Frau S.: Kritik an falscher Schulkritik
Von webmaster • Juni 22nd, 2026 • Kategorie: AllgemeinFrau S.: Kritik an falscher Schulkritik
1. „Aber du bist doch selbst Lehrerin – Wie passt das zu deiner Kritik?“
In der ersten Dreierreihe wird es um typische bürgerliche Einwände gehen.
Sehr beliebt: der Glaubwürdigkeits-Einwand. Die Kritik soll nicht gelten, weil man der Person die Berechtigung absprechen will.
Was daran verkehrt ist und wie man darauf kommt – darum geht es in diesem Text.
Und den gibt es bald auch auf nem substack.
Der Einwand
Kritik an der Person
Glaubwürdigkeit als Zulassungsprüfung
Parteinahme für die kritisierte Sache
Konstruktive Kritik
Falsche Stellung zur Sache
Der Zweck für mich
Sortierung als Chance
Was heißt Kritik?
Kritik heißt: den Zweck der Sache erklären.
Und diese Erklärung zeigt: Schule ist nicht mein Zweck.
Sie ist nicht dafür eingerichtet, dass Schüler ihre Interessen verwirklichen oder Lehrkräfte anderen auf vernünftige Weise etwas beibringen.
Stattdessen verpflichtet Schule alle auf Leistung, Vergleich und Bewährung – und macht sie damit zu Mitteln eines fremden Zwecks: der staatlich organisierten Sortierung des Nachwuchses.
Wer in Schule zum Mittel für fremde Zwecke gemacht wird, hat also keinen Grund, diese Einrichtung zu verbessern oder gar zu retten.
https://www.instagram.com/theartistformerlyknownasfraus/p/DZzXCm0iLP6

Frau S.: Kritik an falscher Schulkritik
2. „Aber Schule ist ja nur noch nicht das, was sie eigentlich sein sollte“
Abteilung typische bürgerliche Einwände.
In diesem Text geht es um die häufigste Form von falscher Schulkritik: der Vergleich der real bestehenden Schule mit ihrem vorgestellten Ideal. Eine grundsätzliche Kritik an Schule soll nicht gelten, weil Schule ja nur noch nicht das ist, was sie eigentlich sein sollte.
Was daran verkehrt ist und wie man auf das Ideal kommt – darum geht es in diesem Text.
– Der Einwand
– Radikaler Anstrich
– Ideal gegen Wirklichkeit
– Das Recht auf Bildung
– Versubjektivierung
– Das Ideal als Legitimation
– Schaden als Defizit
– Die Rettung des vorgestellten Zwecks
– Was heißt Kritik?
Moralische Kritik an Schule hält sich für besonders kritisch: Sie klagt Druck, Angst, Ungleichheit, Ausschluss, schlechte Bedingungen, Unmenschlichkeit an. Aber gerade indem sie Schule an ihrem Ideal misst, macht sie schon mit.
Sie unterstellt der Schule einen guten Zweck: sie soll allen eine faire Chance bieten, durch eigene Anstrengung etwas aus sich zu machen zu können. Und sie fordert, dass Schule diesem Ideal endlich gerecht wird: mehr förderung, mehr Geld für Bildung. bessere Umsetzung, mehr Gerechtigkeit, mehr Menschlichkeit.
So wird aus Kritik Mitarbeit.
Mit der Rettung des vorgestellten guten Zwecks der Schule wird der reale Zweck der Schule nicht kritisiert, sondern in seiner idealen Form mitgetragen. Gestritten wird nur noch darüber. wie er besser verwirklicht werden kann.
Kritik heißt aber nicht, Schule an ihrem Ideal zu messen. Kritik heißt, den realen Zweck einer Sache zu erklären.
https://www.instagram.com/theartistformerlyknownasfraus/p/DZ_wBaHCIW8/?img_index=1
Apropos „bessere Lesbarkeit der Texte auf substack“: Falls jemand diesbezüglich fündig geworden ist, wären Links sehr hilfreich.
Frau S.: Kritik an falscher Schulkritik
3. „Aber was würdest du denn jetzt ändern?“
Abteilung typische bürgerliche Einwände.
