contradictio.de

Kritik an Ideologien, Aufklärung über populäre Irrtümer, Kommentare zum Zeitgeschehen

[online] 26.11.09 | Nürnberg | Kritik – Wie geht das?

Von webmaster • Nov 26th, 2009 • Kategorie: Veranstaltungen
26. November 2009
20:00

Zeit: Do., 26.11.2009, 20.00 Uhr
Ort: Festsaal im K4/ Knstlerhaus; Knigstrae 93, Nrnberg

Kritik wie geht das?

Veranstalter: Redaktion der Politischen Vierteljahreszeitschrift GegenStandpunkt

Kritik scheint ein schwieriges Geschft zu sein.

Einerseits fehlt es nicht an kritischen Stellungnahmen. Rundfunk und Fernsehen, Spiegel und Bild”, die freie Wissenschaft und die konkurrierenden Parteien machen es sich und ihrem Publikum geradezu zur Pflicht, kritisch zu sein. Man strt sich nicht daran, dass eine solche Pflicht Kritik zu einer Haltung erklrt, die immer und berall angebracht und berechtigt ist als ob es nicht ein wenig davon abhinge, was einer vor sich hat, wenn er Einwnde vorbringt. Kritik wird zu einer subjektiven Einstellung, die man sich zulegt oder nicht, zu einer Art Voreingenommenheit zurckgenommen, die sich gar nicht mehr aus der Kritikwrdigkeit des Gegenstands begrndet, auf den sich der kritische Geist richtet.

Andererseits ist mit der Allgegenwart kritischer Einstellungen die begrndete Ablehnung einer Sache jenes theoretische Handwerk, das den Namen Kritik verdient so gut wie ausgestorben.
An ihre Stelle tritt der Brauch, Gott und die Welt mit Verbesserungsvorschlgen zu berschtten.
Rechte, linke und ganz normale Brger ben sich in der Disziplin der konstruktiven Kritik, ganz als ob es logisch und zwingend wre, dass aus Einwnden niemals die Ablehnung des Kritisierten, sondern stets dessen Vervollkommnung zu folgen hat. An allem, woran kritisch denkende Zeitgenossen Ansto nehmen, wollen sie hilfreich mitwirken wirklich an allem!

Die Medien kritisieren das Ungeschick unserer Kriegsminister beim Fhren asymmetrischer Kriege, oder die Unfhigkeit der Sozialpolitiker, die Lage der Armen zu verbessern, auch wenn die das gar nicht versuchen. Professoren, Journalisten, Gewerkschafter, Oppositionelle beteiligen sich in kritischer Solidaritt an den Problemen des Staatshaushalts und der Krisenbewltigung – um ausgerechnet beim Wetter, wo es nichts zu kritisieren gibt, hemmungslos kritisch zu werden.

Im demokratischen Zeitalter kritisieren die Menschen immerzu. Aber sie wissen nicht, wie es geht. Wir wollen darlegen, was sie verkehrt machen, so dass ihre Kritik regelmig entgleist und immer wieder bei der Bekrftigung des Kritisierten landet.

http://doku.argudiss.de/

http://doku.argudiss.de/data/kritik_nbg_1109_ank.pdf

Update:

Die Aufzeichnung ist online.

Update 2:

Es ist nun eine technisch berarbeitete Fassung (06.12.09) verfgbar!

Technisch berarbeitete Fassung (06.12.09)
(Hinweis: Wer Probleme mit der richtigen Reihenfolge der Stcke im mp3-Player hat, der soll den ersten Teil umbenennen von kritik_nbg_n_1109.mp3 in kritik_nbg_n_1109_00.mp3)
http://doku.argudiss.de/#301

(Hinweis: Wer Probleme mit der richtigen Reihenfolge der Stcke im mp3-Player hat, der soll den ersten Teil umbenennen von kritik_nbg_n_1109.mp3 in kritik_nbg_n_1109_00.mp3)

http://doku.argudiss.de/#301

Gliederung:

Teil 1. Kritik. allseits gebt, nicht verboten, sondern gar von der demokratischen Obrigkeit gewnscht, fhrt weder zur Beseitigung der Grnde der Kritik noch zu einem Zerwrfnis mit dem Gemeinwesen, in dem einen Grnde zur Kritik andauernd geliefert werden.
Kritik – was ist das und wie geht das? Von der Feststellung, dass einem was nicht passt, zur Beurteilung, worum es bei der Sache geht, die einem nicht passt.
Teil 2. Wie Kritik hierzulande geht: statt Kritik der Sache Rechtfertigung des Kritikers
Teil 3 “Ich finde”: die Anmeldung eigener Mastbe und deren Anerkennung als blo persnlichen Standpunkt
Teil 4 “Ich bin betroffen”: das Einklagen des Rechts des Opfers auf Gehr und die Zubilligung dieses Rechts als Klage eines partikulren Interesses und parteilichen Standpunktes gegenber der jeweiligen Sache
Teil 5. “Ich als …. bin betroffen”: die Verallgemeinerung der Klage durch die Berufung auf die Rolle, die man im und fr das Gemeinwesen spielt.
Teil 6. “Das ist undemokratisch, unsozial, ungerecht, …”: der Vorwurf an den Gegner, er verletze seine eigenen Prinzipien, und damit das Hochhalten der Ordnung (in idealisierter Form), unter der man leidet.
Teil 7. Diese Art der Kritik lebt vom Glauben, dass der eigene Schaden doch unmglich im Programm der Ordnung begrndet sein kann, vom Glauben an eine Interessensharmonie hierzulande.
Teil 8. Endpunkte einer solchen Kritik: einerseits weg von der Abwendung des Schadens hin zur Verteidigung des Glaubens an die Vertrglichkeit der Ordnung, andererseits Ruf nach der Staatsgewalt, damit sie fr die Durchsetzung der Ordnung gegen alle “Egoisten” sorgt.
Teil 9. Die Forderung nach “konstruktiver Kritik”: Die Verpflichtung von Kritik auf Verbesserungsvorschlge vor jeglicher Befassung mit der Sache.
Teil 10. Zusammenfassung
Teil 11. Diskussion

http://doku.argudiss.de/#301

Leave a Reply