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Militärischer Angriff auf Syrien: Der Dank des »freien Westens« für erfolgreiche Terrorismusbekämpfung

Von • Apr 24th, 2018 • Kategorie: Allgemein

 

KoKa Augsburg (15.04.2018):

 

Militärischer Angriff auf Syrien: Der Dank des »freien Westens« für erfolgreiche Terrorismusbekämpfung

 

Es ist einmal mehr klar geworden, was die USA und ihre Verbündeten Großbritannien, Frankreich und Deutschland unter „Terrorismusbekämpfung“ verstehen: Der Sturz einer Staatsgewalt, die sich nicht den Direktiven des Westens beugt, vielmehr eigene Ziele verfolgt und sich dazu mit Rußland verbündet. Dazu war der Westen so frei, den Terrorismus in Syrien zu ermuntern und über diverse Kanäle (Israel, Saudi-Arabien, Türkei) mit allerhand Waffen auch zu versorgen. Dabei war und ist es ihm ziemlich egal, wie islam-fundamentalistisch die dort wütenden Banden sich geben. Nicht minder zielte die Unterstützung der Kurden darauf ab, Syrien zu demontieren, zu spalten – die Beseitigung des IS im Nordosten war dazu Mittel und Notwendigkeit, diese Region Syriens unter Kontrolle zu bringen.

Es ist einmal mehr klar geworden, daß der Angriff Rußland galt, das sich von seinem Verbündeten – so sagte es der US-Präsident ja explizit – trennen soll. Würden sich die USA einfach von einem Verbündeten trennen, weil Rußland in dessen Land einen Vorfall mit Gift inszeniert?

Es ist überhaupt einmal mehr deutlich geworden, was die Strategie der USA samt Verbündeter ist – und es ist vollkommener Quatsch, wie manche Kommentatoren behaupten, 100 Raketen wären noch keine Strategie -: Je brüchiger die kapitalistische Weltordnung geworden ist – und sie ist es ja gerade auch zwischen den imperialistischen Staaten selber – desto mehr braucht es ein Dogma, an das alle glauben können und das sie zusammenhält: Es ist das immerwährende Feindbild Rußland, es ist jederzeit abrufbar. Nicht Putin, wie das Handelsblatt schreibt, stellt die Gemeinsamkeit des Westens wieder her, nein, der Westen stellt sie her, indem er Rußland schreit und Raketen, gerade noch unter der Weltkriegsschwelle abfeuert.

Es ist darüber hinaus völlig klar, daß dem freien Westen kein Mittel zu diesem Zweck zu gemein ist. In Sachen Giftgas kennt er sich – nicht erst, aber allzu offenkundig seit Vietnam – bestens aus und er schreckt nicht davor zurück, es einzusetzen. Das, was man selber tut, anderen zu unterstellen, entbehrt zwar nicht des offenkundigen Interesses, aber doch jeder Logik. Eine Armee auf dem Vormarsch wird nicht zu solchen Mittel greifen, einer geschlagenen Soldateska freilich ist jedes Mittel recht, das sie kriegen kann, auch eines aus ansonsten gottverdammten Christenhänden. Mit haltlosen Vorwürfen wurde im übrigen auch der Sturz Saddams Husseins im Irak legitimiert. Ebenso die ganz offene Unterstützung der Terroristen in Afghanistan, als Rußland noch die dortige Regierung sich als Verbündeten hielt.

Ja, die globale kapitalistisch zugerichtete Weltordnung unter Führung der USA bringt nicht nur jede Menge Terrorismus hervor. Sie verschafft mit dem Terrorismus dem Westen eine Möglichkeit unliebsame Staaten in die Steinzeit zu katapultieren – ohne dabei eigenes Menschenmaterial aufs Spiel zu setzen! – und Rußland vorzuführen, wie gut es daran täte, jeglichen eigenen Machtambitionen zu entsagen, seine Macht ganz und gar in den Dienst der USA zu stellen. Solange Rußland das nicht tut, kommt den USA der Terrorismus wie gerufen, er braucht ja nur noch kanalisiert zu werden!

Im übrigen war der Fall Syrien schon so gedacht: Anläßlich der überraschenden Aufstände in Nordafrika, die nicht auf Antrag des freien Westens stattfanden, war Syrien und der dort von außen inszenierte Aufstand gleichsam als Kollateralnutzen vorgesehen.

Die Krönung des ganzen Schauspiels ist natürlich die Heuchelei:

Trump behauptet doch glatt, die Welt, also die USA, könne doch nicht zulassen, was Assad seinem Volke antue. Als ob Assad den Terror nach Syrien gerufen hätte – die Terroristen kamen aus aller Welt, gerade weil sie durch die Haltung des Westens dort ein günstiges Betätigungsfeld glaubten vorfinden zu können. Über das, was Trump dem eigenen Volk zumutet, schweigen wir lieber, wir wollen uns ja nicht – wir sind ja keine Russen – in us-amerikanische Wahlkämpfe einmischen…

 

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