralische Aufrüstung: Putin sieht Russland betrogen

    3. Zuspitzung und Konsequenz: Putin sieht in der Ukraine Verbrecher am Werk und bringt sich als ordnende Macht ins Spiel

    4. Ganz zeitgemäß: Putin liest die Geschichte als Bestätigung seines politischen Willens
    4.1 Wie Geschichte zum Argument gemacht wird

    5. Und was lernen wir daraus?

    Anhand seiner Reden haben wir in den letzten vier Abschnitten aufgezeigt, welche Rationalität Putins faktischer Kriegserklärung gegen die Ukraine und die westliche Welt innewohnt. Gemessen an seinen nationalen Ambitionen, militärisch Weltmacht zu bleiben und politisch die Stellung in Osteuropa zu halten, sah er nicht unbegründet Gefahr im Verzug. Diese politische Lage hat er sich und seinem Volk in einen geschädigten Rechtsanspruch übersetzt, dem Gegner einen nationalen Verrat, die Zerstörung der nationalen Identität und Völkermord vorgeworfen und ihn aus dieser Perspektive in eine Reihe mit Hitler & Co gestellt. Weil sich der ukrainische Nationalismus zum Störfaktor für Russlands nationale Interessen entwickelt hat, zitiert er die Geschichte in einer Weise, dass die Existenzberechtigung der Ukraine mit einem großen Fragezeichen versehen wird.

    Wenn wir darauf hingewiesen haben, dass der Westen und insbesondere die deutsche Öffentlichkeit von der Sache her nicht anders tickt, dabei aber mit einem diametral entgegengesetzten politischen Willen unterwegs ist, dann ist das nicht als Verharmlosung oder Rechtfertigung Putins zu verstehen.

    Was uns wichtig war, ist die Logik des nationalistischen Fehlers aufzuzeigen – eine Logik, die sich aktuell in der Brutalität eines Krieges Bahn bricht und das Volk dafür in die Pflicht nimmt.

    – Die Menschen in Russland bekommen gute Gründe aufgetischt, warum sie kürzer treten und die Soldaten sich in der Ukraine abknallen lassen sollen;

    – die Menschen in der Ukraine, warum sie sich für ihr Staatsprogramm bis zur letzten Patrone aufzuopfern haben;

    – und die Menschen in Deutschland, warum Preissteigerungen, Aufrüstung und die Eskalation des Krieges durch Waffenlieferungen unausweichlich seien.

    Den Schaden hat in jedem Fall die Bevölkerung, die von ihrer Führung praktisch und ideologisch in die Pflicht genommen wird.

    Als wären die Dinge von der Sache her nicht schlimm genug, lässt sich die Öffentlichkeit in Deutschland die ideologische Indienstnahme nicht nur gefallen, sie treibt sie aktiv voran mit immerwährenden Forderungen nach noch mehr Embargo gegen Russland, nach noch weniger Rücksicht gegen den materiellen Schaden, den die Bevölkerung zu erwarten hat und nach noch mehr Waffen für die Ukraine.

    Sich das bewusst zu machen, Putin mal nicht als irren Feind der Weltgemeinschaft zu nehmen, sondern an seinem Beispiel zu studieren, wie Nationalismus funktioniert und welchen Schaden er anrichtet, ist ein erster Schritt, diesem System zumindest innerlich eine Absage zu erteilen.

    https://gegen-kapital-und-nation.org/putin-erkl%C3%A4rt-den-krieg-nationalismus-in-seiner-t%C3%B6dlichen-konsequenz/

    https://gegen-kapital-und-nation.org/putin-erkl%C3%A4rt-den-krieg-nationalismus-in-seiner-t%C3%B6dlichen-konsequenz/?pdf

  2. GKN: Wer Frieden will rüste sich zum Krieg

    Broschüre zum Krieg in der Ukraine (Text und Audio)
    Die bisher veröffentlichten Artikel in einer Broschüre zusammengefasst.

