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30.06.2026 | Berlin | Die Brandmauer zwischen rechts und ganz rechts: Kampf um die deutsche Staatsräson

Von • Juni 10th, 2026 • Kategorie: Veranstaltungen

Zeit: Dienstag | 30.06.2026 | 19:30 Uhr
Ort: Mehringhof | Gneisenaustraße 2a | 10961 Berlin 
Veranstalter: KK-Gruppe Berlin

Vortrag & Diskussion

Die Brandmauer zwischen rechts und ganz rechts: Kampf um die deutsche Staatsräson

Referent: Ein Redakteur des GegenStandpunkt-Verlags

Das wichtigste Bauwerk Deutschlands im Jahr 2026 ist „die Brandmauer“. Die brauchen die regierenden Christdemokraten gegen die AfD, weil diese Hüter alles demokratisch Guten und Schönen sonst selber nicht mehr wissen, was sie auf so vielen Politikfeldern von der als „undemokratisch“ ausgegrenzten Alternative noch trennt.

Von noch jedem Mist – von der Wartezeit für Kassenpatienten beim Arzt, der Gewalt gegen Frauen, den Zuständen auf dem Wohnungsmarkt – schließen sie wahnhaft auf die Ursache „Migration“ als das Unglück schlechthin. Da sind sich „Stadtbild“-Merz und sein CSU-Minister fürs Grobe mit der „Remigration!“ und „Deutschland den Deutschen!“ fordernden AfD einig.

Der Reststreit bezieht sich auf die passende Radikalität beim Fernhalten und Rausschmeißen, sowie auf das dazu passende ‚Wording‘.

– Rot-Schwarz rückt mit „Sozialreformen“ den verwöhnten Teilen des Volkes auf die Pelle, die es sich im Existenzminimum und sonstigem Luxus am untersten sozialen Rand gemütlich gemacht haben. Und die AfD besteht darauf, dass gerade dort unten nichts so wichtig ist wie der Unterschied zwischen deutsch und fremd, auf den beim Sozialkahlschlag gebührend zu achten ist.

– In Bezug auf die Beschimpfungen der unter dem Titel „Klimawandel“ betriebenen energieimperialistischen Umstellung des deutschen Kapitalstandorts als „grünen Wahn“ nehmen regierende und opponierende Rechte sich im Prinzip nichts: Wieder ist der radikal auftretenden ‚Alternative für Deutschland‘ – gar nicht sehr alternativ – der Kanzler nur nicht konsequent genug.

Mehr Einigkeit war selten. Warum dann also immer noch die Brandmauer?

Unsere Behauptung: Weil die eine entscheidende Alternative, die sich dieser Republik tatsächlich stellt, zwischen den Rechten und den ganz Rechten total umstritten ist: Wie weiter mit Deutschland als imperialistische Macht?

Denn der Erfolgsweg der Nation, ihr Aufstieg zur viertgrößten globalen Wirtschafts- und europäischen Kontinentalmacht im Rahmen der verharmlosend so getauften „regelbasierten Weltordnung“ ist in Not geraten: Ihm ist durch Russlands Krieg in der Ukraine und durch Trumps Kündigung der Einheit des Westens die Grundlage entzogen.

Angesichts dessen steht Deutschland vor der Alternative, sein bis neulich noch so durchschlagendes Erfolgsprinzip irgendwie zu retten oder endgültig als einen nationalen Irrweg wegzuschmeißen.

https://kk-gruppe.net/brandmauer-rechts-ganz-rechts-kampf-um-deutsche-staatsraeson

