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Kritik an Ideologien, Aufklärung über populäre Irrtümer, Kommentare zum Zeitgeschehen

[online] Bremen | 05.12.2019 | Die Frau im Kapitalismus

Von • Dez 8th, 2019 • Kategorie: Veranstaltungen

Zeit: Donnerstag | 5. Dezember 2019 | 19:00 Uhr

Ort: Bürgerhaus Weserterrassen | Osterdeich 70b | Bremen

Veranstalter: Argumente & Diskussion Bremen

 

Juristisch gleich, moralisch geachtet, schlecht behandelt:

Die Frau im Kapitalismus

 

Auch nach der längst erreichten rechtlichen Gleichstellung mit dem Mann, auch nachdem Frauen heute die Mehrheit der Abiturienten und dabei die mit den besseren Noten, in vielen Studiengängen die Mehrheit der Studenten stellen, nachdem sie manche vordem als Männerdomänen bekannte Berufsfelder erobert haben, gibt es noch immer genug Diskriminierung und sexuelle Unterdrückung des weiblichen Geschlechts.

Frauen führen den Kampf dagegen, indem sie der Männerwelt den Vorwurf machen, nach wie vor den fälligen Respekt für die Selbstbestimmung und eine selbstbewusste Rolle der Frau zu verweigern, in einem alten Denken und gestrigen Rollenbildern der Geschlechter zu verharren.

Mit der Forderung nach Respekt rennen die Protagonisten der Geschlechtergerechtigkeit überall – in Politik, Öffentlichkeit und schon gleich im akademischen Bereich – offene Türen ein. Sieht man von ganz konservativen Kreisen, die vom traditionellen Familienbild nicht lassen wollen, und von den Kultfiguren des Gangsta-Rap ab, gibt es keine Stimme, die vor den Frauen als vollwertigen, beruflich und überhaupt selbstbestimmten Mitgliedern der Gesellschaft nicht den Hut ziehen würde. Überall gibt es Gleichstellungsbeauftragte, Frauenförderung und Frauenlehrstühle; an Unis und im linken Milieu ist das „Gendern“ verbreitet: Durch die Modifikation von Wörtern und Grammatik besteht man darauf, dass in jedem Satz, in dem von menschlichen Subjekten die Rede ist, der Frau noch einmal eigens gedacht und ihr die Ehre erwiesen wird.

 

– Woran liegt es dann, dass der allgemein bekräftigte gute Wille nicht viel ändert an den sozialen Benachteiligungen, Beleidigungen, An- und Übergriffen, die Frauen erfahren?

– Woran liegt es, dass die offizielle Moral sich von der praktisch gelebten so trennt?

– Anders gefragt: Haben die gesellschaftlichen Positionen und Rollen, auf die die Frauen festgelegt sind, nicht doch handfestere Gründe als frauenfeindliche Vorurteile der Männer, Gründe, denen man mit dem Einfordern und Abliefern von Respektbezeugungen überhaupt nicht beikommt?

 

https://www.argudiss.de/

 

Update:

Aufzeichnung der Veranstaltung im Audio-Archiv von argudiss:

 

https://www.argudiss.de/frau-im-kapitalismus

 

https://www.argudiss.de/sites/default/files/doku/gesamtaufnahmen%28mp3%29/frau_im_kapitalismus-hb-1219-ges.mp3

Veranstaltungen

4 Responses »

  1. Auszüge aus einem Kommentar andernorts (20.11.2019)

    Frauen werden als Arbeitskräfte benötigt, mehr denn je vorher. Und alle m.und w. Bürger wissen auch, dass von einem einzigen Männerlohn mittlerweile kaum eine Familie ernährt werden kann. Das haben Politik und Unternehmer gemeinsam geschafft. Also muss man die Frauen in Arbeit und Politik wenigstens gleichberechtigt wertschätzen, und das Wertschätzen soll wenigstens sprachlich stattfinden.

    Es ist aber ähnlich wie mit dem allgemeinen Menschenrecht auf Würde, das z.B. auch keinem Verhungernden in Afrika aus der Not hilft.

    Zurück zum feministischen Sprachgebrauch: Außer dass jede(r) nun bei jedem schriftlichen und mündlichen Satz höllisch aufpassen muss, bloß das Männliche und Weibliche unbedingt sprachlich gleichberechtigt nebeneinander stehen zu lassen, führt diese lächerliche Vorsicht oder permanente lästige Achtsamkeit in der Sprache garantiert nicht zu einer höheren Wertschätzung der Frau.

    Anderes Beispiel: Eine gewaltfreie Sprache schafft auch nicht Gewalt ab, und selbst wenn es verpönt ist, einen Schwarzen Neger zu nennen, ist damit nicht der Rassismus aus der Welt geschafft, und es werden deshalb nicht weniger Schwarze in den USA erschossen oder ertrinken auf ihrer Flucht im Mittelmeer in Europa.

