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Pandemie IX: Von der Pandemie zum Pandämonium des Bösen

Von • Mai 16th, 2020 • Kategorie: Allgemein

Pandemie IX: Von der Pandemie zum Pandämonium des Bösen

Die Bürger und ihre ultimative Wahrheitsfrage – wer ist schuld an der ganzen Misere?!

 

Besorgt registriert man in der Republik sich häufende Zusammenrottungen rechtschaffener Bürger zu „Hygiene-Demonstrationen“, auf denen sie gegen obrigkeitliche Bevormundung, Entmündigung und Schlimmeres protestieren: Allen volksaufklärerischen Bemühungen von Medizinern, Ministern und Moderatoren zum Trotz, die ihr Bestes geben zur Klarstellung der aktuellen Gefährdungslage, fasst sich für sie alles, womit der Staat gegen die Durchseuchung seines Volkes Vorkehrungen zu treffen sucht, in Varianten von Freiheitsberaubung zusammen. Wie sie auf so etwas verfallen können, ist aufgeklärten Zeitgenossen ein Rätsel, das sie im höflichsten Fall mit Kopfschütteln quittieren.

 

  1. Vom breiten Spektrum des Wissens in einer demokratischen Wissensgesellschaft
  2. Vom beschränkten Wissensdurst selbstbewusster Bürger
  3. Vom enttäuschten Vertrauen in die politische Führung zur Entlarvung des Bösen, von dem in Wahrheit das Volk durchseucht wird

 

Der Wille zum geduldigen Umgang mit praktischen Entbehrungen geht ersichtlich weit. Bei Bedarf entschließt er sich auch mal zu einer kompletten Auszeit beim verständigen Denken, vergisst seine Befangenheit in den eigenen Berechnungen und mobilisiert sein geistiges Vermögen allein dazu, sich die Welt als eine von teuflischen Mächten beherrschte Veranstaltung zurechtzuphantasieren.

Die hat für ihn ihren ganzen Sinn und Zweck darin, ihn um den verdienten Lohn für den eigenen lebenslangen Gehorsam zu bringen, und derart weiß der Mensch auch dann noch einen guten Grund fürs weitere fügsame Mitmachen, wenn ihm der eigene Verstand längst keinen vernünftigen mehr liefert.

 

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/wer-ist-schuld-an-corona

10 Responses »

  1. https://www.spektrum.de/news/woher-kommt-das-coronavirus-und-was-tut-es-als-naechstes/1733810?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

  2. „In der Zwischenzeit erreichen uns Zuschriften, die sich daran stören, dass „wir ein Moment von Vernunft in der Pandemie-Politik (entdecken), weil diese sich ausnahmsweise nach wissenschaftlichen Erkenntnissen richtet, statt sie nur zur Rechtfertigung ihrer Maßnahmen zu zitieren.“

    Daran wäre überhaupt nichts störendes, wenn dem so wäre und tatsächlich eine eindeutig zwingende wiss. Erkenntnis zugrunde liegen würde.
    Nun gab und gibt es aber auch abweichende Annahmen und Einschätzungen eines nicht kleinen Teils globaler Wissenschaft, die ebenso auf wiss. Erkenntnissen gründen, aber aus sehr fragwürdigen(!) Gründen von Politik und ihrer Öffentlichkeit von Anfang an ignoriert, und wenn das nicht gelingt, diffamiert, verteufelt und verleumdet werden.
    Wie kommt ihr darauf, ausgerechnet da einen „Moment der Vernunft“ statt einer „Rechtfertigung“ staatlicher „Maßnahmen“ entdecken zu wollen, wo der bundesdeutsche Staat bestimmt und entscheidet, welche – auf wiss. Erkenntnisse beruhende – Einschätzungen und Annahmen zur Grundlage seiner Maßnahmen gemacht werden und welche von vorneherein unberücksichtigt der Aussortierung anheimfallen sollen?

  3. Moin,

    mich würde interessieren, wo Du, Phineas, diese „abweichenden Annahmen und Einschätzungen eines nicht kleinen Teils globaler Wissenschaft“ gefunden hast.

    Ich meine allerdings damit nicht das, was darüber in der aufgeregten Debatte in der Öffentlichkeit herumschwirren mag, sondern wo Du sie _in_ der Wissenschaft gefunden hast.

    Würde mich freuen, wenn Du mir die entsprechenden Artikel (Journal, Band, Jahr, Seite; oder am besten gleich inkl. DOI) nennen könntest.

    Grüße!

  4. Und was schwirrt“ denn da für Dich „in der aufgeregten Debatte in der Öffentlichkeit“ so „herum“? Etwa alles was nicht in einem anständigen wiss. Paper landet und nur als abfällige „Privatmeinung“ ehemaliger und aktiver Experten kursiert?

