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Bielefeld | 19.11.13 | Was man bei Marx lernen kann – Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus

Von • Nov 7th, 2013 • Kategorie: Veranstaltungen

Bielefeld – Arbeit und Reichtum im Kapitalismus

Zeit: Dienstag | 19.11.2013 | 19:00 Uhr
Ort: Universität Bielefeld | Hörsaal 9
Veranstalter: AG Analyse und Kritik

Thema: Was man bei Marx lernen kann – Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus

Referent: Dr. Theo Wentzke (Redaktion GegenStandpunkt)

Der Kapitalismus, der heute Marktwirtschaft heißt, zeichnet sich
durch eine Reihe paradoxer Phänomene aus, die Fragen aufwerfen:

– Alles, was man zum Leben benötigt oder haben möchte, gibt es
reichlich. Man muss es nur kaufen. Kommt damit jeder Mensch an die
Mittel, die er zum Leben braucht? Im Gegenteil. Für viele Menschen
stellt sich das Kaufen-Müssen als unüberwindliche Hürde für die
Befriedigung ihrer Bedürfnisse dar. Gleichzeitig landen Produkte im
Müll, weil sie keinen Käufer gefunden haben. Wofür werden die Dinge
dann eigentlich produziert, wenn sie eher vernichtet, als ohne
Bezahlung rausgerückt werden?

– Seit Jahrzehnten wächst die Wirtschaft. Wird deshalb die Armut
weniger? Im Gegenteil. Millionen Beschäftigte können vom Lohn, den
sie für ihre Arbeit bekommen, nicht leben und müssen mit staatlichen
Almosen ihr Leben fristen. Von Menschen ohne Job gar nicht zu reden.
Was für eine Sorte Reichtum wächst denn da eigentlich – und bei
wem?

– Auch die Produktivität nimmt kontinuierlich weiter zu. Wird deshalb
die Arbeit weniger und bleibt mehr Zeit für den Genuss der Produkte?
Im Gegenteil. Für viele bedeutet der technische Fortschritt, dass sie
ihren Job verlieren und keinen Lohn mehr bekommen, mit dem sie sich
die Sachen kaufen könnten, die in immer kürzerer Zeit produziert
werden. Für die, die weiterarbeiten dürfen, wird die Arbeitszeit
aber auch nicht kürzer. Wofür ist dann die dauernde
Produktivkraftsteigerung gut?

– Die Natur ist die allgemeine Lebensgrundlage. Wird sie deshalb
sorgsam behandelt? Im Gegenteil. Die Zerstörung infolge der
kapitalistischen Produktion geht immer weiter voran. Inzwischen ist
die Natur nicht nur lokal, sondern global geschädigt – Stichwort
Klimawandel. Warum wird die Natur als eine der „Springquellen alles
Reichtums“ (Marx) eigentlich so rücksichtslos kaputt gemacht?

Diese Phänomene sind nicht neu, sie begleiten den Kapitalismus schon
seit seinen Anfängen. Vor 150 Jahren hat Marx sich deshalb daran
gemacht, die Gesetzmäßigkeiten dieser Wirtschaftsweise zu
analysieren und aufzuschreiben. Dabei ist er zu der Erkenntnis
gelangt, dass im Kapitalismus die unaufhörliche Vermehrung des Geldes
der beherrschende Zweck ist, für den gearbeitet wird; die arbeitenden
Menschen Kostenfaktoren sind, weshalb an ihrem Lohn, den sie für
ihren Lebensunterhalt brauchen, gespart wird; die Entwicklung der
Produktivkraft der Arbeit, der größten Quelle des materiellen
Reichtums, ausschließlich stattfindet, um Löhne zu sparen, indem
Arbeitskräfte überflüssig gemacht werden – also um den Arbeiter
ärmer zu machen.

Seit Marx‘ Zeiten hat sich am Kapitalismus im Wesentlichen nichts
geändert. Deshalb verdient es der längst verblichene Denker, dass
man sich seiner erinnert. Seine Bücher helfen, die ökonomische
Wirklichkeit von heute zu erklären. Das soll anhand von Zitaten aus
dem ersten Band von „Das Kapital“ gezeigt werden. Angeboten werden
Erklärungen über Zweck und Eigenheiten einer Produktionsweise, die
Lebensmittel als Waren produziert, an die man nur herankommt, wenn man
genug Geld hat; über den Reichtum in Gestalt des Geldes, und warum
der unaufhörlich wachsen muss; über die Arbeit, deren Zweck die
Produktion von geldwerten Waren ist und nicht das möglichst gute
Leben derer, die sie verrichten; über einen Reichtum, dessen Wachstum
die Armut nicht beseitigt, sondern voraussetzt, benutzt und
vergrößert. Erklärt werden sollen die Gegensätze, die diese
Gesellschaft prägen.

http://ak.blogsport.de/2013/11/07/was-man-bei-marx-lernen-kann/

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