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Kritik an Ideologien, Aufklärung über populäre Irrtümer, Kommentare zum Zeitgeschehen

Michael Kuhn: Irankrieg – Eine etwas andere Zwischenbilanz

Von • Apr. 15th, 2026 • Kategorie: Allgemein

Vorab:

1. Die Gewinner/Verlierer Logik macht sich die Sicht der Staaten und ihre Kriegsziele zu eigen, das sollte man lassen, nicht zuletzt schon deswegen, weil Staaten ihre Kriegsziele ideologisch konstruieren, dies sowohl für das nationale Publikum wie für die internationale Staatenwelt. Das z.B. der Krieg der USA als Krieg der Befreiung der Iraner und der gesamten Welt als Befreiung von „Mullahregime“ vorgestellt wird, ist eben dieses ideologisch konstruierte weltpolitische Bild, das die USA von einem Staat haben, der aus der Sicht make America great again diesen Staat als exemplarischen Störenfrieds eines wiederherzustellenden (…great again) Weltmachtmonopols der USA ausgemacht hat und die Realisierung der aus diesen Weltbildern konstruierten Kriegsziele sollte man sich in der Beurteilung über so einen Krieg nicht zu eigen machen. Mal ganz davon abgesehen, dass man sich nicht wie ein besserer Kriegsstratege in die Frage einmischen sollte, ob und wie eine Staat seine Kriegeziele formuliert und dann auch noch realisiert. 

2. Aus Sicht der Bürger sollte man diese Sicht der Beurteilung sich auch deswegen nicht zu eigen machen, weil sie mit der Debatte über die erreichten Kriegsziele Krieg akzeptiert. Wie sehr die Beurteilung eines Krieges aus der Sicht von Kriegszielen, nicht nur Krieg als Mittel von staatlicher Politik teilt, sondern sich Kriegsziele zu eigen macht oder sich seine sonstigen politischen Ziele in die Kriegsziele anderer Staaten hineinwünscht, kann man an den Kommentaren der Europäer studieren: nicht nur kann man mit dem von den Europäern gewünschten wichtigsten Kriegsziel, der Beseitigung des auch ihnen nicht gehorsamen „Mullahregime“, also – nicht vergessen – die damit  zum Ausdruck gebrachten Sympathien für Krieg mit seinen auch damit schon wieder kriegstüchtig gemachten  Untertanen teilen, Staaten machen damit auch ihre eigene Kriegsziele der Staatenwelt bekannt, schmieden Allianzen und weisen andere zurück; und mit der goutierten Idee, der Krieg ginge darum das „Mullahregime“ abzuräumen, kann man auch noch dem Weltmachtkonkurrenten USA reinreiben, wie sehr er an dem diesem Krieg unterstellten Kriegsziel scheitert, die EU also die bessere Weltordnungsmacht wäre.

3. Wie ziemlich ähnlich wie im Fall Kuba und Vietnam die kritische Linke Anti-kolonialismus mit Anti-kapitalismus verwechselt (hat), ist eine andere Frage. Offenkundig gilt diese Verwechselung aber heute sehr aktuell für die Exiliraner, die es fertigkriegen den geopolitischen Aufräum-Krieg der USA gegen ihre Weltmachtkonkurrenten als Hebel für ihre wie auch immer begründete Opposition gegen das politische System des Iran zu betrachten. Krieg als Mittel für diese Opposition macht aber nur Sinn, wenn das Ziel dieser Opposition ist, dadurch ein staatliches politisches System im Iran zu etablieren, das man nur mit Krieg etablieren kann: einen kapitalistischen Staat. Antikapitalismus mit Krieg, das passt nicht. Und weil das so ist, gelten auch die dafür inkauf genommenen Opfer ganz wie bei dem Projekt eines Palästinenser Staates als der ganz normale Preis, den eine solches Staatsgründungsprojekt nun mal kostet. Stimmt, das kostet das und das desavouiert sich damit als anti-kapitalistisches Projekt.

4. Statt solcher Betrachtungen durch die Brille der Staaten und ihrer Kriegsprojekte oder durch die Brille von Staatsgründungsphantasien,  sollte man sich mal besser überlegen, wie der Krieg im Iran  weltweit Politik, national und international, mit den Eigenarten dieses Krieges als Mittel von Politik und dem damit erreichten politischen Verhältnis zwischen den beteiligten und unbeteiligten Staaten mit diesem Krieg die Weltpolitik schon ein bisschen neu definiert.

Zur Zwischenbilanz 

A) Generell

B) Im einzelnen

1) USA

2) China

3) Russland und Ukraine-Krieg

4) Europa und NATO

5) Iran und naher/mittlerer Osten 

6) Israel 

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