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Protokoll des Jour fixe München vom 19.09.2022

Von • Sep 30th, 2022 • Kategorie: Protokolle

Protokoll des Jour fixe vom 19.09.2022:

Zur deutschen Kriegsmoral (GS 2-22 und 3-22) – Teil 2

 

  1. Putins Trolle und Europas Gegenwehr: Die Meinungsfreiheit als Waffe (GS 2-22) https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/meinungsfreiheit-waffe

 

Die Bürger hierzulande wissen über die Öffentlichkeit Russlands bestens Bescheid: Dort handelt es sich um eine riesige Propagandamaschinerie, Meinungsbildung ist Resultat von Repression und Putin führt über die eigenen Grenzen hinweg einen Informationskrieg, der unsere Demokratie bedroht. Was kann man diesen Urteilen entnehmen? (…)

 

  1. Bemerkungen zur Machart freiheitlich-demokratischer Kriegspropaganda (GS 3-22) https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/machart-demokratischer-kriegspropaganda

 

Was ist mit der Einleitung gemeint? Der Artikel fängt damit an: Krieg kommt nicht vor. Wir haben ja schon über Talkshows und deren Art der kontroversen Diskussion geredet, inwiefern ist das Urteil „Angriffskrieg“ die Verabschiedung von der Beschäftigung mit dem Krieg der Sache nach? (…)

 

  1. Die Grünen – Die glaubwürdigsten Repräsentanten deutscher Stellvertreterkriegsmoral (GS 2-22) https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/gruene-glaubwuerdigsten-repraesentanten-deutscher-stellvertreterkriegsmoral

 

Die Grünen in Gestalt ihrer Minister sind besonders glaubwürdige Repräsentanten deutscher Kriegsmoral. Der Artikel spricht von „Stellvertreterkriegsmoral“. Was ist das Besondere daran? (…)

 

Es wäre sehr hilfreich, wenn es Rückmeldungen an den Gegenstandpunkt dazu gäbe, wie man die einzelnen Artikel verstanden hat, Probleme damit, aber auch, was deren Leistung ist.

 

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Beim nächsten Jour fixe am 10. Oktober 2022 ist das Thema der Artikel ‚Wirtschaftskrieg global‘ aus dem GS 3-22.

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/wirtschaftskrieg-wird-global-prinzipiell

https://de.gegenstandpunkt.com/jfp/jf-protokolle

 

https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf220919-Kriegsmoral-2.pdf

One Response »

  1. Protokoll zum   Jour fixe vom 10.10.22:
    Der Wirtschaftskrieg wird global und prinzipiell (GSP 3-22)

    I. Der Westen produziert eine Weltwirtschaftskrise

    — Zu obiger Überschrift gab es in einer Diskussion das Missverständnis, der Westen würde eine Wirtschaftskrise – konkret eine Weltenergiekrise – absichtlich „produzieren“, um Russland zu schädigen. Die Absicht des Westens – den Machtkonkurrenten Russland nachhaltig mit ökonomischen Sanktionen zu beschädigen und damit seiner militärischen Potenz zu berauben – ist bereits im ersten Artikel zum Wirtschaftskrieg (GSP 1-22) besprochen. Dass der Westen damit auch die materielle Reproduktion der eigenen Wirtschaft zur Disposition stellt, heißt aber nicht, er würde die Krise als sein Mittel produzieren. Sondern: er nimmt die Krise in Kauf, um den Gegner Russland zu. schädigen.

    — ‚Der Westen nimmt eine Krise in Kauf‘ stimmt. Aber die im Artikel gemachte Aussage, der Westen produziert eine Wirtschaftskrise, ist nicht der Standpunkt des  Westens, sondern unser Schluss: der Westen ist das Subjekt dessen, was da passiert. Es gab noch eine andere falsche Lesart: weil die USA das Weltgeld haben, können sie sich die Maßnahmen leisten und produzieren deswegen die Krise, während die anderen Staaten Probleme mit ihren Währungen kriegen. Das „Produzieren“ im Artikel meint nicht, dass der Westen eine Wirtschaftskrise produziert im Sinne von: er ruft sie absichtlich hervor, sondern was er als Subjekt der Weltwirtschaft im Rahmen der Sanktionen tut, das führt zu einer Krise.

    Im Artikel ist am Ende des ersten Absatzes sehr klar unterschieden, was der Zweck, was das Mittel und was seine Wirkung ist. Russisches Geschäft als Machtgrundlage des russischen Staates zu zerstören, ist der Zweck. Die Sanktionen sind das Mittel dazu. Damit produzieren sie „ganz nebenbei eine Krisenlage der Weltwirtschaft“. Die ist also die Wirkung von etwas, was sie aus einem ganz anderen Zweck unternehmen.

    — Also ist nicht die Aussage zurückzunehmen, dass der Westen diese Energiekrise und damit die Wirtschaftskrise produziert. Er macht sie aber „ganz nebenbei“, weil sein Zweck ein anderer ist: Er will Russland massiv schaden und dafür schließt er das Land von seiner wichtigsten Einnahmequelle aus.

    Das bisher Gesagte geht an dem Witz dieses Wirtschaftskriegs, über den der Artikel aufklärt, vorbei: dieser Wirtschaftskrieg trifft Russland; dabei bleibt es aber nicht, sondern es stellen sich noch ganz andere Wirkungen ein. Es droht eine umfassende Teuerungswelle, möglicherweise eine Rezession. Diese Wirkungen sind nicht intendiert. Aber Inflation und drohende Rezession sind nicht einfach so Wirkungen, die sich auch noch einstellen und ‚in Kauf genommen werden‘. Sondern – und das wird im Artikel ausgeführt – alles, was sich in Folge der Sanktionen in der Weltwirtschaft an irgendeiner Stelle entwickelt, ist überhaupt keine Selbstverständlichkeit und schon gleich nicht selbsterklärend. Es gibt keinen Automatismus, dass die Energiepreise steigen, es überall  Inflation und dann auch noch eine Rezession gibt, wenn der Westen Sanktionen gegen Russland durchsetzt. Aus dem Beschluss, Russland aus dem Weltenergiemarkt zu verdrängen, folgt nicht einfach per se eine generelle Preiserhöhung von allen Energieträgern weltweit und damit eine generelle Preiserhöhung für alle möglichen Waren. Eine Rezession oder gar eine Weltwirtschaftskrise stellen sich nicht einfach ein,  sondern dafür sorgen schon die einschlägigen potenten Subjekte – die produzieren das alles also. (…). (Forts.):

    https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf221010-Wirschaftskrieg-global.pdf

    https://de.gegenstandpunkt.com/jfp/jf-protokolle

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/wirtschaftskrieg-wird-global-prinzipiell

    https://www.jungewelt.de/artikel/434806.im-wirtschaftskrieg-deutschland-kriegt-die-krise.html

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