Scheduled Veranstaltungen

6 Responses »

  1. Die Gemeinsamkeiten von rechts und ganz rechts in Deutschland zu thematisieren ist richtig und notwendig.
    Die Kritik aber einzig darauf zu reduzieren, damit habe ich ein Problem bzw. ist auch nicht ganz richtig, weil dabei Dinge unter den Tisch fallen, wie ich im Folgenden darlegen will:
    1.
    Das Thema Migration: Wenn man sich von diesem Bereich – und nur von diesem – her nähert, springen einem die Gemeinsamkeiten sofort ins Auge. Das im Übrigen nicht nur bei rechts, sondern bis in die sogenannte Mitte, also auch politische Parteien, die sich früher mal Liberalismus sowie die Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse innerhalb des bürgerlich- kapitalistischen Systems auf die Fahnen geschrieben haben. Bleibt man bei diesem Thema stehen, also der Migrationsfrage, verpasst man einiges bzw. kehrt auch einiges unter den Tisch, wenn man nämlich
    2.
    nur negativ festhält, was rechts, also Merz, nicht macht. Ich halte das für einen Verharmlosung, wenn man nicht erst nimmt, warum die sich von der AFD etwa abgrenzen. Dann wollen sie nämlich ihr eigenes politische Programm in Stellung bringen und hervor heben. Das muss man schon gelten lassen, zur Kenntnis nehmen und für sich würdigen, denn schließlich handelt es sich um – zwar alternative – doch aber um Arten von politischer Herrschaftsausübung, die dann ihren Inhalt entsprechend in Stellung bringen, wodurch ich zu meinem nächsten Punkt komme:
    3.
    Das Programm der AFD: Wenn man sich das Positionspapier der AFD Sachen-Anhalt anschaut
    (https://afd-regierungsprogramm.de/), dann fallen schon Unterschiede auf. Wenn da zum Beispiel von der „heiligen Familie“ oder „anderen Lebensmodellen“ als biologische Verfehlung die Rede ist, ist das für mich nicht mehr konservativ oder deutschnational, sondern völkisch bzw. faschistisch. Ich könnte hier noch unzählige weitere Bespiele etwa von Höcke und dessen Gefolgschaft in Thüringer bringen, die in die gleiche Richtigen gehen, und andere Punkte betreffen als nur der oben genannte.

    Im Grunde geht es mir darum, die Programme aller Parteien getrennt voneinander zu betrachten bzw. hinsichtlich ihrer schärfe und Ausrichtung im Rahmen von bürgerlich-demokratischer, sozialistischer bzw. faschistischer Verfasstheit der deutschen Staates zu sehen; denn wenn die AFD in Sachsen mit der Parole Antritt, „unser Land, unsere Regeln“, dann zielt sie auf eine andere Verfasstheit des Staates ab, die sich nicht mehr nur entlang der Argumentation bezgl. der Brandmauer sehen lässt.

  2. Deinen Einlassungen zur Behandlung des Themas „Brandmauer“ durch den Gegenstandpunkt entnehme ich, dass dir dabei eine deiner Meinung nach entscheidende Kennzeichnung der AfD fehlt: Diese Partei ziele auf eine „andere Verfasstheit des Staates“ ab, die du gerne mit dem Attribut „völkisch“ oder „faschistisch“ bezeichnet haben möchtest. Ja, es wird schon so sein, dass mit einer AfD an der Regierung andere Saiten in Deutschland aufgezogen werden; von mir aus nenne sie „faschistisch“. Bloß: Was soll damit erklärt sein? Aber vielleicht ist das die falsche Frage, denn ich habe den Eindruck, dass mit einer solchen Kennzeichnung gar nichts erklärt, sondern vor allem Erschrecken hervorgerufen werden soll: „Leute, wacht endlich auf, so schlimm ist die AfD wirklich!“ Damit steht man, ob es einem bewusst ist oder nicht, schon mit einem Bein im Lager der aufrechten, standfesten Demokraten (wo es den Faschismusvorwurf gegenüber der AfD auch gibt); und manche Linke, die mit einem solchen Attribut hausieren gehen, geben dann tatsächlich Wahlempfehlungen für C-ler, um den Erfolg von AfD-Kandidaten zu verhindern (so geschehen bei Kommunalwahlen in einer westdeutschen Stadt). Diese letzte Konsequenz will ich dir allerdings nicht unterstellen.

    Die Vorträge und der Artikel des GS bemühen sich dagegen um eine andere Erklärung, die du übrigens in deinen Ausführungen mit keinem Wort erwähnst: In der politischen Klasse der BRD gibt es einen Streit über den Erfolgsweg der Nation, der wegen Russlands Krieg in der Ukraine und der Aufkündigung der Einheit des Westens durch Trump nicht mehr wie bisher beschritten werden kann. Alle Argumente dazu kann man an anderer Stelle nachlesen oder nachhören, die will ich hier nicht wiederholen. Entscheidend ist die Einsicht, die dabei herauskommt: Ob eher demokratisch oder eher faschistisch: So trostlos und brutal sind die Alternativen, wenn der (bürgerliche) Staat den Erfolg der Nation erzwingen will.

  3. @ Fargo: Ich dachte eigentlich, dass ich mich klar genug ausdrückt habe. Weder ging es um die Hervorhebung eines Schreckgespenstes, noch um die bloße Zuweisung bzw. Verteilung von Attributen oder das Herauskehren einer demokratischen Einheitsfront.
    Es sollte gesagt sein, dass es eine VERHARMLOSUNG ist, wenn man die Positionen der Fraktionen nicht sauber auseinanderhält, sowohl was die Merz-Regierung mit ihren Vorhaben wie auch das Programm der ganz Rechten betreffen. Darüber muss man sich schon einig sein und das klären bevor / während man auf die konkreten Inhalte eingeht. Da muss dann auch nicht mehr reingelesen werden!

