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Kein Kommentar: Freiheit und Gleichheit? Große Errungenschaften, aber für wen?

Von • Mai 8th, 2026 • Kategorie: GSP-Radio

Kein Kommentar: Freiheit und Gleichheit? Große Errungenschaften, aber für wen?

Veranstaltungsankündigung zum Thema:

Arbeit und Reichtum im Kapitalismus

Montag 11. Mai 19:00 in Graz
RESOWI-Zentrum, Hörsaal 15.11
Universitätsstraße 15

Dienstag 12. Mai 19:00 in Wien
Werkl im Goethehof
Schüttaustraße 1, 1220 Wien

Dass man mit Arbeit keinen Reichtum anhäufen kann, gehört zum marktwirtschaftlichen Erfahrungsschatz. Zumindest nicht mit der eigenen Arbeit eigenen Reichtum. Mit anderer Leute Arbeit reich zu werden, ist in der Marktwirtschaft allerdings ganz normal: Automobilunternehmen, Lieferdienste, Smartphone-Kapitale häufen gigantische Umsätze und Gewinne an, mit der Arbeit von Dienstkräften, die man in gewisser Verdrehung der Tatsachen „Arbeitnehmer“ nennt, obwohl die doch ihre Arbeit, Lebenszeit und Lebenskraft bei der Erstellung der Dinge und Dienstleistungen hergeben. Im Interesse derjenigen, die seltsamerweise „Arbeitgeber“ genannt werden.

Das sorgt laut Marx für eine „ungeheure Warensammlung“. Für die lässt sich die Marktwirtschaft gerne feiern, und sie hat es nötig. Denn die von ihren Fans über den grünen Klee gelobte Wirtschaftsweise bringt es nicht nur zu Reichtümern, sondern zu allerlei Phänomenen, die gern als „Schattenseiten“ verharmlost, als „Probleme“ umgedeutet und überhaupt als „Missstände“ vom ökonomischen System getrennt werden. So wird immerhin der Kapitalismus vor der Armut, die er durch seinen Reichtum produziert, in Schutz genommen. Klarstellungen dazu auf der Veranstaltung.

https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/buecher/arbeit-reichtum

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Freiheit und Gleichheit? Große Errungenschaften, aber für wen?

[Die Linke ist tot, es lebe die Linke! (Platypus) – Die Linke ist albern! (Marx)]

Erinnerung an eine klassische Absage an diesbezügliche Ideale: (…)

Die gute Nachricht lautet damit: „Freiheit und Gleichheit“ existieren bereits, im „Geldsystem“, sie sind schon verwirklicht, diesbezügliche Anstrengungen und Hoffnungen sind deplatziert: Die Freien und Gleichen interagieren heftig, und vollbringen dadurch den Gemeinnutzen.

Die schlechte Nachricht lautet, diese edlen Prinzipien sind von zweifelhaftem Nutzen, zumindest für den größten Teil der Betroffenen. Die Teilnehmer der kapitalistischen Erwerbsgesellschaft sind allesamt frei und gleich darin nämlich, sich nur um sich selbst kümmern zu müssen, nur ihren individuellen Bedürfnissen folgen zu dürfen – die alle am Gelderwerb hängen, weswegen sich das Verhältnis von Gelderwerb als das Mittel für allfällige Bedürfnisse überwiegend umdreht, und der Gelderwerb zur primären Notwendigkeit, zum dominierenden Bedürfnis wird.

Immerhin: Keiner darf gegen seinen Willen in den Dienst an fremden Interessen gezwungen werden, niemand muss das Seine, sein Eigentum, gezwungenermaßen hergeben. Darin, in dieser ihrer gesetzlich geschützten Position, sind sie alle gleich. (Vom Steuerzahlen und Kriegsdienst wird hier noch abgesehen, die Obrigkeit genehmigt sich natürlich die genannten Zugriffe.)

Die Verwirklichung von Freiheit und Gleichheit gestaltet sich als „Ungleichheit und Unfreiheit“, indem alle sich als Eigentümer betätigen müssen, gleichgültig bzw. rücksichtslos dagegen, ob sie über ein solches verfügen oder nicht, und sich gegebenenfalls selber zu Markt tragen müssen. Die Gleichheit sollizitert den Klassengegensatz, die Abhängigkeit der Eigentumslosen, die für ihr kleines und klein bleibendes Eigentum arbeiten müssen, und dafür auf die besitzende Klasse angewiesen sind, die durch die gekaufte fremde Arbeitskraft ihr Eigentum vermehrt. 

Darum lautet bei Marx die Fortsetzung der zitierten Polemik aus dem „Kapital“ – den Weg in die „Ungleichheit und Unfreiheit“ – so:

„Der ehemalige Geldbesitzer schreitet voran als Kapitalist, der Arbeitskraftbesitzer folgt ihm nach als sein Arbeiter; der eine bedeutungsvoll schmunzelnd und geschäftseifrig, der andere scheu, widerstrebsam, wie jemand, der seine eigne Haut zu Markt getragen und nun nichts andres zu erwarten hat als die – Gerberei.“ (MEW 23, S. 191)

Schon die Erfinder von Freiheit und Gleichheit: „Soziale Unterschiede“ sind ok!

(Siehe auch: „Freiheit und Gleichheit: Der Schutz von Person und Eigentum“
https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/konkurrenz-kapitalisten-i#section15)

(Siehe auch: „Die Legitimation staatlicher Gewalt durch das Menschenrecht“
https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/menschenrecht#section2)

„Gleiches“ gleich und „Ungleiches“ ungleich – was denn nun?

Das erwähnte Gleichheitsprinzip gilt schon längere Zeit nicht nur für die staatliche, sondern auch für die privatautonome Menschenbehandlung, vor allem in der Wirtschaft: (…)

Und nun zu etwas ganz anderem!

Ein sachlich notwendiger Einschub: In dem Sinn würde ich gern dem häufig gedankenlosen Gleichheitsgedöns eine kleine Aufgabe übertragen:

Wer unbedingt und gewohnheitsmäßig weiterhin nach Gleichheit seufzen bzw. deren Abwesenheit beklagen möchte, möge doch erst mal erklären, wer denn warum und inwiefern bzw. worin „gleich“ sein soll; bzw. wer auf welcher Basis von wem „gleich“ behandelt werden möchte. 

Außerdem wäre schon zu überlegen, warum aus der jeweiligen, als eigentlich angelegt vorgestellten, als versprochenen, eigentlich sein-sollenden Gleichheit bis dato nichts geworden ist!

https://cba.media/775720

One Response »

  1. 11.05.2026 | 99 ZU EINS | Freiheit, Gleichheit, Ungleichheit – Kein Kommentar – Ep. 1

    https://www.youtube.com/watch?v=9-Ql75Fanls

    und

    Freiheit und Gleichheit? Große Errungenschaften, aber für wen?
    Das Geldsystem ist das System der Gleichheit und Freiheit

    https://keinkommentar.substack.com/p/freiheit-und-gleichheit-groe-errungenschaften

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