contradictio.de

Kritik an Ideologien, Aufklärung über populäre Irrtümer, Kommentare zum Zeitgeschehen

Veranstaltungen der AG Analyse und Kritik im Rahmen der Reihe „Linker Semesterstart“ an der Uni Bielefeld

Von • Okt 4th, 2018 • Kategorie: Veranstaltungen

Veranstaltungen der AG Analyse und Kritik im Rahmen der Reihe „Linker Semesterstart“ an der Uni Bielefeld:

 

Dass eine ernsthafte Absage an kapitalistische Verhältnisse es erfordert, sich theoretisch – von einer zielführenden Praxis ganz zu schweigen – mit der kompletten bürgerlichen Welt anzulegen, mit all den Notwendigkeiten und Gepflogenheiten des Konkurrierens, mit dem moderne Menschen sich aufreiben und ihre Funktion in diesen und für diese Verhältnisse praktizieren, und mit all den Vorstellungswelten geistig aufzuräumen, die dieser Lebensführung einen Sinn geben: Dieses Bewusstsein ist weder bei den mehr tatendurstigen noch den mehr nachdenklichen linken Kritikern verbreitet. Sie wären sonst nicht so leicht mit der schlechten Meinung über die Welt, nämlich über ihre Ungerechtigkeit einverstanden, auf die sich der kritische Gehalt moderner Protestbewegungen regelmäßig zusammenkürzt. Sie wären, was ihre eigene Meinungsbildung betrifft, nicht so schnell mit der abstrakten Erkenntnis zufrieden, dass – irgendwie – das Kapital die Welt regiert, und mit ihrem agitatorischen Latein am Ende, wenn ihnen darin – fast – jeder kritische Mensch zwar Recht gibt, um sich anschließend aber gleich wieder theoretisch wie, sowieso, praktisch um die Bewältigung des Daseins zu kümmern. Schließlich machen das die Regentschaft des Kapitals und die Fürsorge der bürgerlichen Herrschaft zur gar nicht einfachen Daueraufgabe. Deren Analyse gäbe ihnen viel zu tun; ebenso wie vor allem die Kritik des Idealismus, den gerade die empörte Minderheit verantwortungsbewusster Staatsbürger an den Tag legt.

Die AG Analyse und Kritik bietet bei einem Workshop zum allgemeinen Lebensmittel dieser Gesellschaft – dem Geld – und einem Vortrag zu einem ihrer Höchstwerte – der Toleranz – im Rahmen des Linken Semesterstarts an der Uni Bielefeld Gelegenheit dafür.

 

Zeit: Donnerstag | 18. Oktober 2018 | 18:00 Uhr
Ort: Universität Bielefeld | Uni (X-E1-200) | Universitätsstr. 25 | 33615 Bielefeld

Veranstalter: AG Analyse und Kritik mit Unterstützung des AStAs der Uni Bielefeld

 

Workshop: Das Geld: Schmier- und Sprengstoff des modernen Gemeinwesens

 

„Was würdest du für Para machen?“ (SSIO & Xatar)

 

Dass das Geld die „generelle Prostitution“ (Marx) einschließt, bereitet nicht nur Rappern Gewissensbisse. Auch andere Denker begleiten die Marktwirtschaft seit ihren ersten Tagen mit der Beschwörung höherer Werte und die Mahnung, dass „Geld allein nicht glücklich mache“, ist Gemeingut unter all jenen, denen die Alternativlosigkeit dieses Lebensmittels manche Nöte bereitet. An diesen richtet ein jeder dann auch seine Gedanken aus: Wie bekommt man möglichst viel davon? Wie hat man trotz des Mangels ein gutes Leben?

Das ist fatal: Wer dem unausweichlichen Zwang, Geld zu verdienen, nur den Auftrag entnimmt, dem nachzukommen oder Verzicht zu üben, macht den Fehler, sich dazu begriffslos affirmativ zu stellen. Entsprechende Kritik am Geld bleibt dann nicht aus: über Stress beim Gelderwerb, spärliche Verdienste, hohe Preise und überhaupt über Mangel hier und obszönen Reichtum dort.

