Gegen Deutschland helfen keine Gedichte!
Von webmaster • Sep 14th, 2009 • Kategorie: AllgemeinFundstücke
Stellungnahme zweier Gruppen des “ums Ganze-Bündnisses” zu den anstehenden Einheitsfeierlichkeiten:
Gegen Deutschland helfen keine Gedichte!
Demo gegen die Einheitsfeierlichkeiten 2. Oktober Saarbrücken „No love for the Nation!“ 19:00 Bahnhofsvorplatz
Demo „Still not loving germany“ Leipzig 10. Oktober 13 Uhr Hbf
autonome antifa [f]
Ak Antifa Köln
im September 2009
http://www.no-racism.mobi/?page_id=439#_ednref1

Ich finde eine zentrale These dieses Aufrufes falsch. Die Schädigung der Nation oder des Kapitalstandortes in der Konkurrenz muss man einplanen und in Kauf nehmen. Man sollte zu ihr auch ohne große Vorbehalte bereit sein. Man sollte sie sich aber nicht als Zweck setzen. Denn so sehr der Erfolg der Nation mit dem Schaden der Insassen erkauft ist, so wenig gilt das Gegenteil: Aus einem sabotierten Konkurrenzerfolg der Nation folgt nicht mehr Freiheit sondern nur eine schlechtere Ausgangsbasis für die nächste Runde. Für die wird das Volk ohnehin so sehr eingespannt wie es eben geht. Gemütlicher wird das durch Niederlagen nicht unbedingt.
Klar soll man seinen eigenen Beitrag zur Nation mit allen Tricks schmälern, soweit es der eigenen Bequemlichkeit dient. Klar soll man auch dem konkret Bedrohten aus der Klemme helfen, wenn man es gerade kann. Klar soll man Banden bilden und sich wehren, wenn der Nazi zu Besuch kommt. Man darf sich aber keine Illusionen machen: Freiräume, ob nun als AJZ oder besetztes Haus oder soziokulturelle Spielwiese, haben die Linken allemal nur, soweit sie die staatlich eingeräumten Freiräume konsequent und auch mal über das offiziell zugestandene Maß hinaus ausnutzen. Dass man da aber irgendetwas gegen den festen Beschluß der Staatsmacht erkämpft haben könnte, gehört für die letzten Jahrzehnte ins Reich der Folklore. Der AK Antfia Köln bietet den Aufgerufenen auch bloß ein alternatives Gedicht an, wenn er dies als aussichtsreiche Möglichkeit und Handlungstipp für die nahe Zukunft vorschlägt. Dass ein paar erfolgreich ausprobierte Frechheiten gegen das System oder auch nur der Jammer weniger erfolgreicher Kandidaten größere Massen für ein paar nüchterne Gedanken begeistern könnte, mit denen dann “vielleicht Morgen endlich jene Dinge passieren, die heute noch alle für unmöglich halten”, ist eine vage Hoffnung, auf die man seinen Arsch besser nicht verwettet. Geheime Abkürzungen am Argumentieren und Überzeugen vorbei zu suchen wie den Stein der Weisen, das ist zwar keine neue Idee – geklappt hat es aber auch noch nie.
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