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Erlangen/Nürnberg | 02./09.11.2017 | Die kapitalistische Logik der Einkommensquellen

Von • Okt 19th, 2017 • Kategorie: Veranstaltungen
2. November 2017
19:15
9. November 2017
19:30

Wer verdient warum wie viel?

TEIL 2: DISKUSSIONSVERANSTALTUNG

Die kapitalistische Logik der Einkommensquellen

Warum verdient ein Radiologe, was er verdient? Er selbst mag davon überzeugt sein, dass es am Handwerk liegt, das er so gut beherrscht. Die Wahrheit ist das nicht. Es liegt an der Organisation des Gesundheitswesens, das ihm über die Kassen Honorare für seine Behandlungen zukommen lässt. Warum hinterzieht ein Fußballstar seine Steuern? Weil auch er meint, dass er mit seinen Anstrengungen im Beruf das viele Geld wert ist, das er verdient. Auch er liegt falsch. Dass ein paar Ausnahmespieler Spitzeneinkommen erzielen, kommt daher, dass sich der Staat gerne von Spitzensportlern repräsentieren lässt, eine ganze Industrie einen sportlichen Wettbewerb als ein monströses Geschäft aufzieht, und das Volk für Sternstunden seines Lokalpatriotismus massenhaft Eintrittspreise und Fanartikel bezahlt. Auch beim Straßenbahnfahrer ist nicht entscheidend, wie viel Geduld und Aufmerksamkeit er bei seinen Fahrten aufbringt und dass renitente Fahrgäste ihm den Tag versüßen. Was er verdient, wird zwischen der städtischen Verkehrsgesellschaft und seiner Gewerkschaft ausgehandelt. Und der besser bezahlte Pilot führt ihm vor, dass ein höheres Einkommen an der Stärke der Gewerkschaft hängt und die wiederum damit steht und fällt, wie auswechselbar das Personal im Cockpit ist. Wer das für Einzelfälle hält, die nur belegen, dass eigentlich ein Entsprechungsverhältnis zwischen den beruflichen Tätigkeiten und den mit ihnen erzielten Einkommen besteht oder wenigstens bestehen müsste, liegt erst recht falsch. In jedem Beruf muss zwar für das liebe Geld etwas getan werden. Die verschiedenen Verrichtungen der Berufstätigen sind allerdings nie der Grund für ihre Einkommen.

Nur, wenn es gar nicht so ist, dass die Einkommensunterschiede ihren Grund darin haben, dass sich der eine mit seiner Tätigkeit oder seinem Beruf mehr verdient macht als der andere, woraus ergeben sie sich dann?

Auf unserer Diskussionsveranstaltung wollen wir zum einen unsere Kritik an der Vorstellung ausführen, dass das Einkommen doch – irgendwie – der Tätigkeit entspricht, die jemand in seinem Beruf ausübt, oder zumindest entsprechen sollte, und zum anderen ein paar systematische Hinweise geben, warum das so ist, dass sich die einen mit ihrem Beruf zugleich lebenslange Geldsorgen einkaufen, und dass andere vor allem die Geldsorge umtreibt, wie sie ihr Geldvermögen am besten und sichersten anlegen können.

 

Erlangen:

Donnerstag, 2. November, 19:15 Uhr,

Sprecherrat (1. OG), Turnstr. 7

https://www.facebook.com/events/1963761820552001/

 

Nürnberg:

Donnerstag, 9. November, 19:30 Uhr,

Nachbarschaftshaus Gostenhof (Raum 205), Adam-Klein-Str. 6

https://www.facebook.com/events/354058891687464/

 

 

www.sozialistischegruppe.de

One Response »

  1. […] http://www.contradictio.de/blog/archives/7464 […]

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