Wer sich weder mit dem billigen Trost hochprozentiger Werte zufrieden geben noch mit Jammern begnügen will, kommt um die Erklärung des Werts des Geldes, die der Workshop bietet, nicht herum.

 

https://www.facebook.com/events/2128361160531484/

 

UND

 

Zeit: Dienstag | 6. November 2018 | 19:00 UHr
Ort: Cutie | Große Kurfürsten Straße 81 / Jöllenbecker Str. 21 | 33615 Bielefeld

Veranstalter: AG Analyse und Kritik mit Unterstützung des AStAs der Uni Bielefeld

 

Kritik der Toleranz

Referentin: Margaret Wirth

 

Tolerieren ist lateinisch und heißt erdulden. Die schöne Tugend, auszuhalten und gelten zu lassen, was man nicht leiden kann, ist ein Grundwert der Demokratie. Warum man sich diesen Widerspruch antun soll, das begründet einem keiner – höchstens tautologisch in der Form, dass andernfalls Intoleranz und Streit herrschen würden. Der Wert soll sich wohl von selbst verstehen.

Dabei ist er im Zeichen des Vormarschs rechter Parteien in Europa gar nicht mehr unumstritten: Während seine Anhänger das Aushalten und Gewähren-Lassen für die Voraussetzung von  gesellschaftlicher Harmonie und freier Selbstbestimmung halten, sehen die rechten Kritiker in der allgemeinen Toleranz das Ende aller Werte und verbindlichen Sitten, die ein Volk ausmachen und zusammenhalten. Recht haben beide nicht.

Die Gründe dafür – neben noch anderen schlechten Nachrichten von diesem edlen Wert – bietet der Vortrag.

 

https://www.facebook.com/events/1837379436343885/

 

 

____________________

 

 

Veranstaltungen der Antinationalen Linken Bielefeld (ALIBI) im Rahmen der Reihe „Linker Semesterstart“ an der Uni Bielefeld:

 

Das Wetter wird schlechter, die Tage kürzer und die gesellschaftlichen Verhältnisse könnten in Anbetracht der alltäglichen kapitalistischen Drangsalierung und der nationalen Mobilmachung kaum beschissener sein. Doch wir lassen uns von der Tristesse des Alltags nicht unterkriegen und richten die Waffe der Kritik in alle Richtungen. Lohnarbeit bleibt auch nach unserer Kampagne ein mieses Ausbeutungsverhältnis, Soziale Arbeit hilft dies zu verstetigen und auch ein kritischer Konsum wird daran nichts verändern!

 

Deshalb: Kritik³

 

Zeit: Donnerstag | 25. Oktober 2018 | 18:00 Uhr
Ort: FH Hauptgebäude

Veranstalter: Antinationale Linke Bielefeld mit der Gruppe K aus Bochum

 

Kritik der Sozialen Arbeit

 

Sozial motiviert sind irgendwie alle, die ein Studium der Sozialen Arbeit beginnen. Sie wollen mit Menschen arbeiten und ihnen in Notlagen helfen – und das nicht ehrenamtlich in ihrer Freizeit, sondern in einem anerkannten Beruf.

Das Tätigkeitsfeld ist der Umgang mit einem breiten Spektrum prekärer Existenzen, das von verwahrlosten Jugendlichen, arbeitslosen Erwachsenen, verarmten Rentner_innen, nicht integrierten Ausländer_innen und Geflüchteten bis zu Menschen mit Behinderung, Drogenabhängigen, Straffälligen, – oder denjenigen, die es noch werden können, reicht. Jedem einzelnen von ihnen will die Soziale Arbeit helfen, mit seinen Problemen zurechtzukommen.

