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Theo Wentzke: Trump als Chance

Von • Okt 17th, 2017 • Kategorie: Allgemein

Trump als Chance

Mit dem neuen US-Präsidenten hat sich das Kräftegleichgewicht innerhalb der EU verschoben. Über die neue amerikanisch-polnische »Völkerfreundschaft« und ihre Konsequenzen

Von Theo Wentzke

 

Polen bildet den ersten exemplarischen Fall für die Kollision zwischen dem deutschen Euro-Imperialismus und der neuen amerikanischen Linie. Die Integration Osteuropas in das deutsch-europäische Großmachtprojekt, das auf der Potenz der Einheit des »Westens« basiert, kollidiert mit dem Standpunkt der USA, deren politischer Führung dieses gemeinsame Fundament keine Beachtung mehr wert ist und die es praktisch aufkündigt. In dieser neuen Lage besteht die eigentliche Brisanz der Sache, die von der polnischen Regierung als eine unerwartete Gelegenheit für ihre Emanzipationsbestrebungen wahrgenommen wird.

Für die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) unter der Führung von Jaroslaw Kaczynski, die immer schon mit der subalternen Rolle ihrer Nation in der EU gehadert hat, stellt der neue US-Präsident, der die europäischen Führungsmächte düpiert, indem er Polen zu einem seiner ersten Ansprechpartner in Europa macht, einen unverhofften Glücksfall dar. Im Verhältnis zu Brüssel vermehren sich die Streitfälle. Längst äußert die PiS eine Fundamentalkritik an der Politik der EU-Kommission und der deutschen Führungsmacht.

»Postkoloniale Logik«

Innere und äußere Feinde

Streitfall »Nord Stream 2«

Rückendeckung durch die USA

Energieoffensive

Die »Nuklearoption«

 

 

Theo Wentzke ist Redakteur der Zeitschrift Gegenstandpunkt. Mehr über Polen ist im aktuellen Heft 3/2017 sowie dem Heft 2/2016 nachzulesen.

Erhältlich unter: www.de.gegenstandpunkt.com

 

 

Quelle: junge Welt – Ausgabe vom 13.10.2017, Seite 12 / Thema

https://www.jungewelt.de/artikel/319915.trump-als-chance.html

 

 

vgl:

„America first!“ in Aktion – und die ersten Wirkungen (IV) (GS 3-17)

Amerikanisch-polnische Völkerfreundschaft – Die Eröffnung neuer Perspektiven für Polen dank Trump

 

Polen bildet den ersten exemplarischen Fall für die Kollision zwischen dem deutschen Euro-Imperialismus und der neuen amerikanischen

Linie: Die Subsumtion Osteuropas unter das deutsch-europäische Großmachtprojekt, das sich die Staatenwelt zurechtmacht und dabei auf der Potenz der Einheit namens „der Westen“ basiert, kollidiert mit dem Standpunkt der USA, denen dieses gemeinsame Fundament keine Beachtung mehr wert ist, die es praktisch aufkündigen. In dieser neuen Lage, in der „der Westen“ keine Verbindlichkeit mehr besitzt, besteht die eigentliche Brisanz der Sache, während die von der polnischen Führung vor allem als eine unerwartete Gelegenheit für ihre Emanzipationsbestrebungen wahrgenommen wird. Ebenso richtet sich der Blick von Deutschland in erster Linie darauf, dass es in seinem Anspruch auf ungehinderte Verfügungsmacht über die angegliederte Staatenwelt im Osten gestört wird.

Für die Kaczyński-Partei, die immer schon mit der subalternen Einordnung ihrer Nation in der EU hadert, stellt der neue US-Präsident, der die europäischen Führungsmächte düpiert, indem er Polen zu einer seiner ersten Adressen in Europa befördert, einen unverhofften Glücksfall dar. Im Verhältnis zu Brüssel akkumulieren sich die Streitfälle, und die PiS ordnet diese in ihre Fundamentalkritik an der EU ein, die der Politik von EU-Kommission und der deutschen Führungsmacht eine „post-koloniale“ nachsagt.

 

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/eroeffnung-neuer-perspektiven-fuer-polen-dank-trump

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