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[online] 04.05.2011 | Regensburg | Lehren aus der Nuklearkatastrophe in Fukushima

Von • Mai 4th, 2011 • Kategorie: Veranstaltungen

Zeit: Mittwoch, 4. Mai 2011, 19.30 Uhr
Ort: Gaststätte Gravenreuther, Hinter der Grieb 10, Regensburg
Veranstalter: GegenStandpunkt Verlag

Der Super-GAU in Japan
Was man aus der Nuklearkatastrophe in Fukushima wirklich lernen könnte

Referent: Rolf Röhrig, GegenStandpunkt

„Fukushima hat bewiesen, wie tödlich die Gefahr ist, die von Atomkraftwerken ausgeht!“ Das ist die Lehre von Kritikern, die sie vor allem den verantwortlichen Politikern ans Herz legen, damit diese endlich die AKW abschalten. Für diesen Nachweis soll es die Havarie in Fukushima gebraucht haben? Nach Harrisburg und Tschernobyl soll in politischen Kreisen Ahnungslosigkeit über das nukleare Gefahrenpotenzial herrschen? Seit über vierzig Jahren verhallt die Warnung vor dem atomaren Risiko ergebnislos, weil Staaten die Gefahr kennen, die sie in Gang setzen. Sie kalkulieren ja damit, wenn sie sie zu einem „Restrisiko“ erklären, das der Bürger tragen muss. Und ein Risiko bleibt auch dann real, wenn man es mit dem Euphemismus „Rest-“ kleinredet.

Statt verfehlter Warnungen sind nach Fukushima ein paar ehrliche Antworten auf die folgenden Fragen fällig:

– Was ist von einer Technik zu halten, bei der ein Störfall nicht das Ende der Leistung, sondern den Einstieg in die Katastrophe bedeutet?
– Worin besteht die „Vernunft“ einer Wirtschaft, die für ihr fortwährendes Wachstum einen steigenden Energiebedarf durch Kernspaltung deckt, die schon im störungsfreien Normalbetrieb die Bevölkerung verstrahlt und im Extremfall in großem Stil über Leichen geht?
– Welche Ziele sind einem Staat das zivile nukleare Risiko wert, das wie jetzt in Japan große Teile seiner „Humanressource“ und seines Geländes, also seine eigene Machtbasis, auf Jahrzehnte so unbrauchbar macht, wie es sonst nur Kriege vermögen?
– Wie ist Merkels „Zäsur nach Fukushima“ zu beurteilen, wenn sie aus der „Erfahrung der Unbeherrschbarkeit“ der Atomtechnik den Schluss auf die Abschaltung des Unbeherrschbaren verweigert und stattdessen eine Sortierung nach vermeintlich sicheren und unsicheren Reaktoren in Auftrag gibt?
– Was ist vom deutschen Umstieg auf alternative Energiequellen zu halten, wenn er mindestens das leisten muss, was bislang Kernreaktoren für die nationale Energiepolitik erbracht haben und der ausdrücklich die „Brückentechnologie Kernkraft“ wegen Milliardeneinnahmen für seine Anschubfinanzierung auf weitere ein oder zwei Jahrzehnte nutzen soll?

Ohne der famosen Ethikkommission vorgreifen zu wollen, soviel steht fest bei all dem „Umdenken“: Wenn eine vermutlich verringerte Reaktorzahl über eine womöglich stärker begrenzte Restlaufzeit von zehn oder fünfzehn Jahren weiterstrahlt, ist das im Entsetzen über Fukushima als „unvertretbar“ erkannte Risiko sicher wieder voll vertretbar.

Update:

Diese Veranstaltung wurde aufgezeichnet udn kann bei ArguDiss heruntergeladen werden.

https://www.argudiss.de/super-gau-japan-was-man-aus-nuklearkatastrophe-fukushima-wirklich-lernen-koennte

Gliederung:

1. Teil: Wozu wird hierzulande Strom produziert? Warum sind AKWs dafür so wichtig?
2. Teil: Die Besonderheit der Maschine AKW.
3. Teil: Reaktorsicherheit, Rentabilität und Restrisiko – staatliche Kalkulationen damit.
4. Teil: Das Umdenken der Staaten.

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