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Kritik an Ideologien, Aufklärung über populäre Irrtümer, Kommentare zum Zeitgeschehen

GegenStandpunkt 3-18 erscheint am 21.09.2018

Von • Sep 16th, 2018 • Kategorie: Allgemein

 

GegenStandpunkt 3-18

Politische Vierteljahreszeitschrift

Erscheinungsdatum: 21.09.2018

 

Artikel in dieser Ausgabe:

https://de.gegenstandpunkt.com/publikationen/zeitschrift/gegenstandpunkt-3-18

 

Wovon die deutsche Exportnation lebt

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/wovon-deutsche-exportnation-lebt

 

Der Geist der Nation 2018: Gehässiger Nationalismus, der sich immer noch unterdrückt vorkommt

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/geist-nation-2018-gehaessiger-nationalismus

 

Vom Nutzen der wunderbaren Errungenschaft, sich aus eigener Kraft um sich selbst kümmern zu dürfen: Die Freiheit der Fahrradknechte

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/freiheit-fahrradknechte

 

Von der befristeten Aufregung um die Entfristungskriterien der Post

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/aufregung-um-entfristungskriterien-post

 

Die Reform der Entsenderichtlinie

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/reform-entsenderichtlinie

 

Essener Tafel: Ein Skandal um die unanständige Diskriminierung einer anständig diskriminierten Masse Armer

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/essener-tafel

 

Armutsdebatte 2018

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/armutsdebatte-2018

 

Der Kampf um die öffentliche Meinung: Netz- versus ‚seriöse‘ Öffentlichkeit

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/netz-versus-serioese-oeffentlichkeit

 

Noch einige Lehren aus Trumps Amerika über die Demokratie: Kampf gegen die etablierte Presse und für die Etablierung einer neuen

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/lehren-trumps-amerika-ueber-demokratische-presse

 

Trump und Putins Russland

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/trump-putins-russland

 

 

Inhaltsverzeichnis:

https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/zeitschrift/werbung/gs20183_inhalt.pdf

 

Werbetext:

https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/zeitschrift/werbung/gs20183_werbung.pdf

 

Deutscher Nationalismus und seine Sorgen Der Geist der Nation 2018: Gehässiger Nationalismus, der sich immer noch unterdrückt vorkommt

Wenn es nach dem nationalen Zeitgeist, der öffentlichen Aufregung und Stimmung im Lande geht, leidet das Volk an nichts so sehr wie an den ‚anderen‘. Im Innern an den Flüchtlings-‚massen‘: Die Armutsgestalten, die es dank vorsorgender Politik längst immer weniger hierher schaffen, stören unsere schöne Ordnung, bringen Verbrechen in das Land, in dem es Kriminalität vorher kaum gegeben hat, machen sich in unserem Sozialsystem breit, das bekanntlich ein Kleine-Leute-Paradies ist… Und was Europa angeht, sieht es kaum besser aus: Da erheben unfähige ausländische Politiker und ihre Rentner- und anderen Massen frech Anspruch auf ‚unser Geld‘.

Es scheint die wichtigste Sorge zu sein, dass das deutsche Volk sich nach innen und außen der Angriffe auf ‚seine Anrechte‘ und ‚seinen wohlverdienten Wohlstand‘ zu erwehren hat. Das Volk fordert sein Recht – und das besteht in Ausgrenzung der anderen, im eisern festgehaltenen Standpunkt, dass denen nicht zusteht, was ‚unser‘ ist. Und die öffentlichen und politischen Volksbetreuer wälzen die verständnisvolle Frage, inwieweit das Volksempfinden nicht Recht hat und mit seiner nationalistischen Missgunst und Gehässigkeit Recht kriegen muss. Denn darüber streiten die Politiker längst selbst: Ob sie es nicht an Schutz des eigenen Volks vor ‚Überfremdung‘, also an nationalem Egoismus nach innen und außen haben fehlen lassen. Wenn dann ‚besorgte Bürger‘ aus dem Ruder und in Pogromstimmung auf den Plätzen dieser Republik zusammenlaufen, dann haben genau dieselben Politiker aber überhaupt kein Verständnis mehr. In einem gesunden Rechtsstaat liegt das Monopol auf Gewalt, nach der das gesunde Volk einen so unstillbaren Bedarf hat, nämlich ganz allein bei ihnen.

 

Der anspruchsvolle Nationalismus des Exportweltmeisters Deutschland

Die offiziellen Anwälte einer Besinnung auf die eigenen Werte und Rechte treiben dabei allerdings noch ganz andere Sorgen um als die Not, ihre nationalistisch aufgehetzten Massen zufriedenzustellen. Sie wissen schon, dass die Nation mit ihrem ‚Wohlstand‘ von handfesteren Leistungen lebt als vom rücksichtslos bedientem Fremdenhass und der Abwehr von Asylsuchenden und anderen Schmarotzern an den Leistungen deutschen Volksfleißes und -gehorsams: von seinem Status als Exportweltmeister nämlich, seinem kapitalistischen Erfolg mit Auto-, Maschinen- und sonstiger wettbewerbsfähiger ‚Spitzenindustrie‘ auf dem Weltmarkt. Dass gerade in Zeiten globaler Krisen- und Verdrängungskonkurrenz dieser Erfolg gegen andere Nationen ausschlägt, dass deutsche Geschäftstüchtigkeit deren Unternehmen aus dem Markt wirft und ein ganzes europäisches Staatenumfeld in Europa in Zahlungs- und Haushaltsnöte stürzt – das geht darum in Ordnung; die wenig bekömmlichen Nebenwirkungen des automobilen Personen- und Warenverkehrsirrsinns, an dem Deutschland so weltmeisterlich verdient, sowieso.

