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[online] 26.01.2005 | Berlin | Philosophie II. Die „Kritische Theorie“

Von • Jan 26th, 2005 • Kategorie: Veranstaltungen

Berlin am 26. Januar 2005

Thema: Philosophie II. Die „Kritische Theorie“ der Frankfurter Schule: Sehnsucht nach Versöhnung als Gesellschaftskritik

Referent: Dr. Peter Decker

Ankündigung:

Alles, was sich gegen Philosophie im Allgemeinen sagen lässt, soll gegen Adorno, Horkheimer und ihren Kreis nicht gelten. Denn sie selber haben Fachkollegen dafür kritisiert, dass sie mit der Konstruktion eines höheren Sinns oder mit blankem Positivismus schlimme und schlimmste gesellschaftliche Zustände im 20. Jahrhundert gerechtfertigt haben.

Gewiss, Adorno und Horkheimer kritisieren den Kapitalismus und den Tausch, den Faschismus und die moderne Demokratie, Kunst und Kitsch, Unterhaltungs- und Bewusstseinsindustrie, affirmative bürgerliche Sozialwissenschaft und dienstbare Naturwissenschaft – aber eben vom Standpunkt eines reaktionären Philosophenideals aus. Die Legitimationen, die andere der kapitalistischen Welt basteln, finden sie nicht echt, unglaubwürdig und unverantwortlich – und halten an ihrer geradezu religiösen Sehnsucht nach Versöhnung, Sinn und Legitimation in der Form eines höchsten, aber stets unbefriedigten Bedürfnisses fest. Was das „Ganz Andere“ sein mag, das uns so fehlt, ist also kein Geheimnis.

Die Frankfurter Kritiker verurteilen den Kapitalismus als Materialismus, den Tausch als Abstraktion, Auschwitz als Triumph der Zweckmäßigkeit, Wissen als Positivismus, Logik als Gewalt, Kunst als Genuss und geben so zu erkennen, was sie nicht leiden können. Und so etwas gilt heute noch erstens als intellektuell und zweitens als unüberholbar kritisch.

Seine schlechte Meinung über gesellschaftskritische Philosophen wird der Referent anhand von jeder Menge Originalzitaten darlegen und zur Diskussion stellen.

Zitate

Vortrag als MP3-File

 

Auf der Seite des Sozialreferats der FU Berlin ist der Mitschnitt offenbar z.Zt. online nicht verfügbar:

http://www.astafu.de/svortraege

weshalb er zunächst auf contradictio gehostet ist. Das Sozialreferat ist bereits benachrichtigt, dass die Links ins Leere führen.

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One Response »

  1. “Der grundlegende Irrtum von Marx, der ihn vom Weg der klassenlosen Gesellschaft abirren und auf die schiefe Ebene des Kommunismus (Totalitarismus) geraten ließ, besteht darin, die Ursache der Ausbeutung im Privateigentum an den Produktionsmitteln zu suchen. In logischer Fortführung dieses Gedankens gelangt er dann zu seinem bekannten Vorschlag, dieses Privateigentum zu beseitigen, die Produktionsmittel zu sozialisieren, was lediglich auf eine Verstaatlichung hinausläuft. Wenn man, wie Marx, annimmt, dass das Privateigentum an den Produktionsmitteln den Zins bedingt, dann muss man von einer Beseitigung des Privateigentums auch die Beseitigung des Zinses, den er „Mehrwert“ nennt, erhoffen.
    Die Überwindung des Kapitalismus ist daher für Marx lediglich eine Enteignungsfrage.
    Marx erliegt dem optischen Eindruck und hält das Kapital in völliger Übereinstimmung mit der klassischen Nationalökonomie für eine Sache. Wer diese Sache zufällig besitzt, der vermag, nach Marx, andere auszubeuten. Für ihn ist der Unternehmer, weil er die Produktionsmittel in der Regel besitzt, kurzerhand der Ausbeuter.
    Dieser Ansicht von Marx ist entgegenzuhalten: Nicht weil die Fabrik, das Mietwohnhaus, der Verkehrsbetrieb sich in privaten Händen befindet, vermag der Eigentümer einen Zins zu erzielen, sondern weil es zu wenig von diesen Sachgütern gibt, weil sie knapp sind. Die Knappheit bedingt also den Zins. Und diese Knappheit wird durch die Form des heutigen Geldes verewigt, das bei gesunkenem Sachzins die Investition verweigert; das sie verweigern kann, weil es streikfähig ist. Das Privateigentum an den Produktionsmitteln allein genügt keineswegs, um einen Zins zu erzielen.”

    Otto Valentin (Die Lösung der Sozialen Frage, 1952)

    Mehr braucht es nicht, um den ganzen marxistischen Unsinn und damit auch die so genannte “kritische Theorie” ad absurdum zu führen.

    Nur mit einem hatte Karl Marx recht, auch wenn er als Ökonom keine Leuchte war: Die Religion ist das „Opium des Volkes“. Doch der „Unglaube“ ist wirkungslos. Wer sich von dieser schlimmsten aller Drogen befreien will, muss den Erkenntnisprozess der „Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion“ durchlaufen!

    Willkommen im 21. Jahrhundert: Jüngstes Gericht

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