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Nürnberg | 06.07.2017 | Auch im Superwahljahr 2017 gilt: Wählen ist verkehrt!

Von • Jun 28th, 2017 • Kategorie: Veranstaltungen
6. Juli 2017
19:00

Vortragsveranstaltung

Do., 6.7.2017, 19.15 Uhr

Festsaal im K4/ Künstlerhaus; Königstraße 93, Nürnberg

 

Auch im Superwahljahr 2017 gilt: Wählen ist verkehrt!

 

Gemeinhin steht das höchste demokratische Recht beim Volkssouverän nicht im allerbesten Ruf. Es ist sehr die Frage, ob freie Bürger die Wahl überhaupt vermissen würden, wenn sie mal nicht angesetzt würde. Weisheiten der Art, dass das Wählen ja eh nichts ändert und dass ‚die da Oben‘ sowieso machen, was sie wollen, sind Gemeingut weit über staatskritische Zirkel hinaus.

Je näher der Wahltermin rückt, desto leiser werden freilich diese abschätzigen Stellungnahmen, desto mehr setzt sich der Standpunkt durch, dass man auf den – wenn auch unendlich kleinen – Einfluss, den man mit einer Wahlstimme auf die Staatsmacht ausübt, nicht verzichten darf: Dann kommt es – die Parteien sagen es den Wählern ja vor – mal wieder „auf jede Stimme an“.

Der knappe Ausgang des Brexit-Referendums und der Wahl von Donald Trump sowie der im europäischen Superwahljahr drohende Aufstieg von nationalistischen, EU-feindlichen Parteien in allen Mitgliedsländern liefern dafür so etwas wie ein überzeugendes Argument. Tatsächlich, hätten mehr junge Briten, die eher pro-Europa sind, und mehr linke Amerikaner von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, wäre nicht Trump heute US-Präsident sondern Hillary Clinton, und der Brexit stände heute nicht auf der Tagesordnung der EU. Wie im Rest der EU sehen es auch viele Deutsche in der Septemberwahl als ihr Interesse und ihre Aufgabe an, den Populisten und Nationalisten, den Ausländer- und EU-Feinden den Weg zur Macht zu versperren.

Mag es Zweifel geben, ob eine Wahlbeteiligung positiv eine Änderung der Politik im Sinn des Wählers bewirkt, negativ als Instrument zur Verhinderung der Machtergreifung der Falschen ist sie über jeden Zweifel erhaben. Da will dann schon keiner mehr wissen, wofür er eigentlich Partei ergreift, wenn er mit der Absicht, die AfD zu stoppen, sein Wahlkreuzchen setzt. Das ist verkehrt, denn anders als dass man der Machtergreifung einer anderen Partei oder Führungspersönlichkeit und deren politischer Herrschaft über sich zustimmt, kann man sich in der demokratischen Wahl gar nicht vor der Herrschaft der rechten Nationalisten schützen. So ist nun mal die Freiheit der Wahl konstruiert.

 

Veranstalter: Sozialistische Gruppe (SG)/ Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg

Den Vortrag hält ein Redakteur der Politischen Vierteljahreszeitschrift GegenStandpunkt

Infos unter:

http://www.sozialistischegruppe.de

 

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