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München | 12.12.2019 | Die Frau im Kapitalismus

Von • Nov 23rd, 2019 • Kategorie: Veranstaltungen

Datum: Donnerstag, 12.12.2019, 19:00 Uhr
Ort: Im EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80 RGB, U-Bahn Haltestelle Theresienwiese (U4/U5), Raum: Großer Saal (Erdgeschoss)

Vortrag und Diskussion

Juristisch gleich, moralisch geachtet, schlecht behandelt:

Die Frau im Kapitalismus

Auch nach der längst erreichten rechtlichen Gleichstellung mit dem Mann, auch nachdem Frauen heute die Mehrheit der Abiturienten und dabei die mit den besseren Noten, in vielen Studiengängen die Mehrheit der Studenten stellen, nachdem sie manche vordem als Männerdomänen bekannte Berufsfelder erobert haben, gibt es noch immer genug Diskriminierung und sexuelle Unterdrückung des weiblichen Geschlechts.

Frauen führen den Kampf dagegen, indem sie der Männerwelt den Vorwurf machen, nach wie vor den fälligen Respekt für die Selbstbestimmung und eine selbstbewusste Rolle der Frau zu verweigern, in einem alten Denken und gestrigen Rollenbildern der Geschlechter zu verharren. Mit der Forderung nach Respekt rennen die Protagonisten der Geschlechtergerechtigkeit überall – in Politik, Öffentlichkeit und schon gleich im akademischen Bereich – offene Türen ein.

Sieht man von ganz konservativen Kreisen, die vom traditionellen Familienbild nicht lassen wollen, und von den Kultfiguren des Gangsta-Rap ab, gibt es keine Stimme, die vor den Frauen als vollwertigen, beruflich und überhaupt selbstbestimmten Mitgliedern der Gesellschaft nicht den Hut ziehen würde. Überall gibt es Gleichstellungsbeauftragte, Frauenförderung und Frauenlehrstühle; an Unis und im linken Milieu ist das „Gendern“ verbreitet: Durch die Modifikation von Wörtern und Grammatik besteht man darauf, dass in jedem Satz, in dem von menschlichen Subjekten die Rede ist, der Frau noch einmal eigens gedacht und ihr die Ehre erwiesen wird.

Woran liegt es dann, dass der allgemein bekräftigte gute Wille nicht viel ändert an den sozialen Benachteiligungen, Beleidigungen, An- und Übergriffen, die Frauen erfahren? Woran liegt es, dass die offizielle Moral sich von der praktisch gelebten so trennt? Anders gefragt: Haben die gesellschaftlichen Positionen und Rollen, auf die die Frauen festgelegt sind, nicht doch handfestere Gründe als frauenfeindliche Vorurteile der Männer, Gründe, denen man mit dem Einfordern und Abliefern von Respektbezeugungen überhaupt nicht beikommt?

http://www.gegenargumente.de/

Veranstaltungen

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  1. Zeit: Donnerstag | 20.02.2020 | 19:30 Uhr
    Ort: EineWeltHaus München | Raum: Werkstatt (rechts neben Weltladen) | Schwanthalerstr. 80 RGB (U-Bahn Haltestelle Theresienwiese (U4/U5)
    Veranstalter: AK Gegenargumente

    „David Graeber „Über das Phänomen der Bullshit Jobs“: Noch eine schlechte Kritik an der Unterwerfung der Arbeit unter das Kapital“

    Die Überlegungen des Professors für Anthropologie David Graeber aus den USA über die Arbeitswelt im Kapitalismus des 21. Jahrhunderts machen unter kritischen Menschen die Runde.

    Graeber hat beobachtet,
    – dass trotz des rasanten technischen Fortschritts immer noch genauso viele Menschen genauso viel arbeiten wie vor Jahrzehnten;
    – dass die Ersetzung von produktiven Jobs durch Maschinerie aber gar nicht aufhört, und zugleich die Organisation der verbleibenden Jobs in der Produktion diese immer intensiver macht;
    – dass auf der anderen Seite immer neue Jobs geschaffen werden, die vom Pizza-Ausfahren bis zum Management und Marketing alles Mögliche, aber keine Produktionstätigkeit mehr darstellen.

    Und Graeber interpretiert das so,
    – dass diese neuen Jobs, weil sie „nicht produktiv“ sind, „sinnlos“ („bullshit“ eben) seien;
    – was seiner Meinung nach nur daran liegen kann, dass ihr Zweck darin bestehe, diejenigen, die sie ausüben, gerade mittels der von ihm diagnostizierten Sinnlosigkeit dazu zu manipulieren, sich in in dieser Sinnlosigkeit einzurichten.

    Wir halten das für eine Theorie,
    – die mit der Realität von Arbeiten und Arbeiten-Lassen, die vom knapp bezahlten Normalbürger bis zum gut alimentierten Anthropologie-Professor garantiert jeder kennt, einfach nichts zu tun hat,
    – als theoretisches Konstrukt auch in sich widersprüchlich, unlogisch, falsch
    – und damit wieder einmal eine Art ist, sich mit der abseitigen Frage zu beschäftigen, wo ausgerechnet bei der kapitalistischen Ausbeutung der höhere Sinn bleibt.

    Darüber wollen wir anhand dieses Artikels diskutieren:

    „On the Phenomenon of Bullshit Jobs: A Work Rant“
    http://www.strike.coop/bullshit-jobs/

    Deutsche Übersetzung: „Über das Phänomen der Bullshit-Jobs“
    http://gegenargumente.de/material/aktuell/david_graeber_bullshitjobs.pdf

    http://gegenargumente.de/

    http://gegenargumente.de/contents/flyer/2020_02_graeber_flyer.pdf

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