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Düsseldorf | 06.04.2019 | Aufstand der Gelbwesten – Der Populist im Élisée und ‚le peuple’ tief entzweit

Von • Mrz 28th, 2019 • Kategorie: Veranstaltungen

Zeit: Samstag | 6. April 2019 | 15 Uhr

Ort: FAU-D Büro/Lokal | Volmerswerther Straße 6 | 40221 Düsseldorf

Veranstalter: Diskussion & Kritik Düsseldorf

 

Aufstand der Gelbwesten – Der Populist im Élisée und ‚le peuple’ tief entzweit

 

http://gegenargumente.com/

 

http://gegenargumente.com/texte/1_19/Gelbwesten.pdf

Veranstaltungen
FAU-D Büro/Lokal | Volmerswerther Straße 6 | 40221 Düsseldorf Map

2 Responses »

  1. Gelbwesten
    Ja, die Gelbwesten, das sind schon so welche. Lauter Wahrheiten arbeitet der GSP heraus, jedenfalls, wenn man die Welt aus der Schulungskellerperspektive betrachtet:
    ⁃ So richtig ist der Bewegung gar kein Subjektcharakter zuzumessen, daher werden sie als das spiegelbildlich Gleiche des Macron Programms abgehandelt, und der Gelbwestenartikel ist eher ein Macronartikel.

    Dass die ein national gültiges 48 Punkte umfassendes Programm verfasst haben, erfährt der Leser nicht – dafür sollte man Spiegel oder Stern lesen – dafür aber, dass es die Forderung nach Parkplätzen gebe – Spiegel und Stern erwähnen das nicht, weil es eben auch nicht zum 48er Programm gehört, vermutlich irgendwo in der Wallachei mal von irgendwem gefordert wurde. Der GSP, der nur wenige Sätze in seinem Artikel über die Gelbwesten zu den Gelbwesten sagt, stellt so was prominent heraus.

    Dass hingegen fast durchgängig in dem Programm klassische linkssozialdemokratische Forderungen aufgestellt werden, erfährt der Leser auch nicht. Der Artikel behauptet weiterhin, Macron kehre nun so einfach zur alten Normalität zurück, verschweigt aber, dass Macron eine einzigartige Knüppel- und Kriminalisierungsorgie auf die Demonstranten niedergehen lässt. Schwerste körperliche Verwundungen und Dauerschäden eingeschlossen. Es bleibt die dem UN Hochkommissariat vorbehalten Frankreich eine schwere Rüge deswegen zu erteilen (12 Tote………)und auf den Index ganz in die Nähe berüchtigter Folterstaaten zu setzen. Da wechselt mal einer die Staatsräson, die Bewegten lassen es, andere gehen Juden jagen. Auch dafür ist in den paar Zeilen zu den Gelbwesten Raum, eine dreiste Intrige des sich zu Le PEN zugehörig fühlenden rechten Philosophen Alain Finkielkraut hier wiederzugeben.
    Da kehrt einer wieder zu demokratischer Betreuungsnormalität zurück. Irgendwie scheint hier das Macron Programm weitgehend als ideologisches Betreuungsprogramm verstanden worden zu sein. Vielmehr ist es aber so, dass der beachtlich herbeigeführten Verarmung in der Zeit vor Macron nun mit dem nationalen Schlachtruf „en marche“ ein großangelegter Marsch in Richtung Plünderung des Volkes auf allen Ebenen angekündigt und angesetzt wurde mit dem Versuch das ideologisch zu betreuen, nicht aber ein ideologisches Programm jenseits einer Vielzahl von ausgepackten Würgeeisen in Sachen Verarmung des Volkes.
    ⁃ Ja, sie haben was von Revolution gesagt und von dem ganzen Baquette, und was ist? Keine Revolution und kein ganzes Baquette, laufen auf der Straße herum, sind empört. > > > ⁃ Dann ist es auch noch eine Bewegung, der eine sagt dies, der andere das, wie wohltuend unterscheidet sich da der GSP, der Oberhammel sagt an, die Hammelherde folgt, wenn häufig auch etwas zäh.> > > ⁃
    Der GSP beschreibt häufig, wie linke Anliegen in der bürgerlichen Öffentlichkeit nur unter dem Gewaltaspekt oder gleich gar nicht vorkommen und liefert hier selbst ein Beispiel dafür: Wer noch nicht einmal das 48 Punkte Programm, das Herzstück der Gelbwestenbewegung erwähnt, und stattdessen über eine marginale Parkplatzforderung berichtet, der will sich gar nicht redlich – selbstverständlich ist kritische Redlichkeit gewünscht – auseinandersetzen, sondern sein eigenes (schräges) Weltbild bebildern.

