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Kritik an Ideologien, Aufklärung über populäre Irrtümer, Kommentare zum Zeitgeschehen

Kein Kommentar: Über Feind- und Freundbilder

Von • Sep. 5th, 2025 • Kategorie: GSP-Radio

Kein Kommentar: Über Feind- und Freundbilder

https://cba.media/730646

Einstieg ist ein Mosaiksteinchen im aktuellen Feindbild – es geht um nicht weniger als organisiertes

Kidnapping!

Most wanted wg. Kidnapping: Wladimir Wladimirowitsch Putin

Bundeskanzler Merz zu „Stärke“

Das waren noch Zeiten, damals unter Gorbatschow und Jelzin – ein wahrer „shining moment“ –, aber dann kam Putin mit der aus damaliger US-Sicht abwegigen Idee, ein funktionierendes Gewaltmonopol einer starken Regierung erhalten bzw. wieder errichten zu wollen. Und wozu das alles? To make Russia great again! Unglaublich …

https://cba.media/556743

Nun, die Frage ist, kurz gefasst, gehört die Ukraine nun zum europäischen oder zum russischen Imperium, wessen „Hinterhof“ ist die Ukraine – und vor allem, wer ist das politische Subjekt, wer ist die Ordnungsmacht, die über die Existenz von Staaten und deren Grenzen entscheidet!

https://cba.media/547056

Ist Völkermord schwer zu beweisen? Nur juristisch, praktisch gar nicht …

Wird Palästina also demnächst „palästinenserrein“?!

Letzte Bemerkung, nämlich zum spannenden Vorwurf, gerade als Österreicher oder Deutscher müsse man – wg. dunklem Geschichtskapitel – überaus vorsichtig mit Vorwürfen gegenüber Israel hantieren.

Nun, der Vorschlag entbehrt nicht einer gewissen Hinterfotzigkeit, er impliziert immerhin, Franzosen oder Engländer müssten sich nicht eine vergleichbare Selbstzensur auferlegen; und obendrein drückt sich der Hinweis – warum wohl? – dezidiert um die inhaltliche Auseinandersetzung.

Aber wie dem auch sei: Weil „WIR“ – wenn man sich schon unbedingt mit dem damaligen deutsch-österreichischen Volk und den angeblichen heutigen Lehren daraus identifizieren will, was auch nicht sein muss – aber sei es drum, weil „wir“ damals die erreichbaren Juden umgebracht haben, müssen „wir“ dafür sein, dass nun die Palästinenser bluten? Wiedergutmachung auf Kosten unbeteiligter Dritter? Die Wiedergutmachung für den damaligen Völkermord besteht in der praktischen und moralischen Unterstützung des aktuellen Völkermordes? Das verstehe, wer will. Das „verstehen“ also nur hartgesottene gegenwärtige deutsch-österreichische Nationalisten …

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Vortrag und Diskussion: Migration und Migrationspolitik
Dienstag, 9.9.2025, 19:00 Uhr
Amerlinghaus, Galerie
Stiftgasse 8, 1070 Wien

Migra­ti­on ist ein politisches Dauerthema. Gerne in Form der Fra­ge nach ‘unser aller Sicher­heit’, wofür bei Bedarf der Anlass gefunden wird. Von der Drogenkriminalität bis zum Familiendrama schließen Poli­ti­ker quer durch das demo­kra­ti­sche Spek­trum den Migra­ti­ons­hin­ter­grund ausgewählter passender Täter mit der Tat in einer dreist-absur­den Wei­se zusammen, die offen­bar ins geis­tig-mora­li­sche Reper­toire ihres Berufs­stan­des gehört.

Migra­ti­on gilt gene­rell als Gefahr für ein Ding namens ‘unse­re Kul­tur und Iden­ti­tät’. Da muss die Poli­tik dagegenhalten; dar­über besteht Einig­keit. Gleich­zei­tig wird eben­falls ziem­lich ein­hel­lig beteu­ert, dass Migra­ti­on – eine nütz­li­che – selbst­ver­ständ­lich sein muss: ‘für unse­ren Stand­ort’, ‘unse­ren Wohl­stand’, auch für die ‘Zukunft’ und so Zeug.

Diese Beteue­run­gen unter­stel­len ers­tens bei denen, an die sie sich rich­ten, den Glau­ben, letzt­lich wäre es ein gro­ßes Pri­vi­leg, die­ses Land als ‘Hei­mat’ bewoh­nen zu dür­fen, die man sich dar­um eigent­lich nicht mit Frem­den zu tei­len braucht; um sie zwei­tens mit Ver­wei­sen auf den Nut­zen, den ‘Wir’ als Österreicher von den Leis­tun­gen der Migranten haben, mit der dau­er­haf­ten Anwe­sen­heit von Frem­den zu versöhnen.

Weder beim Stolz auf das ‘Wir’, das eigentlich keine Fremden verträgt, noch bei der verordneten Toleranz gegenüber fremden Nützlingen für ‘Uns’ darf es die lieben Österreicher irritieren, dass ‘ihre Heimat’ für sie überwiegend exakt die öden Rollen vorsieht, in denen sie dann eventuell auch ihren 30 % Zeitgenossen mit Migrationshintergrund begegnen: auf dem Arbeitsmarkt, dem Wohnungsmarkt, in den Wartelisten bei Ämtern und bei Kassenärzten …

Enga­gier­te, volks­freund­li­che Poli­ti­ker, die auch für die regel­mä­ßig in Hass umschla­gen­de Xeno­pho­bie ihres Vol­kes ein offe­nes Ohr haben, kümmern sich eben um bei­des: Um die Migra­ti­on und die Leben­dig­keit eines patrio­ti­schen Herr-im-Haus-Stand­punkts, der mit Migra­ti­on immer so schlecht zurecht­kommt. Für bei­des haben sie ihre Grün­de.

https://gegenpositionen.at/aktuell/migration

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