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Mannheim | 18.09.2018 | 150 Jahre „Das Kapital“ von Karl Marx: Eine etwas andere Einführung in die Kritik von Geld und Ware, Eigentum und Tausch

Von • Sep 9th, 2018 • Kategorie: Veranstaltungen
18. September 2018
19:00

Im Rahmen der Kritischen Einführungswochen an der Uni Mannheim (04.09. – 29.09.2018) Organisiert von Die Linke.SDS Mannheim / Unterstützt durch Die LISTE Uni Mannheim

 

Zeit: Dienstag | 18. September 2018 | 19:00 Uhr
Ort: Uni Mannheim | O142

Veranstalter: DGB Mannheim und IGM Jugend Mannheim

 

150 Jahre „Das Kapital“ von Karl Marx: Eine etwas andere Einführung in die Kritik von Geld und Ware, Eigentum und Tausch

Referent: Prof. Dr. Freerk Huisken (Uni Bremen)

 

Ist „Das Kapital“ – genau genommen vor 151 Jahren erstmals veröffentlicht – von Karl Marx einmal Gegenstand an deutschen Hochschulen, dann herrscht im Lehrbetrieb in der Regel folgende Betrachtungsweise vor: Seine Kapitalismuskritik mag historisch ihre Berechtigung gehabt haben. Doch da die Prophezeiung vom Untergang des Kapitalismus einfach nicht aufgegangen ist und auch der Sowjetkommunismus die Segel streichen musste, fällt die Befassung mit diesem Werk in die Abteilung Wissenschaftsgeschichte‘.

Um nützlich ausgebildete Ökonomen*innen bemühte Hochschullehrer*innen lehren dagegen heute, dass der Kapitalismus, besser: die soziale Marktwirtschaft Klassengegensätze und die Ausbeutung a la Manchesterkapitalismus überwunden hat. Der Markt, das erfährt man übrigens schon in der Schule, steht heute jedem Bedürfnis offen. Mit dem Geld hat man das Mittel, sich auf ihm in der Warenwelt zu bedienen. Natürlich muss man sich das Geld erst verdienen. Vom Himmel fällt es nicht. Das verschweigen auch die gelehrten Ökonomen*innen nicht. Doch dafür – wissen sie – ist unsere freie und gerechte Gesellschaft als Leistungsgesellschaft eingerichtet, in der letztlich jeder nach seiner Anstrengung verdient, was er verdient.

Bereits ein Blick auf die kapitalistische Realität lässt erhebliche Zweifel an der Stimmigkeit dieser Urteile aufkommen:

– Wie kann das Geld ein Mittel sein, das den Konsumenten*innen gemäß ihrer Bedürfnisse zur Verfügung steht, wenn die meisten von ihnen permanent über Geldmangel klagen. Wenn sogar offiziell von Kinder-, Jugend-, Single- und Altersarmut die Rede ist?

– Wie steht es mit dem Geldverdienen, wenn die Einrichtung von Niedriglohnsektoren das Mittel der Konkurrenz zwischen Nationalökonomien ist? Wird in diesen Sektoren denn nichts geleistet?

– Und was ist der Prognose zu entnehmen, dass die Zukunft dieser Ökonomie, gefasst als „Industrie 4.0“, für große Teil der einkommensabhängigen Menschheit überhaupt keine Verdienstquelle mehr bereit stellt?

Dabei kann eines gar nicht bestritten werden: In der Marktwirtschaft ist jedermann die freie Bedürfnisbefriedigung erlaubt. In der Tat ist das Geld das Zugriffsmittel, mit dem sich der Warenreichtum dem Bedürfnis erschließt. Nur: Man muss es eben haben und möglichst in einer Quantität, die es erlaubt, das Leben gemäß der privaten Wünsche einzurichten. Und genau da liegt der Haken: Das Geldverdienen ist für die Mehrheit der Bedürftigen unter Bedingungen gesetzt, die sie selbst gar nicht in der Hand haben.

Was es mit Geld und Ware, Eigentum und Tausch, dem Geldverdienen der Leute mit und ohne eigene Einkommensquelle auf sich hat, soll im Vortrag geklärt werden. Es wird dabei eine Kritik vorgestellt, die von den Erfahrungen ausgeht, ohne die in dieser Marktwirtschaft kein Mensch sein Leben und Überleben organisieren kann. Eine Nacherzählung der Argumente aus dem „Kapital“ von Marx sollte man deswegen nicht erwarten.

 

https://www.facebook.com/events/295487334577210/

 

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