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Bremen | 12.04.18 | Katalanischer Sezessionismus gegen spanischen Zentralismus: Zweimal Volk, Staat und Nation zum Abgewöhne

Von • Apr 5th, 2018 • Kategorie: Veranstaltungen
12. April 2018
19:30

Zeit: Donnerstag | 12. April 2018 | 19:30 Uhr
Ort: BDP-Haus | Am Hulsberg 136 | Bremen

Veranstalter: Argumente & Diskussion Bremen

 

Katalanischer Sezessionismus gegen spanischen Zentralismus: Zweimal Volk, Staat und Nation zum Abgewöhnen

 

In Katalonien eskalieren Sezessionisten gegen die Zentralgewalt ihr Projekt einer eigenständigen katalanischen Staatlichkeit.

Dürfen die Katalanen das? – lautet die erste Frage, die alle für spannend halten. Wir halten sie für eher wenig spannend: Sie ist nämlich albern angesichts des Kampfes darum, von welcher nationalen Staatsgewalt die Katalanen in Zukunft als ihr Volk verbucht werden, die ihnen praktisch vorgibt, was sie dürfen und was nicht. Und dass so ein Kampf um die legitime Staatsgewalt übers Volk ganz selbstverständlich mit Gewalt gegen das Volk bzw. seine aufsässigen Teile geführt wird, also ohne Opfer durch das liebe Volk nicht zu haben ist, führen katalanische Sezessionisten und spanische Zentralgewalt in aller Abgebrühtheit vor.

Kann man die Katalanen nicht verstehen? – auch diese Frage interessiert uns eher nicht. Alle Antworten, die man darauf für gewöhnlich hört, sind nämlich keine, triefen dafür aber vor Verständnis. Das gilt für die lange glorreiche, also trostlose und blutige Geschichte, die kein heutiger Katalane selber erlebt hat; das gilt für die Sprache, in der genauso viel Sinn und Unsinn geredet wird, wie in jeder anderen; das gilt ebenso für das Gerede von einer überlegenen katalanischen Tüchtigkeit, um deren Früchte angeblich ungerechterweise Madrid die Katalanen bringt – als ob eine katalonische Zentrale solchen Reichtum ans Volk verteilen würde. Vom Gegenteil zeugen allzu deutlich alle Verweise auf die schlimmen ökonomischen Lebensumstände, die im Zuge der Krise und der Krisenbewältigung des letzten Jahrzehnts die Existenz vieler Katalanen versaut haben. Diese Lebenslagen unterscheiden sich nämlich keinen Deut von denen der Krisenopfer im Rest Spaniens. Auch eine prosperierende Marktwirtschaft in Katalonien lebt von den einschlägigen Unterschieden zwischen oben und unten, reich und arm.

Was taugt der in Katalonien aufsässig werdende volkstümliche Wunsch nach einer echt eigenen Herrschaft? – das ist darum die einzig wirklich spannende Frage. Denn auch wenn es heutzutage als ganz normal gilt: Einfach so einleuchtend ist jedenfalls nicht, wenn die durch die Taten ihrer politischen Herren in Madrid zum Wohl und Wiederaufstieg des spanischen Kapitalismus gebeutelten Massen auf nichts anderes kommen, als sich andere Herren zu wünschen, die ihnen denselben Kapitalismus dann auf katalanisch verabreichen.

 

https://www.argudiss.de/content/katalanischer-sezessionismus-gegen-spanischen-zentralismus-zweimal-volk-staat-nation-zum

 

https://www.argudiss.de/sites/default/files/ank/anhang%28pdf%29/eu-vs-trump_hb_0418_ank-e.pdf

 

 

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