    Willst Du, Webmaster einer ideologiekritischen Seite, jetzt hier mit mir, einem Widersprüche und Ungereimtheiten benennenden Zeitgenossen und Nichtwissenschaftler, genau die fachwiss. Debatte führen, die weder in den öffentlichen Instituten des Imperialismus noch in der von ihr abhängigen Wissenschaft geführt wird? Das ausgerechnet Euch die eklatanten Widersprüche im deutschen Antivirenkrieg, das ausgesuchte Zahlenmaterial zielgerichteter Statistiken, das Schüren von Angst und Panik, um nur ein paar Stichworte zu benennen, nicht aufgefallen sein will, kann ich nicht glauben, habe dann hierzu aber auch nichts mehr zu schreiben.
    Gruß
    Heinz

  5. Korrektur:
    …die weder in den öffentlichen Instituten des Imperialismus noch in der von IHM abhängigen Wissenschaft geführt wird?

  6. Hallo Heinz,

    jetzt wird es doch erst richtig interessant, warum so schnell die Flinte ins Korn werfen und nichts mehr schreiben wollen?

    Anderseits kann ich das schon verstehen. Du kannst nämlich Deine steile Hypothese von „abweichenden Annahmen und Einschätzungen eines nicht kleinen Teils globaler Wissenschaft, die ebenso auf wiss. Erkenntnissen gründen“ mit rein gar nichts unterfüttern.

    „Willst Du, Webmaster einer ideologiekritischen Seite, jetzt hier mit mir, einem Widersprüche und Ungereimtheiten benennenden Zeitgenossen und Nichtwissenschaftler, genau die fachwiss. Debatte führen, die weder in den öffentlichen Instituten des Imperialismus noch in der von ihm abhängigen Wissenschaft geführt wird?“

    Was hast Du denn bitte für Widersprüche und Ungereimtheiten aufgezeigt? Habe ich ein bis drei Posts von Dir übersehen, in denen Du sie darlegst?

    Und Du wolltest diese Debatte doch anscheinend führen! Du hast auf „wiss. Erkenntnisse“ gezeigt, die angeblich ignoriert, diffamiert etc. werden. Und auf Nachfrage kannst Du nicht eine einzige Quelle nennen. Da bin ich dann doch ganz bei Wolfgang: das ist dann doch sehr billig.

    Du bist nicht in der Lage diese wissenschaftliche Debatte zu führen. Ich übrigens, als in einem anderen Zweig der Naturwissenschaften tätiger Wissenschaftler, auch nur bedingt – aber das folgende Science-Paper habe ich mir durchaus mal zu Gemüte geführt, auch wenn ich bei den Teilen mit den fortgeschrittenen statistischen Methoden überfordert bin:

    https://science.sciencemag.org/content/early/2020/05/14/science.abb9789

    Du kennst Dich kein Stück aus in der Wissenschaft, wie Du zugibst. Du weisst aber ganz genau, dass in den „Instituten des Imperialismus und in der von ihm abhängigen Wissenschaft“ keine Debatten geführt werden? Das ist kontrafaktisch.

    Und was willst Du denn eigentlich damit sagen, dass die Wissenschaft [und damit wohl auch die Virologie] vom Imperialismus abhängt? Dass da dann auch keine Wissenschaft stattfindet?

    Was willst du mit der Begrifflichkeit „staatsvirologisch“ zum Ausdruck bringen? Doch nicht etwa, dass die wiss. Paper in Wahrheit von einem Staatssekretär, der als Ghostwriter tätig war, stammt? Was „Debatte in der Wissenschaft“ heissen kann, könntest Du übrigens auch in Drostens Corona-Update-Podcast vom 26.05. lernen – achnee, moment, der ist ja „Staatsvirologe“…

    Das, was mich wirklich interessieren würde, also abgesehen davon, dass Du – wenn Du die Zeit dafür erübrigen kannst – mir gerne nochmal die Ungereimtheiten darlegen könntest (ich sehe keine, glaube es, oder lass es sein…) ist Folgendes:

    Sag doch mal, was der Staat, Deiner Meinung nach, für einen Zweck mit „seinem Antivirenkrieg“ verfolgt und warum er dafür nur bestimmte Virologen einspannt, nämlich die, die nach seiner Nase tanzen oder deren Meinung dem Staat genehm ist und alle anderen mundtot macht.

    Und wo hast Du denn Panikmache entdecken können? Wenn Merkel sagt „es ist ernst“, oder wenn die „Staatsvirologen“ sagen, die Infektiosität ist signifikant höher als beim Grippe-Virus? Es ist doch wohl eher so, dass es _Deine_ Einschätzung ist, dass Panik gemacht wurde – und worauf basiert Deine Einschätzung? Anscheinend ja gerade nicht auf wissenschaftlichen Inhalten… Kannst ja keine Quellen angeben oder willst es nicht, weil ja die Widersprüche angeblich so „eklatant“ sind.

    Bin gespannt.

    Grüße!
    Frank

  7. „jetzt wird es doch erst richtig interessant“

    Ist es schon.

    Und aufschlussreich. Und als Anlage im Bewerbungsschreiben für einen leitenden Posten in den PR-Abteilungen von Bundeskanzleramt, Gesundheits/ Innenministerium oder in den öffentlich-rechtlichen Propagandaanstalten durchaus tauglich.

