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Kritik an Ideologien, Aufklärung über populäre Irrtümer, Kommentare zum Zeitgeschehen

Berlin | 15.01.2019 | Die Sammlungsbewegung ‚Aufstehen‘ (Forts.)

Von • Jan 6th, 2019 • Kategorie: Veranstaltungen

Fortsetzung der Diskussion zur Bewegung „Aufstehen“ am Dienstag, den 15.1.2019:

Was will die Bewegung „Aufstehen“?

Linke Politiker an die Macht, die sich wg. „Gefahr von Rechts“ für den „sozialen Zusammenhalt“ in dieser Nation stark machen sollen?

Da ist garantiert kein Aufbegehren gegen die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse im Programm –

Nur jede Menge Nationalismus!

 

Ort: Cafe Cralle, Wedding, Hochstädterstr. 10a (Nähe Leopoldplatz)

Zeit: Dienstag, 15.1. 2019, 20 Uhr

 

Zitate für die Diskussion

Der Rechtsrutsch und die Schuld der Linken

„Dass sich die Verlierer des ungezügelten Globalkapitalismus mit ihrem Protest eher nach rechts als nach links orientieren, ist die große politische Tragödie unserer Zeit. Aber verantwortlich dafür sind nicht zuletzt jene vormals linken Parteien, die irgendwann keine Interessen mehr kannten, sondern nur noch Sachzwänge und Modernisierungserfordernisse im Zeitalter der Globalisierung. Dass ihre Politik von der Politik der bürgerlichen Parteien nicht mehr unterscheidbar war, hat die Menschen vergessen lassen, was den Unterschied zwischen links und rechts einst ausgemacht hat.“ (Sahra Wagenknecht, Reichtum ohne Gier, S.35)

Was Sahra W. an der AfD schlecht und was sie an dieser Partei gut findet

„Die Rechten geben denen, die in den letzten Jahren viel verloren haben, keineswegs den erhofften Schutz vor einem gnadenlosen globalen Dumpingwettbewerb. Was sie ihnen allerdings geben, ist das Gefühl der Anerkennung ihrer Sehnsüchte und der Aufwertung und Verteidigung ihrer nationalen Identität, die durch Uminterpretation als biologische Abstammungsgemeinschaft und die Abwertung und Verachtung des ‚Fremden‘ allerdings ins Rassistische gewendet wird.“ (Ebenda, S.36)

Macht eine Politik gegen die Interessen der Mehrheit „anfällig“ für Fremdenhass?

„Das ist wirklich der Klassiker in den Mails, die ich bekomme: Da schildert jemand, warum es ihm schlecht geht, warum er wütend ist über seinen schlechten Job, die miese Rente, die explodierenden Krankenkassenbeiträge – und dann kommt er mit der Flüchtlingsfamilie nebenan, die nie ins Sozialsystem eingezahlt hat und trotzdem Leistungen bekommt. Natürlich ist es unsere Aufgabe als Linke, klarzumachen, wer für miese Löhne und schlechte Renten die wirkliche Verantwortung trägt. Aber trotzdem: Es ist Ergebnis des jahrelangen Sozialabbaus, dass die Leute ansprechbar werden für solche Sündenbock-Theorien.“ (Sahra W. im Freitag v. 18.10.18)

Abrechnung mit dem Ideal eines „Weltbürgertums“

„Diese Ideologie, die irrtümlich viele für links halten, verachtet nationalstaatliche Regelungen und Institutionen ebenso wie nationale Kulturen und Traditionen.“

Für „gut ausgebildete Wohlstandsbürger“ ist es leicht, „sich auf der ganzen Welt zu Hause zu fühlen  …  Für die weniger Begüterten freilich sind die Verhältnisse in ihrer Heimat schon deshalb von zentraler Bedeutung, weil es die sozialen Netze und die öffentlichen Einrichtungen ihres Landes sind, die über ihre Chance auf ein gutes Leben entscheiden … Sie haben deshalb gar keine andere Chance, als auf Politiker zu hoffen, die sich genau darum kümmern. Diese Erwartung ist nicht nationalistisch, sondern ihr gutes demokratisches Recht.“ (Reichtum ohne Gier, S.33)

Was die Bewegung „Aufstehen“ vom Rest der Linken unterscheidet

„Wer für Antidiskriminierung, Antirassismus und Feminismus kämpft, kann die soziale Frage nicht ausklammern. Oder der ganze Kampf wird hohl und diskreditiert sich in den Augen der Ärmeren.“  …

„Es hat sich inzwischen ein linkes Milieu etabliert, in dem ich eine gewisse Selbstgefälligkeit wahrnehme. Man definiert sein Links-Sein nicht mehr über die soziale Frage, weil man sich dann vielleicht auch fragen müsste, weshalb man die Regierungspolitik der letzten Jahre mitgetragen hat. In Teilen dieses Milieus gehört eine unterschwellige Verachtung der ‚Unterschicht‘ zum guten Ton. Für mich hat das mit linker Politik nichts zu tun.“ (Sahra W. im Freitag v. 18.10.)

Warum die „soziale Frage“ von so großer „politischer Bedeutung“ ist

„ Heute haben wir wieder Mauern in unserem Land. Wer ein geeinigtes Land will, der muss die soziale Spaltung im Land überwinden.“ (Wagenknecht-Rede vor dem Brandenburger Tor am 9.11. 2018)

Über Migration …

„Wir machen die Welt nicht gerechter, indem wir Migration fördern. Im Gegenteil, das macht die armen Länder noch ärmer. Denn es ist immer die Mittelschicht, die abwandert, die Ärmsten sind dazu gar nicht in der Lage.“ (Sahra W. in der Welt am Sonntag v. 18.12. 2016)

… und Populismus

„Demokratische Politik sollte populär sein, also die Mehrheit der Menschen erreichen und ihnen das Gefühl geben, dass ihre Interessen im Mittelpunkt stehen. Die Mainstream-Politik, die wir seit Jahren haben, erreicht die Menschen nicht mehr, weil sie tatsächlich den Interessen der Mehrheit entgegensteht.“ (Ebenda)

Kritik an Europa

„Ein progressives Europa geht mit der Wahrung kultureller Eigenständigkeit, mit der Pflege von Tradition und Identität einher. Es kann sich nicht darauf gründen, dass die einzelnen Länder ihre demokratische Souveränität verlieren …“ (Reichtum ohne Gier, S.28)

Die grundlegenden Ziele der Bewegung

„Wir haben die Bewegung ‚Aufstehen‘ gegründet, um den Menschen ihre Würde zurückzugeben.“ (Ein Redner am 9.11. 2018 vor dem Brandenburger Tor)

„Für ‚Aufstehen‘ bedeutet Würde, dass jeder Mensch ein Leben ohne Gewalt, in freiheitlicher Selbstbestimmung und Selbstachtung sowie in sozialer Gerechtigkeit führen kann. … Es ist daher auch kein Wunder, dass in Staaten, in denen die Schere zwischen arm und reich nicht so weit auseinandergeht, die Menschen glücklicher sind. Soziale Gerechtigkeit zu erkämpfen ist deshalb so ungemein wichtig.“ (www.aufstehen.de/aktionstage/3.11. 2018)

 

http://www.herrkeiner.com/neues-von-herrn-keiner/?fbclid=IwAR1cl6WWOzrOBKwjfvSZFYVjaiuoDHSaYKJ5ZZ4dubd634wsXNfIzL2XYFE

Veranstaltungen
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