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Peter Decker: Eine falsche Kritik am Geld des Staates aus der Welt der Kryptographie

Von • Nov 27th, 2021 • Kategorie: Allgemein

Peter Decker: Eine falsche Kritik am Geld des Staates aus der Welt der Kryptographie

 

Der Bitcoin und seine Karriere (Teil 1)

https://www.heise.de/tp/features/Eine-falsche-Kritik-am-Geld-des-Staates-aus-der-Welt-der-Kryptographie-6277505.html?seite=all

Im Frühjahr 2021 wird von der Kryptowährung Bitcoin vermeldet, dass sie „die magische Grenze von 50.000 US-Dollar“ pro Stück überschritten hat, zur selben Zeit macht in den Feuilletons die Nachricht die Runde, dass eine einzige und einmalige Kompilation von 5.000 drittklassigen digitalisierten Bildern für sensationelle 69.000.000 US-Dollar ihren Besitzer wechselt.

In beiden Fällen gibt sich der ressortspezifische bürgerliche Sachverstand von den Summen sehr beeindruckt, die das exklusive Verfügungsrecht über einen Haufen Daten erbringt, sieht sich aber in seinen Routinen schon vor gewisse Probleme gestellt, sich auf den Gang der Dinge seinen verständigen Reim zu machen: Die berichteten Phänomene aus dem Wirtschafts- und Kulturleben wollen nicht so recht in die Schubladen hineinpassen, in die sie ihrem Namen nach hineingehören.

Denn was soll man anfangen mit einer Währung, die derart „kurzfristigen und extremen Schwankungen unterliegt“, wie „will man mit der (Währung) einkaufen?“, fragt sich und sein lesendes Publikum der Fachmann für Ökonomie in der SZ.

Sein Kollege aus der Abteilung Kultur von der FAZ räsoniert gleichfalls etwas ratlos darüber, wo eigentlich die Kunst geblieben ist, wenn auf dem Markt für selbige ein sog. Token, „nichts weiter als ein verschlüsselter Datensatz von Dutzendware“, Preise erzielt wie sonst nur ein echter van Gogh.

Auftakt dazu, ein paar Überlegungen darüber zu riskieren, was es mit Märkten für Geld und Kunst und ihren Handelsartikeln auf sich haben mag, die derartige Rätsel aufwerfen, sind diese Fragen für die Experten allerdings nicht.

Der Ausgangspunkt: Institutionalisierter Vertrauensmissbrauch im Geldverkehr und im Internet

 

– Die Diagnose

– Die Therapie

 

Teil 2: Eine selbstgemachte Fiktion von Geld als Geldersatz

https://www.heise.de/tp/features/Eine-selbstgemachte-Fiktion-von-Geld-als-Geldersatz-6277628.html?seite=all

 

[Peter Decker ist Redakteur der politischen Vierteljahreszeitschrift GegenStandpunkt, in deren aktueller Ausgabe dieser Artikel ebenfalls erschienen ist.]

 

 

2 Responses »

  1. Peter Decker: Was ist der Bitcoin wert? Die Wertschätzung einer Geldfiktion in der realen Finanzwelt
    Der Bitcoin und seine Karriere (Teil 3 und Schluss)

    Heiße Frage als Intermezzo: Was ist ein Bitcoin eigentlich wert – wenn überhaupt etwas – und wann und warum?

    Krone der Schöpfung aus dem Netz: Die Wertschätzung der Geldfiktion in der realen Finanzwelt

    Der im Kapitalismus entscheidende Test

    Metastasen in der Realwirtschaft

    Fazit

    Am Ende des glorreichen Unterfangens, der kapitalistischen Geldwirtschaft über die Konstruktion eines digitalen Ersatzgeldes zum besseren Funktionieren im Interesse der im Tauschverkehr Involvierten zu verhelfen, stellt sich ein für den Urheber dieses Bemühens – sachlich betrachtet – ziemlich niederschmetterndes Resultat heraus: In ihrer irren inneren Logik funktioniert die existierende Geldwirtschaft derart perfekt, dass sie auch noch Geld, das keines ist, problemlos in die eingerichteten Geldkreisläufe einzuspeisen vermag.

    Deren wirkliche Funktion besteht eben nicht im Funktionieren des Geldes als nützlicher Vermittler zwischen Tauschwilligen, sondern darin, dass über dieses Vermitteln eine Produktionsweise in Gang gehalten wird, deren Zweck es ist, dass aus Geld mehr Geld wird.

    Der Wert, der Nakamotos Artefakt von den maßgeblichen Agenten des realen Geldverkehrs zugesprochen wird und den es deswegen dann auch hat, beruht darauf, dass in dem Prozess einer Vermehrung des Geldes aus sich heraus, auf den sie sich verstehen und der in dem Geld stattfindet, das es gibt, eben auch Irgendetwas – wir erinnern uns: „langweilig grau … nicht nützlich für irgendetwas Praktisches“ – als Durchgangspartikel Verwendung finden kann: In dieser realen Welt ist der größte Mist Wert, wenn er nur der exklusiven Verfügung eines privaten Eigentümers unterliegt, für den als Vehikel zur Vermehrung von Wert taugt und als solches seine Wertschätzung erfährt.

    So funktioniert Nakamotos im Virtuellen real existierende Ableitung des Geldes aus der Fiktion einer wertbeständigen Eigentumsübertragung ohne übertragenes Eigentum am Ende doch, nämlich kapitalistisch: als Anhängsel an dem spekulativen, gegen seine Grundlage aufs Äußerste verselbständigten Überbau der Produktionsweise, die dem wirklichen Geld, nämlich seiner Vermehrung dient – und die einem bürgerlichen Geist, dem ein unveränderbarer Dateneintrag als Eigentum genug ist, weil er in ihm den Triumph seiner gegen Staat und Banken erkämpften Freiheit & Privatheit feiert, schon längst aus dem Blick entschwunden ist.

    Peter Decker ist Redakteur der politischen Vierteljahreszeitschrift GegenStandpunkt, in deren aktueller Ausgabe dieser Artikel ebenfalls erschienen ist.

    https://www.heise.de/tp/features/Was-ist-der-Bitcoin-wert-Die-Wertschaetzung-einer-Geldfiktion-in-der-realen-Finanzwelt-6277634.html?seite=all

  2. Auf der Website der „Gruppen gegen Kapital und Nation“ gibt es noch einen älteren Artikel zum Thema

    https://gegen-kapital-und-nation.org/bitcoin-endlich-ein-faires-geld/

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