    „Bin gespannt“

    Ganz sicher nicht.

  8. Pacha Mama, Mutter Erde, und das gesunde Volksempfinden sind garantiert nützlicher bei so einer Pandemie als kapitalistisch angestellte Virologen und Ärzte. Und das Beten zur Heiligen Mutter Gottes nicht zu vergessen neben dem Hören auf den inneren sonstigen Quark. Halleluja.

  9. Okey, Heinz, statt einer inhaltlichen Antwort kommt also nur eine Unterstellung, ich wäre nicht neugierig darauf, was Du zu den angesprochenen Punkten zu sagen hättest.

    Keine Argumente, keine Quellen – lieber nochmal so eine Albernheit loswerden – Du bist
    ja ein wahrlich kritischer Zeitgenosse, tsss. Dann geh mal rüber zu KenFM oder so, da findet Du sicher mehr Anklang.

  10. Update zu Pandemie IX: Von der Pandemie zum Pandämonium des Bösen
    Die Bürger und ihre ultimative Wahrheitsfrage – wer ist schuld an der ganzen Misere?!

    PS:

    In der Zwischenzeit erreichen uns Zuschriften, die sich daran stören, dass wir ein Moment von Vernunft in der Pandemie-Politik entdecken, weil diese sich ausnahmsweise nach wissenschaftlichen Erkenntnissen richtet, statt sie nur zur Rechtfertigung ihrer Maßnahmen zu zitieren. Unsere Kritik daran, welchen Zwecken dieses Kümmern um die Volksgesundheit dient, interessiert die Schreiber nicht; ebenso wenig unser Nachweis, dass und wie der schöne Schein wissenschaftlicher Vernunft in der demokratischen Konkurrenz Verwendung findet. Wir werden vielmehr aufgefordert, die Wissenschaft zu kritisieren, auf die so gut wie alle Staaten sich bei ihren wirtschaftsschädigenden Eingriffen ins Gesellschaftsleben beziehen.

    Das ist deswegen etwas viel verlangt, weil ein sachlicher Einwand gegen die Epidemiologie oder die Virologie, auf den man sich beziehen könnte, in den Zuschriften nirgends vorgebracht wird. Alles, was zur Sache erforscht und berechnet wird, ist außerdem in einschlägigen Publikationen nachzulesen. Die Auseinandersetzung, die uns da angetragen wird, hat eben gar nicht die medizinische Wissenschaft zum Gegenstand, sondern die Bedeutung, die die im Ausnahmefall der Corona-Epidemie für die staatliche Gesundheitspolitik bekommt – zumindest vorübergehend und in zunehmend heftigem Widerstreit mit den Anforderungen der allemal darüber stehenden Räson des staatlich zu hütenden Kapitalismus.

    Es ist eine fatale Thema-Verfehlung, die nicht bloß in den Zuschriften an unsere Adresse stattfindet: Sobald die Standortpolitik einer bürgerlichen Staatsgewalt zu Maßnahmen greift – zu greifen sich genötigt sieht –, die wie ein Abstandnehmen von den Imperativen systemgemäßer Standortverwaltung wirken oder auch nur so aussehen, dann wird ein Volksgemurmel laut – ermuntert durch einschlägig engagierte Wirtschaftslobbys und politische Parteien –, das nicht den Zwecken der Politik, sondern der Wissenschaft eine Absage erteilt. Und das durch Argumente auch nicht zur Vernunft zu bringen ist, weil es die Wissenschaft, die da für die Politik haftbar gemacht und verworfen wird, gar nicht als die Erarbeitung von Wissen versteht, sondern als eine Sache, die man glauben soll – ‚Wissenschaftsgläubigkeit‘ ist der Titel dafür. Verteidigt wird die Wissenschaft genauso schlecht, nämlich auf derselben Ebene – und das nicht nur durch Politiker, die sich ihrer bedienen, sondern durch Macher und Anwälte einer seriösen Öffentlichkeit und oft genug durch die Wissenschaftler selbst: Sie alle verteidigen die Wissenschaft als Sache, an die zu glauben in unserer aufgeklärten Gesellschaft doch gute Sitte ist und sich im Großen und Ganzen auch praktisch bewährt habe, daher auch weiter praktiziert werden sollte. Diese Verteidigung der Wissenschaft hat nicht die banale Tatsache zur Grundlage, dass kein Mensch im gesamten Kosmos wissenschaftlicher Erkenntnisse firm sein kann; vielmehr den eher betrüblichen Umstand, dass den Insassen der modernen Wissensgesellschaft praktisch durchweg die Erfahrung abgeht, ein relevantes Stück der wissenschaftlich erklärten Natur einmal wirklich begriffen zu haben. Was sie stattdessen für Wissen halten, sind alternative Antworten auf die Schuldfrage, die der bürgerliche Verstand an alles richtet, was ihn irgendwie stört – ein Quidproquo, das den Leuten von Kindesbeinen an nahegebracht wird.

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/wer-ist-schuld-an-corona

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