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Regensburg | 03.05.2017 | Buchvorstellung: Die FPÖ – Blaupause der neuen Rechten in Europa

Von • Apr 21st, 2017 • Kategorie: Veranstaltungen
3. Mai 2017
19:30

Zeit: Mittwoch | 3. Mai 2017 | 19:30 Uhr

Ort: Leerer Beutel (Konferenzsaal, 1. Stock) | Bertoldstr. 8 | Regensburg

Veranstalter: Forum Kritik Regensburg

 

Buchvorstellung: Die FPÖ – Blaupause der neuen Rechten in Europa

Autor: Herbert Auinger (Wien 2017)

 

Öfter lässt der türkische Präsident mit Verlautbarungen aufhorchen, als wollte er die Weltsicht der Völkischen – der FPÖ, AfD etc. – ausdrücklich bestätigen,als wollte er deren Befürchtungen vom Untergang des Abendlandes gezielt schüren.

Nämlich jene Schreckensgemälde von Unterwanderung und Umvolkung, von Infiltration und Invasion, vom großen Bevölkerungsaustausch, von der drohenden „Türkisierung“Europas: „‘Habt fünf Kinder, nicht drei. Ihr seid Europas Zukunft. ’Der türkische Präsident RecepTayyip Erdogan hat die Türken in Europa aufgerufen, mehr Kinder zu bekommen. ‘Schickt eure Kinder auf die besten Schulen, lebt mit euren Familien in den besten Vierteln, fahrt die besten Autos, lebt in den besten Häusern’, sagte Erdogan bei einem Wahlkampfauftritt im westtürkischen Eskisehir. Dies sei die ‘beste Antwort’ auf die ‘Unhöflichkeit’ und ‘Feindschaft’, die ihnen entgegengebracht werde.“

Wenn dieTürkei von europäischen Staaten angefeindet wird, wenn türkischePolitiker als unerwünschte Personen nicht einreisen dürfen, ist das für Erdogan gleichbedeutend mit einer Anfeindung aller Türken in Europa, ihnen wird „Feindschaft“ entgegengebracht. Er macht ein Gleichheitszeichen zwischen Individuum und Staat, und geht mit der größten Selbstverständlichkeit davon aus, dass türkische Erwachsene und deren Fortpflanze als „fünfte Kolonne“ der Türkei, als Agenten türkischer Interessen unterwegs sind, als lebende Vehikel des staatlichen türkischen Einflusses in Europa.

Die Vorstellung allerdings, die politisch erwünschte Stellung zur Nations eine Frage der Abstammung und damit des Blutes, dieser gute, alte – zwischenzeitlich mal verpönte – Rassismus ist auch in Europa zu Hause und vereint theoretisch die neue Rechte aller Länder, die sich in der Praxis natürlich gegeneinander stellen. Ebenso die mit betonter Unverschämtheit vorgetragene Forderung, Familie und Kinder seien auf keinen Fall eine Sphäre, in der die Beteiligten nach ihrer Fasson selig und ansonsten in Ruhe gelassen werden. Es geht um Höheres, die Familie ist schließlich die Keimzelle des Staates, dort haben die Beteiligten ihren Fortpflanzungsdienst an der Nation zu leisten! Da herrscht Einigkeit bei den Völkischen, bei den Erdogans, Orbans, Straches etc. Der FPÖ-Chef am letzten Aschermittwoch in Bayern: „Der Gast aus Wien punktet mit derben Sprüchen bei deutscher Schwesterpartei.…Wenn er scherzt, wie toll es sei, dass die AfD-Chefin jetzt ihr fünftes Kind bekommt, weil ‘wir ja Kinder brauchen’, und dann noch ein derbes ‘Ans Werk!’ nachsetzt, ist das Gelächter groß. Und wenn er dann, ganz in AfD-Manier, über Angela Merkel, deren ‘Zerstörungspolitik’, den ‘Verrat an der eigenen Bevölkerung ’und den angeblichen ‘Bevölkerungsaustausch’ spricht, den die Kanzlerin betreibe, ist die Begeisterung groß.“ (KURIER2.3.2017)

„Wir brauchen Kinder – das ist keineswegs ein „Scherz“. Bleibt eine Frage: Was genau hat man da angeblich im Blut oder – modern – in den Genen; auch wenn es noch kein Biochemiker entdeckt hat? Und warum hat dieses Gedankengut überall in Europa Konjunktur?

 

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