Suitbert Cechura: Sozialstaat unbezahlbar? Oder Kapitalismus zu teuer?
Von webmaster • Sep. 15th, 2025 • Kategorie: AllgemeinSuitbert Cechura: Sozialstaat unbezahlbar? Oder Kapitalismus zu teuer?
Die Massenarmut in Deutschland geht den Betreuern des Kapitalstandorts echt auf die Nerven. Die Leitmedien können das nachvollziehen.
Nachdem der Kanzler auf einer Parteiveranstaltung verkündet hatte „Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar“ (zit. nach Bastian Brinkmann: Ist der Sozialstaat wirklich nicht mehr finanzierbar? SZ, 27.8.25), griffen die Medien das Thema begierig auf. Hier zeigte der Kanzler endlich Tatkraft, zumindest Entschlossenheit, die großen Herausforderungen für den deutschen Kapitalstandort anzugehen – und das ist doch immer eine Meldung wert!
Nun leisten die meisten Bürger zwar nicht weniger als bisher, gehen ganz normal ihren tarifvertraglich geregelten oder prekär gestalteten Jobs nach, doch offenbar haben sich die politischen Prioritäten verschoben. Obwohl es ins Auge springt, dass vieles und zur Zeit gerade Außerordentliches finanzierbar ist – so der Krieg in der Ukraine, wo die deutsche Regierung gerade Milliardensummen an Unterstützung zusagte, oder die in unbegrenzter Höhe bewilligte Aufrüstung –, gelten die staatlichen Finanzierungsprobleme linientreuen Journalisten als unbestreitbar wichtig. Hier können sie ihren Geist dran wetzen und den Politikern genau auf die Finger schauen.
Der Lebensunterhalt – eine einzige soziale Kost
Die Sorge um das Wirtschaftswachstum
Identifizierung von Schmarotzern
Worauf der ökonomische Sachverstand abzielt, wird deutlich, wenn der Kanzler Rückendeckung für seine angekündigten Reformen erhält: Diejenigen müssen weiter bluten, die auf Hilfen angewiesen sind, damit die Produktion von Reichtum wieder steigt – nämlich bei denen, die bereits über Reichtum verfügen und ihn zwecks seiner Vermehrung geschickt investieren. Da kann es dem Autor der SZ nicht radikal genug zugehen.
Es ist nur die Frage, wie lange diejenigen, die den Reichtum der Gesellschaft produzieren, die anfallenden Kosten bei ihrem Lebensunterhalt für das Wachstums des Kapitals weiter tragen wollen.
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