Und so werden „Komfortzonen verlassen“, „Erfolgserlebnisse generiert“ und diese anschließend „in den Alltag transferiert“. Die Klient_innen lernen, eigene „Stärken zu betonen“, die eigenen „Ressourcen zu erforschen“, und werden außerdem mal so richtig „empowered“. Vollgetankt mit neuen Durchhalteparolen absolvieren sie dann das siebte Bewerbungstraining. Dabei fragt die Soziale Arbeit sich in der Regel nicht, wo die Ursachen für die dauerhaft vorhandenen sozialen Probleme liegen. Die „gibt es einfach“, die Soziale Arbeit nimmt sie hin und setzt erst bei der „Bewältigung“ Daher auch unsere Behauptung: Soziale Arbeit hilft Menschen nicht aus Armut und Not herauszukommen. Soziale Arbeit betreut Menschen in Armut und Not!

Wir denken, dass es nötig ist, den Ursachen der sozialen Probleme auf den Grund zu gehen, wenn man sich daran stört. Die Notlagen werden in dieser marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaft produziert und sind deswegen dauerhaft vorhanden. Das wollen wir anhand typischer Arbeitsfelder zeigen und kritisieren.

Wir denken, dass man sich als (angehende) Sozialarbeitende darüber klar sein sollte, was man da tut, wobei man Menschen hilft und warum trotz immer mehr Sozialer Arbeit, neuem Professionsverständnis und verbesserter Konzepte die Notlagen nie weniger werden.

 

https://www.facebook.com/events/417263528801764/

 

UND

 

Zeit: Montag | 29. Oktober 2018 | 18:00 UHr
Ort: FH Hauptgebäude

Veranstalter: Antinationale Linke Bielefeld

 

Workshop: Kritik der Lohnarbeit

 

Das Wintersemester startet und ihr habt euch für ein Studiengang entschieden. In ein paar Jahren werdet ihr euren Abschluss in der Tasche haben und voll ins Arbeitsleben starten. Kein Grund zur Freude! Denn die Umstände unter denen sich Menschen im Kapitalismus verdingen müssen stehen dem Ziel, ein gutes Leben zu führen, meist grundsätzlich gegenüber. Da die meisten Menschen von den Produktionsmittel getrennt sind ist der Verkauf der Arbeitskraft die einzige Möglichkeit, um das zum Leben notwendige Geld zu verdienen. Da es für die Käufer*in stets Profitabel sein muss, ist das Auskommen nie auf lange Zeit gesichert und Ausbeutung garantiert. Lohnarbeit wird für die meisten Menschen zur Krise des Lebens in Permanenz.

Im Rahmen des Workshops wollen wir mit euch diskutieren, was die Grundlagen des Lohnsystems sind, was Staat und Nation damit zu tun haben und wie wir das schöne Leben für alle erreichen können. Die Veranstaltung ist so konzipiert, dass kein Vorwissen nötig ist, sondern jede*r kommen und mitdiskutieren kann.

 

https://www.facebook.com/events/180849986178248/

 

UND

 

Zeit: Montag | 5. November 2018 | 20:00 Uhr
Ort: Extra-Blues-Bar | Siekerstraße 20 | 33602 Bielefeld

Veranstalter: Antinationale Linke Bielefeld [ALiBi] und Redical M im Rahmen des Roten Montags

 

Kritik der Konsumkritik

 

Um etwas gegen die schlimmen Zustände (Hunger, Ausbeutung, Umweltverschmutzung etc.) auf dieser Welt zu unternehmen, ändern manche Menschen ihren Konsum: Es soll weniger und wenn, dann bio, fair trade oder nicht bei bestimmten Konzernen gekauft werden. „Unechte“ Bedürfnisse sollen erkannt werden, back to basics.

Wir wollen diskutieren, warum diese Antwort notwendigerweise zu kurz greift und Strategien besprechen, um wirklich endlich Schluss zu machen mit Armut, Hunger und Krieg.

Der Vortrag ist so konzipiert, dass kein Vorwissen nötig ist, sondern jede*r kommen und mitdiskutieren kann.

 

https://www.facebook.com/events/2127925254144140/

Leave a Reply