    So, nun noch Folgendes:
    1.
    Diese spontane Massenbewegung war und ist keine revolutionäre Bewegung. Aber sie wird gleichsam von oben als eine solche betrachtet und auch so behandelt – von oben- denn
    mit ihrer Aufmüpfigkeit und ihren sozialen und ökonomischen Forderungen steht sie quer zu dem Aufbruchsprogramm Macrons. Deutschland auszukonkurrieren, eine neue Weltmachtrolle erringen, das geht tatsächlich nur als heimisches Plünderungsprogramm. Und das wiederum nur, wenn sich das Volk diese Plünderei gefallen lässt. Dieses als „Wahlkampfmanier“ aufzulösen (GSP), (sinngemäß jetzt kehrt Macron wieder zu der üblichen Volksbetreuung zurück), kann man nicht wirklich in Hinblick auf „richtig“ oder „falsch'“ diskutieren, sondern zeugt von einer nicht unbeachtlichen Weltfremdheit.

    2.
    Das System ist empfindlicher, als so manch einer geglaubt hat. Mit zeitlich und inhaltlich überschaubarem Aufwand ist es gelungen, beachtliche Forderungen durchzusetzen.

    3.
    Was kann man aus diesem Fall lernen. Wie kann man an den linkssozialdemokratischen Forderungen – in der Gänze ist das ja ein Sittenbild der Verarmung quer durch alle Lebensbereiche – zeigen genauer gesagt agitieren, dass diese über das System hinausweisen.
    > > > 0. A propos hinausweisen: Wie wäre ein Gelbwestenversuch in Deutschland. Und damit jeder gleich versteht, dass es doch ein bisschen anders gemeint ist als in Frankreich….würde ich mal einen Farbwechsel vorschlagen…die Rotwesten, mit Inhalten, die diesen Farbwechsel rechtfertigen.

  2. Dass Wohnen „die soziale Frage unserer Zeit“ ist, hat jüngst der Bundesbauminister Seehofer entdeckt – und der Spiegel (Nr. 16/2019) schließt gleich die Frage an: „Wie viel Kapitalismus verträgt der Wohnungsmarkt?“. Spätestens seitdem eine Reihe von Demonstrationen stattgefunden hat und in Berlin Unterschriften für ein Bürgerbegehren zur Enteignung von Wohnungsbaugesellschaften gesammelt werden, beschäftigen Wohnungsnot und steigende Mieten die gesamte Öffentlichkeit. Eine elementare Not wird beschrieben, bebildert und beklagt.
    Ein menschliches Grundbedürfnis – man höre und staune – mag diese sonst so hochgelobte Wirtschaftsweise nicht mehr zu befriedigen…

    … so leitet Suitbert Cechura am 21.04.2019 seine Darstellung ein …

    https://www.magazin-auswege.de/data/2019/04/Cechura_Sind_die_Mieten_zu-hoch.pdf

    Dass es sich hier nicht um einen „Mietenwahnsinn“ handelt, sondern um die brutale Rechnungsweise dieses unseres Gemeinwesens, das wird auch hier erläutert:

    https://www.contradictio.de/blog/archives/2887/comment-page-1#comment-6885

    Dass es also gar nicht um ein angebliches „Marktversagen“, sondern um die superpassende Betätigung der Marktgesetze geht, erläutert auch dieser Artikel von Stephan Kaufmann

    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1116715.sieben-tage-sieben-naechte-von-der-angst-zu-versagen.html

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