[online] 20.01.10 | Münster | Der Krieg in Afghanistan: Imperialistisches Weltordnen heute
Von webmaster • Jan 20th, 2010 • Kategorie: Veranstaltungen| 20. Januar 2010 | ||
| 18:00 |
Ort: Hörsaal S8 (Schloss), Münster
Zeit: Mi. 20.01.10, 18 Uhr
Veranstalter: destruktive Kritik
Der Krieg in Afghanistan: Imperialistisches Weltordnen heute
Referentin: Prof. Dr. Margaret Wirth (Universität Bremen)
Seit über acht Jahren führen die USA und ihre Verbündeten in Afghanistan Krieg – und ein Ende, so sagen sie selbst, ist vorerst nicht abzusehen. Präsident Obama hat diesen Krieg zur obersten außenpolitischen Priorität erklärt, hat 20.000 zusätzliche Soldaten an die Front geschickt und eine neue Kriegsstrategie unter dem Titel ‘Afpak’ verkündet. In der wird das Kriegsgebiet offiziell auf den Nachbarstaat Pa-kistan ausgeweitet; die pakistanische Armee verleiht dem Nachdruck, indem sie selbst Teile des eigenen Staatsgebiets mit Krieg überzieht. Das nicht genug: Vor Kurzem erst hat der neuesten amerikanische Oberkommandierende weitere Truppenaufstockungen gefordert. Seitdem tobt in der amerikanischen Regierung ein Streit, wie den Feinden der USA und der NATO auf diesem Kriegsschauplatz am besten beizukommen sei. Denn so viel ist auch klar: ‘Ewig’ will man nicht in Afghanistan bleiben … An dieser Front will Deutschland unbedingt als maßgebliche Macht mit dabei sein. Erst kürzlich nahm Bundeskanzlerin Merkel einen von einem deutschen Oberst befohlenen Bombenangriff zum Anlass für die Klarstellung: ‘Der Kampfeinsatz der Bundeswehr mit unseren Partnern im Nordatlantischen Bündnis in Afghanistan ist notwendig. Er trägt dazu bei, die internationale Sicherheit, den weltweiten Frieden und Leib und Leben der Menschen hier in Deutschland vor dem Übel des internationalen Terrorismus zu schützen. Das stand am Anfang dieses Einsatzes, und das gilt bis heute.’ (Rede im Bundestag 8.9.09)
So hoch hängt eine deutsche Kanzlerin das Kriegsprogramm in Afghanistan: Gleich weltweit sollen ‘Sicherheit und Frieden’ in Gefahr sein, wenn Deutschland nicht mit hilft, mit den Feinden des Westens in Afghanistan aufzuräumen – und zwar mit echtem Kampfeinsatz. Die alte Sprachregelung, der zu Folge “wir” im Unterschied zu den USA in Afghanistan vor allem “zivile Aufbauarbeit” leisten, wird als unpassend aus dem Verkehr gezogen und gilt inzwischen schon fast als ehrenrührig. Nein: Deutsche Soldaten müssen sich nicht mehr ‘als bewaffnetes Technisches Hilfswerk verspotten lassen’ (Süddeutsche Zeitung 24.6.09); sie sind voll beim Militäreinsatz dabei; zum Volkstrauertag würdigt der Bundespräsident ihre Opfer an Leib und Leben als höchsten Dienst am Vaterland. Passend zu dieser offiziellen Umdefinition der deutschen Rolle im Afghanistan-Krieg tobt in der deutschen Öffentlichkeit ein Streit um die Frage, ob es sich beim Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr allen Ernstes um Krieg handelt oder nicht.
Auf der Veranstaltung sollen folgende Fragen geklärt werden:
- Worum geht es in dem Krieg?
- Warum befinden die herrschenden Mächte ihren Sieg an dieser Front als so unabweislich?
- Was ist neu an den ‘neuen Strategien’, die seit dem Amtsantritt Obamas in der amerikanischen Regierung so kontrovers diskutiert werden? Und wie sieht Deutschland seine neue Rolle im Kampf um Afghanistan?
- Was sind das für ‘deutsche Interessen’, die ‘am Hindukusch verteidigt’ werden?
- Was leistet der Afghanistan-Krieg für den Aufstieg Deutschlands zur eigenständigen Militärmacht?
Update:
Die Aufzeichnung der Veranstaltung wurde auf der dk-Website online gestellt.
http://www.destruktive-kritik.gegeninformation.net/?Termine
http://www.destruktive-kritik.gegeninformation.net/audio/Krieg_in_Afghanistan_ms_19102010.mp3
