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Wien | 25.04.2017 | Die FPÖ – Blaupause der Neuen Rechten in Europa

Von • Apr 21st, 2017 • Kategorie: Veranstaltungen
25. April 2017
19:30

Zeit: Dienstag | 25. April 2017 | 19:30 Uhr

Ort: Aktionsradius Augarten | Gaußpl. 11 | 1200 Wien

Veranstalter: Gegenargumente Wien

 

Die FPÖ – Blaupause der Neuen Rechten in Europa

Referent: Herbert Auinger

 

Die gängige Auseinandersetzung mit der FPÖ bedient sich des Vergleichs: Etablierte Politik und Öffentlichkeit messen die Positionen der Rechten an den eigenen Vorstellungen bzw. an Positionen, die als „politisch korrekt“ gelten. Kritisiert wird von der Warte liberaler, sozialdemokratischer und grüner Standpunkte aus, die eigentliche Gedankenwelt der Rechten bleibt weitgehend unbehandelt. Das Problem bei dieser Vorgehensweise: Wer nicht schon vorher den „Rechtsextremismus“ ablehnte, findet durch dieses Verfahren kaum Argumente dagegen.

Dabei unternimmt die FPÖ viel, um sich zu erklären. Ihr Gedankengebäude ist längst zu einer ausgearbeiteten Weltanschauung geworden, einer umfassenden, vom Mainstream abweichenden Deutung von Individuum, Staat, Gesellschaft und Politik. Herbert Auinger spürt dieser Weltanschauung nach, indem er die politischen Postulate der FPÖ ernst nimmt. Damit legt er die Fundamente des neuen rechten Selbstverständnisses frei. Nur so kann nach Ansicht des Autors genuine Kritik stattfinden.

Die einzelnen Kapitel des Bandes ranken sich etwa um den Freiheitsbegriff der FPÖ bzw. wie sich in diesem die Freiheit des Individuums mit völkischer Konformität überlappt. Auch die Dreieinigkeit der angeblich „natürlichen“ Daseinsformen von Volk, Nation und Familie gehört zum rechten Standardrepertoire, genauso wie das Begriffspaar „Heimat“ und „Identität“. Dem Heimatbewussten steht der „Andere“ gegenüber, der Ausländer, Flüchtling und Migrant, einer, der nicht hierher gehört.

Von zentraler Bedeutung im freiheitlichen Weltbild ist ferner der Begriff der „Souveränität“, verstanden als Unanfechtbarkeit der nationalen Machtausübung gegenüber einschränkenden Verpflichtungen von außen. Die FPÖ versteht sich in ihrem tiefsten Inneren als Europa-Partei, als Vorreiterin eines Europas der Vaterländer, das durchaus internationalen Charakter aufweist. Schließlich sehen sich die Freiheitlichen als dezidiert klassenübergreifende Kraft von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, vereint im Kampf um den Kapitalstandort.

Der Blick in die weit geöffneten Kulissen des freiheitlichen Weltbildes mag für viele befremdlich sein. Ihn nicht zu tun, hieße allerdings, die stetig wachsende und gesellschaftlich bedeutender werdende Rechte zu unterschätzen. Denn die FPÖ ist in ihrer Politik ein Vorbild für viele andere rechtsextreme Bewegungen in Europa.

 

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