    Und wenn unser deutsches feministisches Triumvirat in der Politik aus militärpolitisch aktiven Frauen besteht wie Merkel, AKK und von der Leyen, dann wird das Morden in anderen Ländern deshalb auch nicht charmanter und humaner als bei Männern. Und wenn Frauen nun an einigen Konzernspitzen stehen dürfen, feuern sie nicht weniger Untergebene und diese auch nicht liebevoller als ihre männlichen Spitzenkollegen.

    https://www.magazin-auswege.de/2019/11/wie-gendern-wir-richtig/#comment-1457

  2. alter mann,der es nicht nötig hat, sich vorzustellen, referiert über Rolle der Frau im Kapitalismus  -grotesk –
    hat noch nie etwas von &218, 219a, Luxusmehrwertsteuer auf Artikel der Menstruationshygiene, pink it &shrink it, „Zuhälterschutzgesetz“ etc. gehört, wie sonst könnte er von „längst erreichter rechtlicher Gleichstellung“ schwafeln?
    Dass Kapitalisten die Konkurrenz der ArbeiterInnen ausnutzen, um entlang der Geschlechterdifferenz die Klasse zu spalten, erklärt vielleicht die Gender pay gap, nicht jedoch die überbordende, oft tödliche Männergewalt gegen Frauen. Die kommt meiner Ansicht dadurch zustande, dass die Männer  vom „Gesamtkapitalisten“ ideologisch zu Komplizen gemacht werden, die im privaten Beziehungsbereich die Dienstbarkeitsverhältnisse wie sie in der Arbeitswelt herrschen, reproduzieren und, da nicht durch ein Regelwerk abgefedert, brutalst möglich einfordern. Es handelt sich somit um Problematiken des Überbaus und von daher ist es notwendig, wie Hajo Schumacher in seinem Buch „Männerspagat“ ausführt, dass Männer, die diesen Mechanismus durchschauen, Feministen werden und gemeinsam mit Frauen gegen Frauendiskriminierung kämpfen….

  3. Warum z.B. ältere Frauen nichts über Männer sagen könnten, „grotesk“, das erschließt sich mir, erst recht gendermäßig, nicht …

    Zu deiner These, dass im gewalttätigen ‚Ehe-Privatleben‘ die „Dienstbarkeitsverhältnisse“ der Arbeitswelt reproduziert, „und da nicht durch ein Regelwerk abgefedert“, brutalst möglich eingefordert würden:

    Die Arbeitswelt der Lohnarbeit ist darin, dass sie so was wie bloße Unterwerfung, gar Sklaverei sei, die durch ein Regelwerk gemildert sei, meines Erachtens nicht korrekt beschrieben.
    Den doppelt (!) ‚freien Lohnarbeiter‘ charakterisiert eben auch, dass er sich das Interesse der Firma derart zu eigen machen soll, als wäre es sein höchsteigenes Interesse – und nur dann hält man diese Jobs m.E. überhaupt aus, dass man damit ein eigenes Interesse verbindet. Dieser eingeforderte Wille zum Mittun wird von oben kleinlichste durch Lohnformen, Gehaltsgruppen, Renteneckpunkte etc. gefördert, und soll dadurch aber vom Proleten mit Willen und Bewusstsein als seine eigene Leistung erbracht werden. Und so läuft der Laden, inclusive der Ideologie „Jeder sei seines Glückes Schmied“. Wenn nicht im Betrieb, dann aber eigentlich im Privatleben, das als Kompensation zugerichtet wird. Und dafür will dann gesorgt werden.

    Auch die Ehe- oder Beziehungspartner müssen ihre wechselseitige Instrumentalisierung als Privatglück-Kompensations-Bringer als ihre eigene Lebensplanung selbständig eingehen und durchführen. Ideologien von Liebe braucht es da nicht, sind aber doch meist wohlfeil, weil allenthalben vorhanden, um die Verpartnerung zu beginnen.
    Dass persönliche direkte Beziehungsgewalt zwischen den zur Verpartnerung entschlossenen BürgerInnen bereits zu Beginn vorhanden wäre, scheint mir eher Ausnahme zu sein.
    Stattdessen gewöhnen die Verpartnerten sich daran, Wünsche als Anforderungen an den anderen zu formulieren, als Quasi-Rechtsansprüche ihr/ihm gegenüber – und dann rücksichtslos auf Erfüllung dieser wahnmäßigen Rechtsansprüche zu bestehen. Selbst wenn die/der andere Fan andere Interessen, Wünsche, Geschmacksvorlieben hat.

    Die meist eher idiotischen Vorstellungen von Liebe und Glück werden im Alltag der Beziehungen, erst recht in deren Scheitern, minutiös nach Aufwand und Ertrag aufgerechnet. So wird der/die andere zum Bösewicht, der das eigene Glück versaubeutelt habe. Am Schluss wird er dafür „bestraft“ durch Privatgewalt. Oder gar mit Todesstrafe abgestraft.

    Das bürgerliche Recht ist nämlich kein „Regelwerk“, das Gewalt abfedern würde. Todesstrafe ist dort in vielen Ländern sehr wohl vorgesehen, für Geheimagenten allenthalben sowieso. Sondern das Recht ist institutionalisierte, allgemeine, Form von Gewalt. Und gerade gar nichts Mäßigendes.

    https://www.argudiss.de/sites/default/files/doku/ankuendigung%28pdf%29/familie_nbg_1210_gl.pdf

  4. Was von dem Geschwafel jenes „Joachim Streicher“ zu halten ist, lässt sich im O-Ton hier überprüfen:

    https://www.argudiss.de/frau-im-kapitalismus

    https://www.argudiss.de/sites/default/files/doku/gesamtaufnahmen%28mp3%29/frau_im_kapitalismus-hb-1219-ges.mp3

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