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Protokoll des jour fixe München vom 14.05.2018

Von • Mai 27th, 2018 • Kategorie: Protokolle

Protokoll des jour fixe München vom 14.05.2018:

 

Europa und sein Hinterhof auf dem Balkan – Eine Bilanz des großen europäischen Friedenswerks (GSP 1-18)

 

https://de.gegenstandpunkt.com/jfp/jf-protokolle

 

https://de.gegenstandpunkt.com/sites/default/files/jf-protokolle/jf180514-hinterhof-balkan.pdf

 

vgl:

 

Europa und sein Hinterhof auf dem Balkan – Eine Bilanz des großen europäischen Friedenswerks (GS 1-18)

Seitdem der Nato-Bombenkrieg den Tito-Staat auf dem Balkan beseitigt hat, ist die Staatenwelt um eine Handvoll Kleinststaaten reicher, die die wohlwollende europäische Erziehungsdiktatur der „Heranführungs“-Methoden genießen. Angesichts der Aussicht auf eine neuerliche Osterweiterung um die Staaten des Westbalkan, denen die EU in Gestalt von Juncker seit neuestem eine glaubwürdige Beitrittsperspektive, dieses Mal sogar mit Datum, verspricht, lohnt sich ein Blick darauf, was das bekanntermaßen werte-beflissene, gutartig-zivile europäische Bündnis dort zustande gebracht hat:

– Der europäische Fortschritt in Gestalt von Transformation und Zerschlagung der jugoslawischen Produktionszusammenhänge hat die Balkan-Völker weitgehend befreit von den früheren industriellen Grundlagen, so dass Korruption und Bandenkriminalität bzw. Auswandern die entscheidenden Erwerbsquellen darstellen;

– Mit kaum hinreichenden Existenzbedingungen haben sie sich die Qualifikation als „sichere Herkunftsstaaten“ verdient, was deutsche Innenminister zu Komplimenten angesichts der flüssigen Abschiebeverfahren veranlasst; schließlich sollen die Hungerleider bleiben, wo sie hingehören;

– Das damalige große Mitfühlen mit den unterjochten Völkern hat sich aufgehört, heute macht sich der von der NATO zur Staatsgründung ermächtigte Nationalismus eher unbeliebt, mal im Golf von Piran, mal mit kosovarisch-serbischen Querelen und Störungen im europäischen Stromnetz;

– Eine Reihe von Staatsgebilden, die nach allen Kriterien halbwegs funktionierender Herrschaft als failed states einzustufen sind, dürfen gleichwohl nicht so genannt werden. Schließlich stehen sie dauerhaft unter Aufsicht, und auch wenn ihnen elementare Bedingungen fürs Staatmachen abgehen, muss Europa dennoch auf guter Führung bestehen und durch energisches Hineinregieren für Unterordnung unter die einschlägigen Direktiven sorgen. Nicht zuletzt auch deshalb, damit sich dort nicht Chinesen, Russen und andere Mächte breitmachen, die unseren europäischen Besitzstand gefährden könnten.

 

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/europa-sein-hinterhof-auf-balkan

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