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vml | Wieder einmal: Hunger in Afrika

Von • Jul 26th, 2011 • Kategorie: Allgemein

Wieder einmal: Hunger in Afrika
Merkel gibt eine Million

Seit Tagen hört man die Meldung, es gebe derzeit im Osten Afrikas wegen Dürre die größte Hungerkatastrophe überhaupt. 10 Millionen Menschen seien vom Hungertod bedroht, davon 2 Millionen Kinder.

Gerade ist die deutsche Kanzlerin zu Besuch in Afrika, um den deutschen Einfluss auf Kosten Chinas auszuweiten. Dafür werden Geschäfte (Öl!) angebahnt und die deutsche Regierung sorgt für Deals mit Waffen. Angesichts des Elends – in Kenia warten in den weltweit größten Flüchtlingslagern viele Hunderttausende auf Hilfe – reagiert die gute Protestantin, Chefin eines der reichsten Länder der Welt, prompt. Sie greift tief in die Tasche und spendiert Hilfe in der Höhe von einer Million Euro.

Offensichtlich die passende Summe – eine Geste des guten Willens, ein Symbölchen dafür, dass verantwortungsvolle deutsche Außenpolitik auch an die denkt, die in dieser Weltordnung einfach nicht gebraucht werden. So billig ist das im Jahr 2011 zu haben.

Im Juni 1986, vor sage und schreibe 25 Jahren also, war in einer Marxistischen Studenten Zeitung (MSZ) der folgende Artikel zu lesen. Beim Thema „Hunger in Afrika“ scheint die Welt gut vorwärts zu kommen.

Eine Reportage aus Afrika
“DAS VIEH KREPIERT, DIE KINDER KRIEGEN DICKE BÄUCHE.” (…)

http://www.vonmarxlernen.de/index.php/demokratie-a-oeffentlichkeit/337-wieder-einmal-hunger-in-afrika.html

Es ist übrigens die MSZ 6-84
http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/84/84_6/afrika.htm

Angesichts der neuen Hungerkatastrofe in Somalia, Kenia und Äthiopien, siehe auch:

Unser Afrika – DIE POLITISCHE ÖKONOMIE SCHWARZAFRIKAS (MSZ 4-88)

ein Artikel über die politische Ökonomie des Kontinents, der es „uns“ nie recht machen kann und der „uns“ von Zeit zu Zeit immer wieder zu tiefer Besorgnis Anlaß gibt, manchmal ob seiner vielen Hungerleider, manchmal ob seiner vielen Kriege.

Dieser Heuchelei war schon vor sage & schreibe 23 Jahren die damalige Marxistische Studenten-Zeitung (MSZ) auf der Spur. Die hatte es nämlich tatsächlich interessiert, was der Grund für das kaum zu übersehende Dauerelend von Ländern und Leuten in Afrika wirklich ist. Nicht nur, daß sich daran im Prinzip nichts geändert hat, nein, Afrika ist in einem katastrofaleren Zustand denn je. Den kapitalistischen Segnungen sei Dank!

http://www.koka-augsburg.com/

http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/88/88_4/afrika2.htm

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