Zu ernsten Sorgen aber sehen sich deutsche Politiker veranlasst, weil die Grundlagen dieses deutschen Wachstumserfolgs bedroht sind. Die kommen in diesem Zuge allesamt zur Sprache. Angefangen von der hemmungslos ausgenutzten amerikanischen Lizenz zur globalen Bereicherung, die unter Trump nun fraglich wird; über die freche Rollenzuweisung an China als gefälligst immerzu wachsend zahlungsfähiger Nachfrager für deutsche Produkte, der nun zum immer größeren Konkurrenten wird, der nicht bestellt war; bis hin zu den gnadenlos strapazierten europäischen Partnern, die mit den Niederlagen, die Deutschland ihnen beibringt, nicht den schönen Euro beschädigen sollen, den es an ihnen verdient: Das sind die wirklichen, gegensätzlichen und im Verhältnis zu den anderen notwendig konfliktträchtigen Grundlagen des Erfolgs, den Deutschland als sein Recht beansprucht, dessen Erfüllung ihm der ganze kapitalistische Globus schuldig ist und schuldig zu bleiben droht.

 

Was es in der Nation auch noch gibt: Das Prekariat und seine sozialstaatliche Betreuung

Was es mit ‚unserem Wohlstand‘ auf Seiten des Volks, das für ihn arbeiten darf, auf sich hat, kommt allerdings durchaus auch zur Sprache – vor allem hinsichtlich der Billiglohnexistenzen und Armutskarrieren, die offenkundig zum Alltag des Lohnarbeiterdaseins in einem reichen Land wie dem unseren gehören. Das wachsende Prekariat und Heer der ‚working poor‘ firmiert unter der Rubrik Schattenseiten, bzw. Problem- und Störfälle unserer schönen Ordnung und ist Anlass zu Sorgen der höheren Art: ob diese Leute durch Politik, Recht und am Ende mildtätige Fürsorge auch ordentlich genug betreut werden und – vor allem – die moralische Anerkennung bekommen, die sie verdienen, weil sie, ohne frech zu werden, ihr Schicksal so anständig ertragen. Diese Frechheit gibt es für die Betroffenen gratis, und sie gehört offensichtlich auch zum Geist dieser Nation – so wie all diese Formen der Armut zu ihrem Reichtum gehören.

One Response »

  1. Peter Decker: Der Geist der Nation (jw, 19.9.2018)
    Ein gehässiger Chauvinismus, der sich immer noch unterdrückt vorkommt. Und der Ausländerhass wird inzwischen nicht mehr dem rechten Rand überlassen

    Mehr denn je scheinen Deutschland und die Deutschen keine anderen und schon gleich keine wichtigeren Probleme zu haben als die Anwesenheit von ein paar hunderttausend Flüchtlingen im 80-Millionen-Volk. Die Zahlen der Neuankömmlinge sind drastisch zurückgegangen, die Balkanroute ist, der Seeweg übers Mittelmeer wird blockiert, Durchgangsländer internieren Migranten, die nach Europa wollen; diejenigen, die es doch hierher schaffen, werden in Ankerzentren eingesperrt und in Zukunft nur mehr mit „Sachleistungen“ versorgt – alles, was abschreckt, ist willkommen und wird gemacht.
    Der CSU und dem Bundesinnenminister aus dieser Partei reicht das nicht.

    Seit dem ersten Tag in seinem Amt befolgt Seehofer die Lehre aus der misslungenen Bundestagswahl des letzten Jahres, dass die Demokraten den Ausländerhass nicht den Rechtsradikalen überlassen dürfen, und fährt eine Endloskampagne gegen eine deutsche Großzügigkeit gegenüber Hilfesuchenden, als ob etwas derartiges bis dahin Regierungslinie gewesen wäre…

    https://www.jungewelt.de/artikel/340138.deutsche-zust%C3%A4nde-der-geist-der-nation.html

    Der vollständige Aufsatz (mit den zusätzlichen Kapiteln »›Die Zeit des geordneten Multilateralismus ist vorbei‹ [Söder] – unrelativierter Nationalismus ist angesagt« und »Das bessere Deutschland – in der Defensive und selbst sehr defensiv«) ist im aktuellen Heft 3/2018 nachzulesen.

    Gliederung des weiteren Artikels:

    I. Der Ausländerhass wird nicht mehr dem rechten Rand überlassen
    – Das nie befriedigte Recht auf nationale Identität und sein polemischer Inhalt
    – nicht unilateral, nicht unabgestimmt, nicht zu Lasten Dritter

    II. Der andere, materielle Gehalt der nationalen Identität: Unser Geld

    III. Die Zeit des geordneten Multilateralismus ist vorbei (Söder) – unrelativierter Nationalismus ist angesagt

    IV. Das bessere Deutschland – in der Defensive und selbst sehr defensiv

    https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/geist-nation-2018-gehaessiger-nationalismus

    Online: https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/geist-nation-2018-gehaessiger-nationalismus

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