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06.03.2026 | Nürnberg | Pistorius klärt die Jugend auf: Der Preis der Freiheit – euer Kriegsdienst am Vaterland

Von • März 5th, 2026 • Kategorie: Veranstaltungen

Zeit: Freitag | 06.03.2026 | von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Ort: Nachbarschaftshaus Gostenhof | Seminarraum 1 | Adam-Klein-Straße 6 | 90429 Nürnberg
Veranstalter: SG

Diskussionsveranstaltung:

Pistorius klärt die Jugend auf: Der Preis der Freiheit – euer Kriegsdienst am Vaterland

Die Bundesregierung macht das Land kriegstüchtig. Dafür gibt sie Milliarden für die Aufrüstung aus und will Teile der Jugend für den Dienst an der Waffe. Auf den wollen die sich nicht ver­pflichten lassen und gehen auf die Straße.

Großartig – findet das ausgerechnet der Verteidigungsminister. Er hat mitbekommen, dass sich die demonstrierenden Schüler anstelle von Militärdienst und Kriegsein­satz eine andere Zukunft vorstellen. 

Des­halb wirbt er für die Wehr­pflicht – mit drei verkehrten Gedanken­schrit­ten:

1. Wenn die Schüler protes­tieren und demonstrieren, dann neh­men auch sie die Freiheit dazu wahr. 

2. Diese Freiheit gibt’s nur, weil der deut­sche Staat sie ge­währt und schützt.

3. Wenn dieser Staat in einem kriegsträchtigen Gegensatz zu einer ausländischen Staats­macht steht wie aktuell zur russischen, dann hat er das Recht zu for­dern, dass auch die Jugend seinem Schutz dient. Dementsprechend ha­ben sich die protestierenden Schüler den Schutz des Staates zum An­liegen zu machen, gegenüber dem alles un­wichtig ist, was sie selber wollen.

Ziemlich frech, der Herr Pistorius: Die Demonstranten sollen zu ihrer Kritik die un­vernünftige Stellung einnehmen, die Erlaubnis, sie zu äußern, als ho­hen Wert anzusehen und sie wichtiger zu neh­men als den Inhalt, um den es ihnen geht.

Er verlangt von ihnen allen Ernstes, dem Wehrdienst zuzustimmen, weil sie dagegen demon­strie­ren dürfen.

Und dabei ist klar: Pistorius und Kollegen machen in Sa­chen Aufsto­ckung der Bundeswehr nichts davon abhängig, dass sie aufmüp­fi­ge Schüler oder überhaupt die Jugend mit ihren Beleh­rungen über­zeu­gen. Sie reden ja gerade über die Wiedereinführung der Wehr­pflicht und diskutieren die entsprechen­den Optionen da­für unter­ein­ander, wäh­rend sie groß­zügigerweise die Kritik der Demonstranten erlau­ben und an sich abtropfen lassen.

Und damit machen sie total klar, was die wirkliche Reihenfolge von Kriegsbedarf des Staates und den schönen Werten ist, mit denen sie werben:

– Was der Staat über die Jugend be­schließt, steht als Erstes fest: Kriegsbereitschaft, einschließ­lich Wehr­dienst muss sein.

– Als Zwei­tes wird ihr dann erzählt, dass auch sie den Wehrdienst braucht – wegen Meinungsfreiheit und ande­rer hohen Wer­te; der Jugend werden so ein paar Inter­pretationen für den Beschluss der Regierung nachge­liefert, in dem sie so oder so – frei­willig oder per Dienstverpflich­tung – für den Wehr­dienst bereits verplant ist.

Schon darum ist es keine gute Idee, diese hohen Werte – „Frei­heit“, „Frieden“ usw. – als Forderung gegen die Regierung hochzuhal­ten.

Die sagt doch gerade an, wofür diese Werte stehen, weil sie es so be­schließt: An „unserer Freiheit“ ist derzeit das Wichtigste, dass der Mos­kauer Bösewicht sie „uns“ wegnehmen will; und vom „Frieden in Euro­pa“ soll man vor allem im Kopf behalten, dass es den nur als Leis­tung überlegener deutscher Militärgewalt gegen den „Kriegstrei­ber“ im Osten gibt.

Deshalb können Pistorius und andere Politiker mit die­sen Werten genau den Anspruch an die Jugend, den Teile von ihr ablehnen, als unwi­dersprechlich präsentieren.

Wir behaup­ten: „Frieden“ und „Freiheit“ sind die verlogenen und zu­gleich total passenden Formeln für den Bedarf des Staates nach Durch­setzung seiner Macht. Also für alle Zwecke, die er machtvoll und, wenn es sein muss, auch mit Krieg verfolgt.

https://sozialistische-gruppe.de/pistorius-klaert-die-jugend-auf-der-preis-der-freiheit-euer-kriegsdienst-am-vaterland

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