11.03.2026 | Heidelberg | „Objektive Erkenntnis ist ein Ding der Unmöglichkeit“? Argumente des Philosophen Hegel gegen diesen verbreiteten Allgemeinplatz
Von webmaster • März 4th, 2026 • Kategorie: VeranstaltungenZeit: Mittwoch | 11.03.2026 | 19:00 Uhr
Ort: ZEP – Studentisches Wohnzimmer | Zeppelinstr. 1 | Heidelberg
Veranstalter: VERSUS-Politik
Vortrag & Diskussion:
„Objektive Erkenntnis ist ein Ding der Unmöglichkeit“ – die nach wie vor richtigen Argumente des Philosophen Hegel gegen diesen verbreiteten Allgemeinplatz
Was den Philosophen Hegel (1770 – 1831), dessen Texte als schwer verständlich gelten, für ‚kritische Menschen von heute‘ interessant macht?
Antwort: Er hat bis heute gültige, weil richtige Argumente gegen den Skeptizismus des Denkens geliefert.
Dieser Skeptizismus hat nicht nur die Schulen und Hochschulen erobert, sondern gilt überhaupt und allgemein als der Weisheit letzter Schluss:
Alles Denken ist „relativ“ und „subjektiv“ und „objektive Wahrheit“ gibt es nicht. Dem so ganz ins subjektive Meinen verwandelten Denken hat man dann aber mit „Respekt“ und „Toleranz“ zu begegnen, egal, wie vernünftig oder wie abstrus dessen Inhalt ist: Kritik an Gedanken gilt dann als anmaßend und übergriffig.
Dabei ist die Forderung, dass sich alles Denken als „bloß subjektiv“ zu relativieren hat, erstens ein Widerspruch zu dem, was Denken ist und worauf es abzielt – sogar der Satz, dass es „keine objektive Wahrheit geben kann“, beansprucht doch, wahr zu sein, oder?
Zweitens entzieht sie jeder Kritik an gesellschaftlichen Zuständen und politischen Entscheidungen ihr einziges Mittel – kein Argument kann dann Gültigkeit beanspruchen, alles wird zum bloß subjektiven und unmaßgeblichen Meinen.
Der Vortrag vollzieht die Hegelschen Argumente gegen den Skeptizismus anhand einiger ausgewählter Textstellen aus seinem Werk nach – eine Diskussion darüber ist ausdrücklich erwünscht.
Neben dem, was man von Hegel lernen kann, soll schließlich auch sein größter Fehler, sein affirmativer Idealismus zur Sprache kommen: „Was vernünftig ist, das ist wirklich, und was wirklich ist, das ist vernünftig.“
Flyer / Ankündigungsflugblatt:
https://versus-politik.de/uploads/HD_VuD_260311_Hegel.pdf
PS: Es wäre sehr zu begrüßen, wenn es dann davon eine Aufzeichnung gäbe!

Leseempfehlung:
Artikel zum Fehler der (Wissenschafts-)Toleranz aus dem ‘GegenStandpunkt’-Vorläufer ‘MSZ’ (Marxistische Streit-und Zeitschrift):
Toleranz — MSZ Ausgabe 10-1987
https://msz.gegenstandpunkt.com/1987-10-toleranz
https://msz.gegenstandpunkt.com/sites/msz8/files/artikel/pdf/87_10_toleranz.pdf
„Das wissenschaftliche Dogma von der Unmöglichkeit, etwas Genaues wissen zu können, ist nichts weiter als das zum Rang einer Denkqualität erhobene Kritikverbot. So geben tolerante Menschen innerhalb und außerhalb der Wissenschaft zu erkennen, daß ihnen das Wesen des Urteilsvermögens nicht ganz unbekannt ist.
Das Toleranzgebot, mehr oder weniger überzeugend zu Herzen genommen, schützt die Existenz des Gedankens vor der ihm einzig möglichen Anwendung: Mit der begründeten Kenntnis über Staat und Gesellschaft eine Anleitung zum praktischen Umgang mit der Natur und dem gesellschaftlichen Reichtum – also gegen die demokratische Lebensordnung und kapitalistisches Geschäft – zu haben und überzeugend einzusetzen.“