IVA: Den Kapitalstandort entwaffnen?
Von webmaster • Sep. 7th, 2026 • Kategorie: AllgemeinIVA: Den Kapitalstandort entwaffnen?
Vom 1. bis 6. September 2026 fand in Köln wieder das – gut besuchte, von den Sicherheitsbehörden scharf bewachte und am Schluss erneut zusammengeprügelte – Protestcamp „Rheinmetall entwaffnen“ statt. Hier ein erster Rückblick von IVA.
Camp 2026: Von der Polizei zunächst erlaubt…
Und seid ihr nicht (kriegs-)willig, so brauch‘ ich Gewalt
Krieg dem Krieg
Gegen nationalen Konsens und „Burgfrieden„
(…) Erstens: Es ist eine Aufkündigung, zumindest Infragestellung des nationalen Konsenses notwendig, wobei man über die bloße Thematisierung der Alternative Krieg oder Frieden hinausgehen muss.
Zweitens: Es ist eine Frontstellung gegen den gängigen Nationalismus notwendig, die sich eben nicht darin erschöpft, für eine gemäßigte patriotisch Variante oder einen weltoffenen Kosmopolitismus zu votieren. Vielmehr muss man die Wahrheit der Volksgemeinschaft beim Namen nennen: dass es sich um eine Klassengesellschaft handelt.
Beide Punkte fanden auf dem Camp Berücksichtigung. „Organisieren wir den antimilitaristischen, gewerkschaftlichen Widerstand – Sagt Nein!“ So lautete ein Workshop, der von der Initiative Sagt NEIN! angeboten wurde und der im Kontext der Bemühungen stand, eine Koordinierung der gewerkschaftlichen Opposition auf den Weg zu bringen (siehe die Infos zur Vernetzung des Widerstands bei IVA). (…)
Mit solchen Positionsbestimmungen, über die im Kölner Workshop diskutiert wurde, ist natürlich klargestellt, dass die Beschränkung auf den rein ökonomischen Kampf einer modernen Gewerkschaft, wie sie der DGB exemplarisch darstellt, in Frage steht.
Genauer gesagt: Das Argument „Hauptsache Arbeitsplätze“ kann dann nicht die Leitschnur abgeben für eine Interessenvertretung der Menschen, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben und die Tag für Tag erfahren, dass die ordnungsstiftende Macht über die einschlägigen Verkaufs- und Verwendungbedingungen noch ganz andere Härten in petto hat als die Perpetuierung des normalen Elends. Härten übrigens, die die DGB-Führung, die ja nicht unpolitisch ist, bei ihrem diesjährigen Sozialprotest in sehr maßvoller Weise mit gewissen Bedenken begleitet – um es einmal diplomatisch auszudrücken. (…)
Eine gutbesuchte, zentrale Veranstaltung fand zum Thema Kriegspropaganda statt. Unter der Überschrift „Mobilmachung in den Medien – Krieg um die Köpfe“ referierte Renate Dillmann, die in der Initiative Sagt Nein! mitwirkt. Sie griff dabei auch die Thesen aus ihrem Buch „Medien. Macht. Meinung“ auf. (Der Vortrag soll bei 99zu1 gesendet werden, daher hier nur einige Bemerkungen zum Ablauf der Veranstaltung.)
Die aktuelle deutsche Kriegspropaganda (mit den Feindbildern Russland und China) wurde unter der Fragestellung verhandelt, „wie die nationalen Medien für den Krieg mobilisieren – und warum sie dabei Gehör finden“.
https://www.i-v-a.net/doku.php?id=texts26#den_kapitalstandort_entwaffnen
