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Dortmund | 07.02.2018 | (Soziale) Marktwirtschaft oder der Produktions- und Zirkulationsprozess des Kapitals?

Von • Jan 3rd, 2018 • Kategorie: Veranstaltungen
7. Februar 2018
18:00

Mittwoch | 7. Februar 2018 | 18.00 Uhr
DGB-Jugend Dortmund-Hellweg | Ostwall 17-21 | 44135 Dortmund

(Soziale) Marktwirtschaft oder der Produktions- und Zirkulationsprozess des Kapitals?

DGB-Jugend Dortmund-Hellweg

Die wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen die arbeitende Menschheit
schlechte Erfahrungen macht, regelmäßig auf Widersprüche und
Härten stößt, werden von den Verantwortlichen, speziell den
Nutznießern, so präsentiert, als müsste es im Grundsatz – alle
denkbaren Alternativen und Reformen eingeschlossen – so sein und
ginge gar nicht anders. Die Bezeichnung Marktwirtschaft, die ja nur
eine bestimmte Methode der Reichtumsherstellung und -verteilung
benennt, aber den Zweck der Veranstaltung verschweigt, ist dafür
geschaffen. Ein Wort – vor allem in Ergänzung mit den Attributen
„frei“ oder „sozial“ – soll die Vernünftigkeit und
Sachgemäßheit dieser Wirtschaftsweise, der besten aller möglichen,
verbürgen.

Dass die hochgelobte Wirtschaftsordnung selber zu sozialen
Unterschieden führt, kann man dem also schon entnehmen. Und wenn die
moderne Sozialforschung sich ihnen widmet, kommen Erinnerungen an die
Klassengesellschaft auf, wie es sie in den Frühzeiten des
Kapitalismus selbstverständlich gab. Die Rede von der
„Marktwirtschaft“ will zwar herausstellen, dass im
Wirtschaftsleben keine Klasse, sondern der Markt herrscht. Aber sie
kann eins nicht zum Verschwinden bringen, nämlich den Tatbestand,
dass es zwei „Sorten“ des homo oeconomicus gibt: die
Lohnabhängigen mit ihrer Arbeitsfähigkeit, die sie dem
Arbeit(platz)geber mit einer vertraglichen Abmachung verkaufen, und
ihre Vertragspartner, die handelnden Subjekte des Kapitals –
Familienunternehmen, Gesellschaften, Weltfirmen usw. –, die die
fremde Arbeit für ihren Verwertungszweck nutzen. Von Natur aus gibt
es diesen Unterschied der Menschen nicht, also ist er gesellschaftlich
gemacht. Folgende Punkte sollen im Einzelnen diskutiert werden:

1. Warum ist der ökonomische Zusammenhang nur im Austausch, in der
Zirkulation der Waren vorhanden, während in der Produktion eine
„ungesellschaftliche“ Form der „Freiheit des
Privatunternehmers“ herrscht?

2. Marx hat die beiden Sphären im „Kapital“ – Band 1, der
Produktionsprozess, Band 2, der Zirkulationsprozess – untersucht.
Welche Gesetzmäßigkeiten der Zirkulation sind hier besonders zu
thematisieren? Wie läuft die Bewegung des Kapitals von Vorschuss –
Produktion – Verkauf ab?

3. Was bedeutet es gesamtgesellschaftlich für die Produktion, wenn
sie der Reproduktion des Kapitalwertes unterworfen wird? Dabei können
Beispiele aus der Welt des Kommerzes als Anschauungsmaterial dienen
– wie Aufstieg und Fall von Airberlin, Schlecker, Opel oder auch
Erfolgsstories aus der Welt des industriellen Kapitals.

https://www.i-v-a.net/doku.php?id=termine

https://www.i-v-a.net/doku.php?id=books#zurueck_zum_original_-_zur_aktualitaet_der_marxschen_theorie

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