    Was die Sache mit dem sogenannten Erfolgsweg der Nation angeht, so habe ich in der Tat nicht viel dazu geschrieben, weil ich mich zunächst von der (inneren) Verfasstheit bezgl. der Programme her genähert habe. Der Widerstreit hinsichtlich der äußeren, imperialistischen Seite, den du anschneidest, gibst du ja selber abschließend wieder, also ob faschistisch oder bürgerlich-demokratisch, wobei zwei Sachen auseinander zu halten sind: Die AFD tritt an, sich Russland anzunähern, woraus sie ja auch keinen Hehl macht. Der andere Streit betrifft die Parteien an der Macht, die streiten, inwieweit sie sich noch auf die USA resp. NATO für ihrer Vorhaben stützen können bzw. selber voranschreiten, was aus meiner Sicht längst entscheiden ist: die beschleunigte Aufrüstung in ganz Europa spricht da für sich Bände.

  4. Wahrscheinlich verstehe ich schon wieder alles falsch, aber wie kommst du eigentlich auf Verharmlosung? Du schreibst, es würde nicht ernst genommen, warum sich die C-ler von der AfD abgrenzen. Doch, es wurde erklärt, warum die sich abgrenzen: Weil sie sich grundsätzlich uneinig sind mit der AfD über die Art und Weise, wie Deutschland seine Macht in der Welt entfalten soll. In aller Knappheit formuliert: Die Regierung will es im Bündnis mit EU und NATO bewerkstelligen; die AfD will D als Macht, die ohne Rücksicht auf andere Mächte ihre Interessen gewaltmäßig durchsetzt. Dafür tut die Regierung nach Ansicht der AfD zu wenig bzw. nix, und von da aus nimmt sie die Verfasstheit der deutschen Gesellschaft in den Blick: Überall sieht sie unsinnige bis schädliche Gesinnung („Genderwahn“, „Klima-Lüge“ usw.) und eine volksfeindliche (weil noch zu „ausländerfreundliche“) und wirtschaftsfeindliche (u.a. schon wieder „Klima-Lüge“) Politik am Werk, wodurch Deutschlands Machtentfaltung behindert wird.

    Wo wurde jetzt was verharmlost?

    Eine kleine Polemik kann ich mir nicht verkneifen: BEVOR (!?) man auf die Inhalte (der Parteien) eingeht, müsse man sich darüber einig sein, dass man unterscheiden muss (wer hätte das gedacht!) – UM nicht zu verharmlosen? Also steht vor einem Urteil über die Sache von vornherein die VERurteilung einer Seite fest?

  5. Ich vermute, dass rote Zora den Artikel schlicht nicht zu Ende gelesen hat.
    Der Unterschied Zwischen CDU und AFD wird doch ausführlich behandelt.

  6. Ich habe mich in meinen Ausführungen nicht auf das bezogen, was als Unterschied in dem Flugtext besprochen wird, sondern auf die genannten Gemeinsamkeiten: das ist von „so viel Einigkeit war selten“ oder „Reststreit“ die Rede. Das stimmt so nicht. Der Grund für die Brandmauer ist nicht, dass Merz und Co. nicht mehr wüssten, was sie von ganz rechts trennt. Sie beharren ja gerade auf der Trennung und das machen sie nicht zum Spass, das muss man schon ernst nehmen. Alles andere ist ür mich Verharmlosung, weil unter den Tisch gekehrt wird, dass es sich hier um zwei konkurierende Subjekte handelt, die nach macht streben. Wie bzw. mit welchen Inhalten sie das tun, ist ein andere Frage: So ist etwa Remigration nicht gleich Begrenzung des Zuzugs all derer, die nicht gebraucht würden. Das haben Merz und Co eig immer schon so gesehen. Auch beim Stadtbil ist für Merz nicht das Problem der Migrant schlechthin, sondern der, der nicht brav arbeiten geht und die Strassen unsicher mache. Der Standpunkt der AFD ist da ideologischer: sie hat z.B. mit dem Islam ein Problem, da der die gute deutsche Kultur vergiften würde. Auch beim Klima: Merz meinte kürzlich, dass es für Deutschland zu teuer, resp. wachstumsschädlich sei, auf erneuerbare Energiequellen zurück zu greifen und stattdessen wider zur Atomkraft zurückkehren zu wollen. Grüner Wahn ist da ein anderes Argument. Die Liste lässt sich beliebig weiter führen bzw. wurde dazu schon etwas oben aufgeführt. Vielmehr ist es die AFD selber, die zu Merz keinen Unterschied sehen und sich damit ihm anbiedern wlll, gemeinsame Sache zu machen.

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