contradictio.de

Kritik an Ideologien, Aufklärung über populäre Irrtümer, Kommentare zum Zeitgeschehen

[online] Nürnberg | 23.01.14 | Deutschland schürt den Umsturz in der Ukraine: Wem gehört Osteuropa?

Von • Jan 29th, 2014 • Kategorie: Veranstaltungen
23. Januar 2014
20:00

Nürnberg – Ukraine

Zeit: Donnerstag | 23.01.2014 | 20.15 Uhr
Ort: Künstlerhaus (Weißer Saal) | Königstr. 93 | Nürnberg
Veranstalter: GegenStandpunkt Verlag

Thema: Deutschland schürt den Umsturz in der Ukraine: Wem gehört Osteuropa?

 

– Wenn ein deutscher Außenminister die protestierenden Massen, die seit Wochen den Maijdan-Platz der Hauptstadt besetzen und die Regierung stürzen wollen, zum Durchhalten ermuntert, wenn die deutsche Politik sich mit Geld und politischer Rückendeckung einen eigenen nächsten Präsidenten der Ukraine aufbaut, dann ist das gute Nachbarschaft und ein Dienst an der Freiheit des ukrainischen Volkes.

Würde Russland in ähnlicher Weise Revolutionsexport betreiben – was es nicht tut -, wäre das selbstverständlich eine nicht hinnehmbare Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Landes, lupenreiner Imperialismus.

– Wenn die EU der Ukraine ein Assoziationsabkommen anbietet, das dem Land den Abbau seiner Zölle und die schrittweise Übernahme der Regelungen des europäischen Binnenmarkts abverlangt und dafür außer einem erleichterten Marktzugang gar nichts, schon gleich keine Finanzhilfen bietet, dann ist das „Kooperation zum beiderseitigen Nutzen“, ein Schritt in eine gemeinsame europäische Zukunft und ein echtes Geschenk an den östlichen EU-Anrainer. Wenn Russland dem Land milliardenschwere Finanzhilfen für den überschuldeten Staatshaushalt und eine gewaltige Senkung des Preises für Energieimporte anbietet und damit für den Anschluss der Ukraine an seine „eurasische Zollunion“ wirbt, dann ist alles klar: Putin will sich die Ukraine kaufen, sie ihrer Freiheit berauben und beweist damit ein unerträgliches Großmachtstreben in unserem Europa freier Völker.

Wenn der ukrainische Präsident dann beides will, das EU- Assoziationsabkommen und den Vertrag mit Russland, dann meint er wohl, er könne die EU unter Druck setzen und mit Schaukelpolitik bessere Konditionen für sein Land durchsetzen. „Wir“ aber dürfen und werden uns nicht erpressen lassen: nachgebessert wird nicht.

– Wenn daraufhin ein Volksteil den Präsidenten stürzen will, weil er das Abkommen mit der EU nicht unterzeichnet, dann vertritt der den authentischen Volkswillen, verdient jeden Respekt und Unterstützung.

Wenn ein anderer Volksteil aber für die Anbindung an Russland und den Präsidenten demonstriert, dann ist der ganz bestimmt in die Hauptstadt kommandiert und für Demonstrationsdienste bezahlt worden.

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es eben überhaupt nicht das Gleiche!

Die Parteilichkeit der öffentlichen Meinung in Deutschland ist ebenso leicht zu durchschauen wie abscheulich: Diejenigen Ukrainer, die sich der EU anschließen und ihrem Reglement unterordnen wollen, sind zukunftsorientiert und frei und gut. Die anderen sind bestochen, unfrei, böse.

Wer sich mit dieser Sortierung der politischen Lager hinreichend unterrichtet sieht, braucht sich gar nicht mehr damit zu befassen, warum die „friedliche EU“, die nicht einmal eine eigene Armee hat, sich mit Russland eine beinharte „geopolitische“ Konkurrenz um die Beherrschung Osteuropas liefert. Und was das alles mit „unseren“ unschuldigen Handelsinteressen zu tun hat. Die anderen aber sollten es wissen.

 

http://www.gegenstandpunkt.de/jourfixe/nurnberg.html

 

http://www.gegenstandpunkt.de/jourfixe/jf_ukraine.html

 

Update:

Die Aufzeichnung der Veranstaltung steht im Audio-Archiv ArguDiss zum Download bereit.

 

http://www.argudiss.de/node/28

 

GS-Artikel zur Ukraine:

 

http://www.gegenstandpunkt.com/GSARCHIV/S/G/GSG_F08.HTM#Verweise

 

2 Responses »

  1. Brüssel und Berlin kollaborieren mit Rechtsextremisten zum Sturz der Regierung

    „Die rechtsextreme und offen antisemitische Partei Swoboda („Freiheit“), eine Partnerorganisation der neofaschistischen NPD, gehört zu den tragenden Kräften der Pro-EU-Demonstrationen in der Ukraine. Das deutsche Außenamt und Vertreter der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton kollaborieren mit ukrainischen Rechtsextremisten, um einen Regime-Change in Kiew im Sinne Brüssels und Berlins herbeizuführen. Ein Überblick, der auf Informationen des deutschen Nachrichtenportals http://www.german-foreign-policy.com beruht.“

    http://www.trend.infopartisan.net/trd0114/t220114.html

  2. Vorwärts mit Neonazis

    In der Ukraine eskalieren die Proteste gegen die Regierung erneut. Hierzulande verschweigen Politiker und Medien, dass es vor allem Faschisten sind, die in Kiew randalieren.

    “ (…) Um „Einzelfälle“ handelt es sich dabei nicht. Neonazistische, rechtsextreme und ultranationalistische Gruppen haben die Gunst der Stunde erkannt und nehmen mittlerweile eine Art Avantgarde-Rolle bei den Demonstrationen in der Ukraine ein. Gerade die militanten Formationen, die sich Auseinandersetzungen mit der Polizei liefern, gehören überwiegend diesem Spektrum an. Wer nicht blind ist oder absichtlich wegsieht, kann nicht leugnen, dass ein großer Teil der Bewegung gegen den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und die prorussische Regierung in Kiew von gewaltbereiten Faschisten gesteuert wird, die sich in einem militärisch auszutragenden Endkampf um ihr Vaterland wähnen.

    Das allerdings passt nicht in die westliche Berichterstattung. Hier muss es klare Kanten geben. Der Bösewicht Janukowitsch, verbündet mit dem Superschurken aus dem Kreml, auf der einen Seite, die lupenreinen Demokraten auf der anderen.“

    http://www.hintergrund.de/201401212958/politik/politik-eu/vorwaerts-mit-neonazis.html

Leave a Reply