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Björn Hendrig: Fußball-WM 2026: Das Fest des Nationalismus lässt sich von Skandalen nicht erschüttern

Von • Juli 19th, 2026 • Kategorie: Allgemein

Björn Hendrig:
Fußball-WM 2026: Das Fest des Nationalismus lässt sich von Skandalen nicht erschüttern

Der Veranstalter sahnt ab, der Ausrichter feiert sich und die Mannschaften kämpfen für die Ehre ihrer Nation – also alles wie gehabt auch bei der nun zu Ende gehenden Fußballweltmeisterschaft mit dem Finale Spanien gegen Argentinien.

Doch manchen Kritikern und Fans ging das dieses Mal zu weit. Sie sahen den ehrbaren Wettstreit in einem Sumpf von Politik und Kommerz versinken.

Ein „Best Of“ der schönsten nationalen Kapriolen, mit einem „Happy End“. 

Was solch eine Fußballweltmeisterschaft alles sein soll: ein herausragender sportlicher Wettkampf, ein freudiges Treffen der Völker dieser Welt, zu Gast in einem freundlichen Land, ein Fest für alle Fans des Fußballs – kurzum eine Veranstaltung, die alle Menschen unterschiedslos begeistert, sie so zusammenbringt und damit zwischen allen Konflikten und Kriegen ein wenig Zeit für Frieden auf Erden schafft.

Bei nüchterner Betrachtung bleibt davon allerdings wenig übrig, und das gilt nicht nur für die aktuelle WM. Obwohl, das muss schon bemerkt werden, diese Weltmeisterschaft in einigen Aspekten ihre Vorgänger getoppt hat:

„USA gegen den Rest der Welt“ 

Merz ist halt nicht Trump

„Das beteuern wir!“

„Nacht der Schande“

„Sauberes Weltmeisterschaftsbild“: keine Demos und weniger Tote als üblich

„Mit kanadischer Ehrlichkeit“

Kap Verde auf dem Weg zur Weltmacht, Argentinien rächt sich 

„Das unterdrückteste Team“

Vorsicht: Nicht die USA mit dem Iran verwechseln!

„Millionäre mit Nahbarkeit und Bodenhaftung“

Eigentlich eine einzige Erfolgsgeschichte: Die WM bringt Milliarden ein…

…aber die teuren Tickets und künstlichen Werbepausen!

Das „Happy End“: Edelfans können singen und nicht alle Amis sind wie Trump

Unerwünschte Nichtweiße und Fans aus „shithole countries“

Die richtige Konkurrenz der Nationen findet nicht auf dem Spielfeld statt

Die Fans des Siegers kehren nach dem Finale heim und machen, so wie die Fans der 47 Verlierer-Mannschaften, weiter mit dem vor der WM-Pause: Arbeiten und arbeiten lassen für den Reichtum der Nation. Sich mit ihrem Staat identifizieren, der das mit seiner Gewalt absichert – nach innen, aber auch nach außen gegen die vielen anderen Staaten, die etwas gegen den Erfolg der eigenen Nation einzuwenden haben. Schließlich konkurrieren alle Nationen um Macht und Geld auf der Welt. Entsprechend ungemütlich geht es zu.

Dagegen ist solch eine Fußball-Weltmeisterschaft beinahe ein Hort des Friedens. Jedenfalls gibt es weniger Tote, und Reparationen nach verlorenen Spielen werden auch nicht fällig. Sind halt keine richtigen Kriege. Die Ehre der Nation wird hier nicht auf dem Schlachtfeld verteidigt, sondern auf dem Spielfeld. Und weil sich dort die Konkurrenz der Staaten nicht entscheidet, sind die Konsequenzen weniger hart. Dann wird halt der Bundestrainer entlassen und über die Spieler ein Kübel Spott ausgeschüttet. Aber beim nächsten Turnier muss es besser werden!

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