contradictio.de

Kritik an Ideologien, Aufklärung über populäre Irrtümer, Kommentare zum Zeitgeschehen

30.09./14.10.13 | Bielefeld | Arbeitskreis Demokratie: Die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft

Von • Sep 21st, 2013 • Kategorie: Veranstaltungen

Bielefeld

Zeit: Montag | 30. September 2013 und 14. Oktober 2013 | jeweils 20.00 Uhr
Ort: Bürgerwache am Siegfriedplatz (Raum 104) | Rolandstr. 16 | Bielefeld
Veranstalter: AG Analyse und Kritik

Thema: Arbeitskreis Demokratie: Die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft

Freie Wahlen werden als Kernstück der Demokratie geschätzt. In der Demokratie, heißt es, wird nicht einfach regiert – das Volk erteilt per Abstimmung den Auftrag zur Wahrnehmung der Staatsgeschäfte. Die Ablieferung dieser Zustimmung macht die politische Betätigung der Bürger aus, was auch notorische Fans der Demokratie nicht mit der Ausübung von „Macht“ verwechseln. Mit den Wahlkreuzen legitimieren die Wähler nämlich eine Herrschaft, die sich auf ihre Unabhängigkeit vom „Druck der Straße“ viel einbildet und von ihrer Freiheit regen Gebrauch macht.

Die Wahl ermächtigt Politiker zum Gebrauch einer fix und fertigen Staatsgewalt. Staatslenker entscheiden dann auch sachgemäß über die Lebensverhältnisse der Wähler. Die Prinzipien von Demokratie und Marktwirtschaft sind zwar ständiges Thema im Wahlkampf – aber stets nur in Gestalt von Voraussetzungen…

Denn bei jedem Urnengang steht schon einiges fest:

– Ein komplettes Rechtssystem legt fest, wie weit die Freiheit der Bürger untereinander und gegenüber der Staatsgewalt geht.

– Ein fertiges Wirtschaftssystem legt die Bürger darauf fest, sich für die Vermehrung von Privateigentum nützlich zu machen. Ganz gleich, welche Unterschiede dabei entstehen und wie viel Eigentum der einzelne dabei hat – fest steht: Nur so geht Partizipation am gesellschaftlichen Reichtum.

– Verteidigungsministerium und Bundeswehr, Finanzministerium und Steuerhoheit, Innenministerium und Polizei kann man nicht abwählen.

Diese politischen Ämter und ihr gesetzlicher Auftrag stehen nicht zur Wahl, sondern Parteien und Personen, die diese Ämter wahrnehmen wollen.

Mündige Bürger machen sich nach eigenen Aussagen keine Illusionen, durch die Wahl etwas zu „bewirken“ oder zu „verändern“, durchschauen locker den „Wahlschwindel“. Ganz abgeklärt haben sie eine schlechte Meinung – und geben trotzdem oder deswegen ihre Stimme ab. Um diese Wählerstimmen kämpfen Politiker, die damit werben, dass sie im Gegensatz zu ihren Konkurrenten über die geeignete Persönlichkeit zur Bewältigung der Sachzwänge der Nation verfügen. Kein Wunder, dass dann auch Steinbrücks Stinkefinger und Merkels Halskette ein Thema im Wahlkampf werden!

*

Wir bieten allen Interessierten eine Diskussion über Nutzen und Nachteile der Demokratie an. Auch wenn es aufgeklärten Zeitgenossen ‚letztlich doch egal‘ ist, von wem sie regiert werden; egal sollte es ihnen nicht sein, dass sie von ihrer demokratisch gewählten Herrschaft alle Lebensbedingungen serviert bekommen, mit denen sie praktisch zurechtkommen müssen. Wie das funktioniert, soll Thema im Arbeitskreis Demokratie sein.

 

http://ak.blogsport.de/2013/09/20/arbeitskreis-demokratie-die-perfekte-form-buergerlicher-herrschaft/

 

 

Text zur Vorbereitung:

 

Peter Decker (Hrsg.) – Demokratie. Die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft.

GegenStandpunkt-Verlag, 2013

 

http://www.gegenstandpunkt.com/vlg/demokratie/demokratix.html

Leave a Reply