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[online] Bremen | 26.10.2017 | Das ‚bedingungslose Grundeinkommen‘ – ein Rezept gegen unzeitgemäße Armut?

Von • Okt 29th, 2017 • Kategorie: Veranstaltungen
26. Oktober 2017
19:00

Zeit: Donnerstag | 26. Oktober 2017 | 19:00 Uhr

Ort: Bürgerhaus Weserterrassen | Osterdeich 70b | Bremen

Veranstalter: Argumente & Diskussion Bremen

 

Ein Rezept gegen unzeitgemäße Armut?

Das ‚bedingungslose Grundeinkommen‘ und sein unheimlicher Freundeskreis beweisen: Der Kapitalismus ist einfach unverbesserlich!

Referent: Ein Redakteur der Zeitschrift GegenStandpunkt

 

Linke Vertreter der Idee meinen, dass die Armut, die in unserer Marktwirtschaft Marke BRD heimisch ist, angesichts beeindruckender Warenberge und Produktivkräfte eigentlich überflüssig und die Möglichkeit ihrer glücklichen Überwindung deswegen mit Händen zu greifen ist: Mit der passenden Dosis Umfairteilung wollen sie dem Kapitalismus die Bedrohung durch Armut abhandeln, die so vielen seiner Insassen zu schaffen macht.

Solche wohlmeinenden Ideen fangen sich seit jeher von den ideellen wie den wirklichen Sachwaltern der ‚herrschenden Zustände‘ mit dem Verweis auf eben diese ‚herrschenden Zustände‘, die ‚nun mal‘ so sind, wie sie sind, ihren antikritischen Konter ein: Sie beißen sich an der unumstößlichen marktwirtschaftlichen Realität einfach die Zähne aus und ihre Vertreter blamieren sich als realitätsferne Träumer – was ganz selbstverständlich für die ‚Realität‘ und gegen die Verbesserungsideen sprechen soll.

Doch mittlerweile hat das bedingungslose Grundeinkommen neue, mächtige Freunde gewonnen: In Davos und anderswo wird der Vorschlag von Industriekapitänen und Konzernvorständen selbstbewusst aufgegriffen und als Antwort auf die ‚Probleme‘ ihrer schönen neuen ‚Arbeitswelt 4.0‘ ins Spiel gebracht – die sie in den goldenen Zeiten digitalisierter Weltmarktkonkurrenz mittels Massenentlassungen und Niedriglöhnen auch weiterhin tüchtig herzustellen gedenken. Und auch die Politik denkt über das Grundeinkommen nach; darüber nämlich, ob es nicht ein zeitgemäßer Ersatz für die ein oder andere kompliziert konstruierte Sozialkasse sein könnte – und kündigt damit an, sich machtvoll um alle Probleme zu kümmern, die ihr aus Armut und Existenznot erwachsen, mit denen sie auch in Zukunft ganz fest rechnet. Ausgerechnet am berechnenden Gequatsche von Unternehmern und Politik über das Grundeinkommen wäre also zu lernen, wie verbissen die Macher des Kapitalismus darauf bestehen, dass Armut und Wachstum untrennbar zusammengehören.

In die Debatte, ob die schöne Idee des bedingungslosen Grundeinkommens durch die unverhoffte Schützenhilfe nun endlich möglich oder in den ‚falschen Händen‘ missbraucht wird, mischt der Vortrag sich nicht ein. Der Vorschlag ist weder zu bescheiden, noch unrealistisch und schon gar nicht menschengerecht – sondern ein einziger, fataler Irrtum über den Charakter von Arbeit und Reichtum in dieser Gesellschaft.

 

https://de.gegenstandpunkt.com/veranstaltungen/bremen-26102017-1900

 

Update:

Neue Vortragsaufzeichnung auf argudiss.de

Das Bedingungslose Grundeinkommen: Ist Armut „einfach unzeitgemäß?“

Datum: 26.10.2017

Ort: Bremen

Link: https://www.argudiss.de/ZUR

 

2 Responses »

  1. erst fünf durchgehört, aber weils so ausschaut, daß -bin ja nich hingefahren 🙄 – wohl auch nicht mehr kommt, worums mir ginge 🙄 , copy-paste:

    wißta….mein junger sachbereiter sagt mir ja nun jedesmal, was er so für einer is 🙄 und erzählt mir also jedesmal, daß er mir „eigentlich“ ja den job, den ich grad hab, tatsächlich „wegnehmen“ müßt, mich eben in ne vollzeitstelle stecken müßt bzw was zum derzeitigen job hinzu finden müßt, daß ich auf vollzeit lande…so solls der gesetzesgeber+-hüter wohl ansagen…aber er, der junge sachbereiter is ja n „vernünftig kalkulierender“ sachbereiter und ein abwägender und so zeuch…und nuja, bei „auf 450-er bestehenden klienten/innen“ muß er da schonmal hart durchgreifen, weil die sich drauf ausruhen, aber wenn ich mich bemühe, mir eben zusätzliche stunden , die die wochenstundenzahl zuverlässig erhöhen an land ziehe -und dies bemühen sähe er denn doch etwas bei mir- dann -solange der gesetzgeber ihn nicht bedrängt, „gemein zu sein“- habe er „geduld“ um einer „nachhaltigkeit“ wegen, also, daß ich den job eben nicht nur „ausbaue“, sondern auch behalte, so ausgebaut und immer weiter -unter seinem druck- ausbauend…
    bge-argumente?…och, s is mir wurscht, wie die das rechtfertigen, mir wärs das hartz ohne gängelei… ich bin nicht drauf aus, meinen „selbstbehalt beim zuverdienst“ elend zu erhöhen und mehr als ne erhöhung is ja eh nich drin, auch bei 10,-/stunde nich 😉 ….(in bedarfsgemeinschaft)

  2. + diese „zu tode oder zumindest in körperliche versehrung“ 🙄 bringenden offenen vollzeitstellen gibts leider zu hauf…

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