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Gegenargumente in Radio Orange Wien – Sendung vom 01.04.2014

Von • Apr 1st, 2014 • Kategorie: GSP-Radio

Gegenargumente in Radio Orange Wien – Sendung vom 01.04.2014:

 

Ein Kritisches Magazin kritisiert die Kritiker der westlichen Ukraine-Politik oder: Fakten können nicht über Recht und Unrecht entscheiden

 

In der Beurteilung des Krim-Anschlusses durch Russland gehen die veröffentlichten Meinungen einigermaßen durcheinander. Die maßgeblichen Medien sind ziemlich einhellig auf Linie der Regierungen, auch ohne offizielle Gleichschaltung:

„Russlands Militärintervention in der Ukraine und ihre breite Ablehnung durch westliche Regierungen und Medien haben zur Herausbildung einer überraschenden Phalanx geführt. Intellektuelle, Künstler, Politiker und unzählige Normalbürger aus allen möglichen Lagern wollen es nicht hinnehmen, dass Präsident Wladimir Putin zum ‘Brandstifter’ (‘Der Spiegel’), ‘Macho-Russen’ (‘Bild’) oder ‘gefährlichsten Mann der Welt’ (profil) erklärt wird. Ebenso unangebracht finden es viele, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Kreml-Chef bescheinigt, ‘in einer anderen Welt zu leben’, und Hillary Clinton die Annexion der Krim damit vergleicht, ‘was Hitler in den 1930er-Jahren getan hat’.“ (profil 24.3.2014, nicht anders gekennzeichnete Zitate ebd.)

Die Leserbriefgemeinde und die Internet-Poster sind überhaupt nicht auf Linie, und diverse Promis, in Deutschland inzwischen angeführt von zwei Ex-SPD-Kanzlern, die das genuin deutsche Interesse gen Osten etwas anders interpretieren als Kanzler Merkelin, beschweren sich u.a. über die einseitige Journaille – darunter sind nicht wenige, denen normalerweise selbstverständlich ist, dass „wir“, „der Westen“, immer im Recht sind und die Russen im Unrecht. Vom Nutzen eines EU-Anschlusses der Ukraine, mit einer kaputten Ökonomie, einem bankrotten Staat und einer ethnisch und politisch bis an den Rand des Bürgerkriegs gespaltenen Bevölkerung, von so einer Ausweitung der schon vorhandenen perspektivlosen Armutszone an der europäischen Peripherie, die höchstens die westeuropäischen „Branchen“ der Schwarzarbeit und Prostitution bereichert –, sind viele europäische Patrioten nicht überzeugt. Dass die USA wenige Probleme haben, die EU in eine Konfrontation zu treiben, die Europa militärisch nicht beherrschen kann, vermuten auch manche. Insofern entdecken viele mit einem durchschnittlichen Gedächtnis, dass die von Russland ins Treffen geführten Titel – Wiedervereinigung, Selbstbestimmungsrecht, Volksabstimmung – als Werte gelten, denen der Westen auch gern huldigt, sobald es ihm in den Kram passt. Da gilt es bekanntlich immer sorgfältig zu unterscheiden, wann etwa das „Selbstbestimmungsrecht“ eines Kollektivs eine Abspaltung gebietet, und wann die „territoriale Integrität“ als höchstes Gut Volk und Land zusammenzwingt, auch gegen Willen vieler Beteiligter!

In dieser schweren Stunde eines kleinen Meinungsaufstandes, eines Meinungs-Maidan sozusagen, wendet sich „profil“ an sein Leservolk, um Abweichler durch einen „nüchternen Faktencheck“ wieder einzufangen. Es handelt sich um ein Lehrstück in Sachen kritisch-parteilicher Meinungsbildung. (http://www.profil.at/articles/1412/982/373669/ukraine-ihr-putin)

Die Imperialisten konkurrieren, nach einem früher verbreiteten Diktum, um die Aufteilung der Welt. Deswegen geraten die USA, Europa, Russland in Osteuropa aneinander: Nicht, weil sie gar so unterschiedlich, sondern weil sie so gleich sind!

Statt die Frage zu wälzen, ob „die“ das dürfen, was sie so anrichten, gibt es eine Erörterung der Frage, was die beteiligten Subjekte tun, und warum:

 

„EU-Osterweiterung zum Dritten: die „östliche Partnerschaft“ mit der Ukraine Europa geht bis an die Grenzen seiner Methode friedlicher Eroberung und darüber hinaus“ (GS 1-14)

 

http://www.gegenstandpunkt.com/gs/2014/1/gs20141047h1.html

 

 

http://www.gegenargumente.at/radiosend/radiosend_14/profil_ukraine_03_2014.htm

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