In diesem Text geht es um die Frage nach Verbesserungsvorschlägen. Eine grundsätzliche Kritik an Schule ist ja schön und gut – aber irgendwas muss man doch machen können!
Was daran verkehrt ist – wieso diese Forderung eine Antikritik ist – darum geht es in diesem Text.
– Der Einwand
– Konstruktiv oder unzulässig
– Kritik als Beschwerde
– Die Reformfrage
– Kritische Lehrer
– Gewerkschaftliche Kritik
– Realistisch heißt: Im Rahmen bleiben
– Die falsche Praxisfrage
– Was heißt Kritik?
Kritik heißt nicht, bessere Vorschläge oder realistische Alternativen für die Schule zu liefern. Kritik besteht darin, den Zweck einer Sache zu erklären.
Und der Zweck der Schule besteht in der Zurichtung des Nachwuchses für die Bedürfnisse von Staat und Marktwirtschaft.
– Für Schüler heißt das: Die Schäden, die sie erfahren, sind keine bedauerlichen Nebenfolgen einer eigentlich guten Bildung. Sie sind Folgen einer Einrichtung, die sie auf Leistung, Konkurrenz und Sortierung verpflichtet.
– Für Lehrer heißt das: Die Schäden, an denen auch sie leiden, kommen nicht bloß daher, dass die Bedingungen schlecht sind. Sie folgen aus genau dem Zweck, den sie beruflich ausführen müssen.
Deshalb stellt sich die Frage anders.
Nicht: Wie kann ich die Schule besser machen?
Sondern: Warum sollte ich die Schäden der Schule als Pannen einer eigentlich guten Sache behandeln?
Und warum sollte ich an der besseren Verwaltung eines Zwecks mitarbeiten, der nicht meiner ist?
https://www.instagram.com/theartistformerlyknownasfraus/p/DaSK4ZWiGeS/?img_index=1
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Die Texte bei substack:
1. „Aber du bist doch selbst Lehrerin – Wie passt das zu deiner Kritik?“
https://theartistformerlyknownasfraus.substack.com/p/aber-du-bist-doch-selbst-lehrerin
2. „Aber Schule ist ja nur noch nicht das, was sie eigentlich sein sollte“
https://theartistformerlyknownasfraus.substack.com/p/aber-schule-ist-ja-nur-noch-nicht
3. „Aber was würdest du denn jetzt ändern?“
https://theartistformerlyknownasfraus.substack.com/p/aber-was-wurdest-du-denn-jetzt-andern
Frau S.: Kritik an falscher Schulkritik
4. „ABER irgendwas Gutes muss man in der Schule doch machen können“
Abteilung Einwände von (angehenden) Lehrkräften.
In diesem Text geht es um die Frage, ob – trotz einer eigenen kritischen Haltung gegenüber Schule – sich nicht doch irgendwas Gutes innerhalb von Schule machen lässt.
Was daran verkehrt ist – wieso diese Kritik meist eine Rettung des eigenen guten Selbstbild es ist – darum geht es in diesem Text.
– Der Einwand
– Der rettende Spielraum
– Hilfe – aber wobei?
– Schadensbegrenzung
– Die freundliche Schule
– Beispiel: Herr Bachmann
– Versöhnung mit der eigenen Funktion
– Das gute Selbstbild
– Was heißt Kritik?
Kritik bestreitet nicht, dass Lehrkräfte auch mal helfen können.
Natürlich macht es für Schüler einen Unterschied, wie nett die Lehrkraft mit ihnen umgeht. Aber diese Hilfe ändert nicht den Zweck der Schule. Sie hilft Schülern meistens dabei, sich besser auf ihn einzustellen: Leistung bringen, Vergleich aushalten, Niederlagen wegstecken, sich brauchbar machen.
Der Einwand »Aber irgendwas Gutes muss man in der Schule doch machen können« fragt vor allem auch danach, wie die eigene Beteiligung an Schule wieder gut erscheinen kann. Kritik ist aber keine Anleitung, eine Sache besser auszuhalten. Kritik bedeutet, sich den Zweck einer Sache zu erklären.
