19.11.2025 | Köln | Gruppe Widerspruch: Der Reichtum der kapitalistischen Gesellschaft: nichts als Schulden … und das ist auch völlig sachgerecht!
Von webmaster • Nov. 14th, 2025 • Kategorie: VeranstaltungenZeit: Donnerstag | 19.11.2025 | 19:00 Uhr
Ort: TH Köln | Raum 214 | Ubierring 48 | 50678 Köln
Veranstalter: Gruppe Widerspruch
Workshop:
Der Reichtum der kapitalistischen Gesellschaft: nichts als Schulden … und das ist auch völlig sachgerecht!
Schulden und Kredit haben in dieser Gesellschaft einen schlechten Ruf. Wer Schulden macht, gilt als unsolide, kommt mit dem Geld nicht aus. Dieser Vorwurf trifft sogar den Staat, dem die „schwäbische Hausfrau“, die stets mit ihrem Geld auskäme, als Gegenbild präsentiert wird.
Der Geldverleih, also das Geschäft der Banken, löst einerseits Faszination aus: gigantische Gewinne nur durch Geldgeschäfte ohne jede Produktion von Waren oder Dienstleistungen plus die Abhängigkeit der gesamten Wirtschaft von der Kreditvergabe der Banken. Andererseits liegt auch immer der Vorwurf nahe, die dort stattfindende Geldvermehrung sei eine Ausbeutung der eigentlich produktiven Teile der Wirtschaft. Auf die Spitze getrieben in der Entgegensetzung von „raffendem“ und „schaffenden“ Kapital.
Auch Linke sind nicht gut auf die Banken und ihr Geschäft zu sprechen. Sie entdecken zum Beispiel im Zins einen Wachstumszwang, der den Kapitalismus erst richtig schlimm mache.
Dagegen soll im Workshop argumentiert werden. In einer Wirtschaftsweise, die auf Geldvermehrung abzielt, entsteht das Bedürfnis nach Kredit bei den produzierenden Unternehmen. Nur weil sie dieses Bedürfnis haben, gewinnen die Banken, die Bedeutung, die sie haben. Der Zins zwingt der kapitalistischen Ökonomie kein Geldvermehrungsinteresse auf, das sie nicht selbst schon hat. Und so ist es auch völlig sachgerecht, dass das Geld dieser Gesellschaft aus nicht anderem besteht als Schulden.
Zu kritisieren sind nicht Banken und Kredit, sondern die Funktionsweise dieser Ökonomie insgesamt.
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