    Einleitung

    Aufmerksame Zeitungsleser*innen konnten bemerken, wie die EU, die NATO und Russland in den letzten 20 Jahren an der Ukraine herumgezerrt haben. Innerhalb der Ukraine hat das schließlich die politische Elite zerrissen. Zuvor haben sich sogenannte pro-russische Regierungen und mehr westlich orientierte Regierungen abgewechselt, ohne dass eine Seite vollends die eigene Linie durchgezogen hat. Das war 2014 mit dem Maidan-Putsch und dem Gegenputsch in den Separatistengebieten vorbei.

    Die militärische Weltmacht Russland und der Block des Westens haben nicht erst seitdem – aber seitdem energischer – ihren Interessengegensatz unter Einbeziehung der politischen Akteure in der Ukraine zur Eskalation auf höherer Stufenleiter vorangetrieben.

    Alle Regierungen nehmen die Ökonomie und die Leute, über die sie herrschen, jetzt nochmal anders in die Pflicht und opfern sie für die Selbstbehauptung gegen andere Staaten. Sie zerstören mit Waffengewalt und Sanktionen die gegenüberliegende Ökonomie, militärische Einrichtungen und Untertanen, um den feindlichen Staat in die Knie zu zwingen.

    Eine wirksame Opposition, die dafür sorgt, dass den Staatsführern die Freiheit genommen wird, solche Schlachtfelder zu organisieren, ist in keinem der beteiligten Länder in Sicht. Der Nationalismus und Rassismus feiert dagegen Feste.

    Bleibt erst einmal nur die theoretische Auseinandersetzung mit dem Krieg, um eine solche Opposition – hoffentlich, irgendwann – hervorzubringen.

    Die Ukraine war nicht und wird nicht der einzige Schauplatz der Weltmächte bleiben, um Über- und Unterordnungsfragen zu klären. Deshalb sind die Texte nicht nur dafür hilfreich, das, was in Bezug auf die Ukraine (und in der hiesigen Debatte) passiert, zu verstehen und zu kritisieren.

    Die Texte in dieser Broschüre sind ziemlich anlassbezogen zwischen März und Mai 2022 entstanden. Sie greifen unterschiedliche Aspekte der ersten 80 Kriegstage auf und reichen von objektiven Bestimmungen hin zur Kritik von Ideologien.

    Zum Einstieg werden objektive Gründe für diesen Krieg benannt. Wir analysieren und kritisieren Rechtfertigungen zum Eintritt in den Konflikt und dessen Eskalation, derer sich noch alle Staatschefs (Russland, Ukraine, NATO/USA und EU) bedienen. Und es geht um den Zweck von „Sanktionen“ sowie darum, dass diese in Sachen Grausamkeit nicht weit vom waffenmäßigen Konflikt entfernt stehen. Wir kritisieren, was für eine miserable Rolle der ukrainischen Bevölkerung von allen Seiten praktisch zugewiesen wird. Wir zeigen, dass Putin zum Thema Volk und Vaterland der Ukrainer *innen alle Register des modernen Nationalismus zieht – was man vom Westen, der behauptet, Putin ticke hier völlig veraltet (zaristisch), auch nur zu gut kennt. Und wir fragen nach dem Zusammenhang von Diplomatie und Waffengewalt.

    https://gegen-kapital-und-nation.org/page/broschuere-zum-krieg-in-der-ukraine-text-und-audio/

    Broschüre als PDF zum Download:
    https://gegen-kapital-und-nation.org/media/wer_frieden_will_web.pdf

    Broschüre kostenlos bestellen:
    https://gegen-kapital-und-nation.org/page/kontakt/

    Wir freuen uns, wenn ihr die Broschüre verteilen oder auslegen wollt – bitte Adresse und Anzahl angeben. Das gilt auch für unsere anderen Broschüren

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