Wer die Kritik bis hierhin mitgeht, will oft trotzdem noch an etwas Gutem festhalten: Wenn schon die Praxis die Schule nicht verändert, dann soll wenigstens die Lehrkraft selbst aus der Kritik herausfallen – ihre Haltung, ihre Absicht, ihr eigenes Leiden an Schule.
So verschiebt sich der Gegenstand erneut: von der guten Praxis zur guten Lehrperson.
https://www.instagram.com/theartistformerlyknownasfraus/p/Db2TyW0CK65/
https://theartistformerlyknownasfraus.substack.com/p/aber-irgendwas-gutes-muss-man-in
Amelie hat auf ihrer Site https://nestormachno.alanier.at/pinnwand-zu-heissen-themen-4/#comment-139727 ergänzend einige Aufsätze von Freerk Huisken zur Schulkritik aufgelistet:
Ich erinnere an Freerk Huiskens alte Vorträge:
1. bei den Falken Nürnberg
Schule im Kapitalismus und das Missverständnis über die Chancengleichheit
Teil 1: https://de.cba.media/272115
Teil 2: https://de.cba.media/272135
Diskussion: https://de.cba.media/272141
Wieso? Weshalb? Warum? Macht die Schule dumm?
Teil 1: https://de.cba.media/73919
Teil 2: https://de.cba.media/73933
Auch noch Freerks Besprechung des Buches der Dame, die wegen zu guter Leistung ihrer Schüler entlassen wurde:
https://www.magazin-auswege.de/data/2010/11/Rezension-Huisken_Czerny_Was_wir_unseren_Kindern_antun.pdf
—–
sowie: https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/schule-konkurrenz
https://de.gegenstandpunkt.com/archiv/nachschlagen/systematischer-katalog/bildungswesen-bildungspolitik
Frau S.: Kritik an falscher Schulkritik
5. „ABER es gibt doch auch kritische Lehrer“
Abteilung Einwände von (angehenden) Lehrkräften.
Dieser Text setzt inhaltlich am vorherigen an und führt die Einwände zur Kritik an der Sache da hin, dass zumindest die gute Lehrperson und ihre kritische Haltung von der Kritik freigesprochen werden soll.
Inwiefern das eine Verschiebung des Gegenstandes ist und wieso diese Kritik meist eine Rettung des eigenen, guten Selbstbildes ist – darum geht es in diesem Text. Und den findet ihr besser lesbar auch auf meinem substack.
– Der Einwand
– Von der Funktion zur Person
– Die gute Lehrkraft im schlechten System
– Kritik als Schulverbesserung
– Beispiel: Bildungsinfluencer
– Die »Widersprüche des Lehrerberufs«
– Die Ehrenrettung der Lehrperson
– Was gerettet werden soll
– Was heißt Kritik?
Kritik an der Lehrerfunktion ist keine moralische Anklage, nach der alle Lehrer schlechte Menschen wären.
Ihr geht es nicht um die Verurteilung von einzelnen Personen. Es geht darum, sachlich zu klären, welche Funktion Lehrkräfte in der Schule erfüllen. Und diese Funktion besteht nicht darin, private Güte auszudrücken. Lehrkräfte unterrichten, motivieren, ermahnen, bewerten und sortieren – und verpflichten Schüler damit auf die Zwecke der Schule.
Eine sachliche Kritik bleibt bei ihrem Gegenstand. Sie ersetzt die Erklärung der Schule nicht durch die Suche nach dem Guten, das man in ihr noch retten kann.
Die gute Lehrkraft steht nicht außerhalb dieser Funktion. Sie ist vielmehr ihre moderne Form: nicht bloß streng, sondern motivierend; nicht bloß bewertend, sondern wertschätzend; nicht bloß disziplinierend, sondern beziehungsorientiert.
Gerade so werden Bewertung, Leistungsdruck und Sortierung freundlicher, glaubwürdiger und wirksamer durchgesetzt.
https://www.instagram.com/theartistformerlyknownasfraus/p/DcDlyvFiNAr/
https://theartistformerlyknownasfraus.substack.com/p/aber-es-gibt-doch-auch-kritische